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Andy Reich: «Schluss ist noch lange nicht.»
Bild/Illu/Video: zVg.

Andy Reich: «Schluss ist noch lange nicht.»

In diesem Jahr hast du angefangen Live-CDs bei dir aufzunehmen. Wie ist die Idee dazu entstanden?

Musik ist Energie. Energie muss fliessen wie helles klares Berquellwasser. Personen sind dabei insofern wichtig, dass sie sich dem Wasser (der Energie) nicht in den Weg stellen sollten. Diese Philosophie verfolge ich in meinem Tonstudio schon seit Jahren, wo auch die Freundschaft mit diesen Musikern begann. Unsere Wege haben sich dann getrennt und ich konzentrierte mich aufs Studio. Mit dem Harrison MR4, dem baugleichen Pult, das schon Michel Jackson bei Thriller verwendet hat, bin in ich nach 30 Jahren so weit, dass der Klang die obige Philosophie wiedergibt.


Was macht für dich die Liveatmosphäre so magisch?

In der Liveatmosphäre exponieren sich Musiker mit allen ihren Stärken und Schwächen. Als gelernter Psychologie interessiere ich mich nicht nur für die Musik, sondern für den Motor, der uns Menschen antreibt. Mit der Musik starten wir mitten in urmenschlichen Gefühlen und Erlebnissen und deren Ausdruck. Das macht Live-Musik so spannend.


Wie hat Corona dein Geschäft mit den Livesessions beeinflusst?

Eigentlich gar nicht. Nach einer schweren Herzoperation bin ich noch vor Corona nach Rotterdam ans Northsea Jazz-Festival gefahren, konnte kaum stehen, so müde war ich von den Strapazen der Operation, setzte mich mitten in den Konzertsaal und nahm mir vor, zukünftig im Tonstudio nicht nur Auftragsarbeiten zu realisieren, sondern eigene Musik umzusetzen. Dies habe ich nun umgesetzt und sogar laufende Produktionen, die diesen Qualitätsmerkmalen nicht entsprachen, abgebrochen, um mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.


Hast du deshalb gedacht, dir eine Bündner Supergroup zusammen zu stellen?

Das sind die Musiker mit denen ich schon vor 30 Jahren zusammengespielt hatte. Also alles im grünen Bereich.


Jetzt ist kürzlich eure EP rausgekommen. Wie glücklich bist du mit dem Resultat?

Das Resultat macht mächtig Dampf. Da hat wohl auch die Liebe zum Blues mitgespielt. Ich bedanke mich bei allen den hervorragenden Musikern für Ihren Beitrag. Glücklich? Da ist noch viel mehr möglich. Daran arbeiten wir.


Die CD heisst «You can't fake the Blues». Was hat dich in diesem Jahr am nachdenklichsten gestimmt?

Meine Gedanken sind nicht im Coronajahr hängen geblieben. Ich versuche mich für Fair Trade, Klima und Kinderrechte und das Tierwohl einzusetzen, damit auch die kommenden Generationen das Leben selber gestalten können. Was mich beeindruckt ist, wie der Gestaltungsspielraum im Leben immer enger wird und Abhängigkeiten erzeugt werden. Da möchte ich entgegensteuern.


Wird es in Zukunft mehr von dieser Kombo geben oder ist das ein einmaliges Erlebnis?

Für die nächste Produktion gehts Richtung Funk. Schluss ist noch lange nicht. Ich hoffe, dass alle wieder dabei sind. Hör Dir mal Ida Nielsen oder Power of Tower an, dann kennst du meine Soundvorstellungen und die Ziele wie es tönen sollte. Ich bin aber auch offen für Neues und Dinge, die ich noch nicht kenne.


Was sind die nächsten Projekte im ICT Atelier?

Falls Corona es erlaubt, ist am 6.2. das nächste Live-Stream Konzert: 6.2.2021: Boogielicious with Eeco Rijken Rapp und David Herzel; Eeco Rapp ist die Nummer 1 aus den Niederlanden und David Herzel ein alter Jazz-Schlagzeuger, dessen Vergangenheit bis zu Weatherreport zurückreicht. Das wird die nächste Live CD sein.


Die neue CD von Andy Reich & his Studio Session Band könnt ihr hier erwerben.


Mehr Infos zum ICT Atelier in Chur gibt's hier.


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