Bild/Illu/Video: Rita Rohner

Auf ins Randen Gebiet

Ich war so richtig happy, dass mein Training sich auszahlte, denn ich ging bergauf wie ein Wieselchen. Das Atmen fiel mir leicht und schwitzen musste ich ebenfalls nicht. Schon bald wurden wir belohnt mit dem eben geöffneten «Weisser Diptam». Eine Blühte, die zwar eher rosa als weiss ist, uns aber mit ihrer wunderschönen Ausstrahlung begeisterte. Die Pflanze ist eher hochgewachsen, so konnten wir sie schon aus der Ferne sehen.  


Daneben stand die «Waldmelisse» in all ihren Farbschattierungen. Nicht zu verwechseln mit der Melisse, welche wir als Tee gut kennen. Die Waldmelisse ist auch in der Heilmittelkunde bekannt, doch sollte man sie nicht unbedingt pflücken, da sie nicht einfach dosierbar ist.

Ebenfalls unseren Weg säumte der «blutrote Storchenschnabel», während wir uns auf die Suche nach Orchideen machten. Die «Hummel Ragwurz», so ihr botanischer Name, ist eine wunderschöne Pflanze. Da wir einen Jahresbeginn mit wenig Niederschlägen hatten, ist die Pflanze leider relativ klein geblieben. Anstelle von drei bis zehn Blüten fand ich nur gerade mal Pflanzen mit einer Blüte… Nun ja, die Blütezeit ist eigentlich Juni und so war ich vielleicht ich ein bisschen früh dran. Trotzdem konnte ich euch zwei typische Vertreter der «Hummel Ragwurz» fotografieren.

Zu meinem Erstaunen fand ich viele sehr schöne «Anacamptis». Die Spitz- beziehungsweise Pyramiden Orchis ist eine leicht pink/lila farbigene Pflanze. Diese sieht man in jeder Wiese augenblicklich und man wird davon fast schon magisch angezogen. Die Pyramide ist am besten zu erkennen, bevor die Pflanze aufgeblüht ist. Ich habe euch heute einige Fotos von verschiedenen Stadien der Pflanze angefügt.

Ebenfalls auf meinem Weg begegnete ich den «Neottia» oder eben der «Vogel-Nestwurz», dies auch in unterschiedlichen Blühstadien! Das erstaunlichste daran war wohl die hohe Anzahl der Pflanzen an einem einzigen Ort.

Neu dazu kam dann noch das grosse «Zwei Blatt» aka «Listera Ovata» und die «Platanthera». Am Waldrand standen noch vereinzelte «Waldmeisterpflanzen». Dabei weckte der echte Waldmeister Erinnerungen an meine Studentenzeit in Neuenburg! Die Waldmeisterbowle gehörte damals einfach zum Mai dazu! Rezept siehe unten.

Der Linse entging an diesem Tag aber nicht, dass auch die Tierwelt aktiv ist. So konnte ich eine Paarung eines Bläulings fotografieren. Die Käfer paarten sich auch auf einer schönen gelben Blume. Die Sonne scheint eben auch in den Herzen der Tiere.


Gegenüber anderen Jahren jedoch scheint mir die Flugzeit der Schmetterlinge etwas verschoben zu sein, denn viele gab es nicht zu sehen.


Was mich aber nicht abhält, später wieder auf die Pirsch zu gehen.

Sehen wir was dabei raus kommt!

Waldmeister Bowle

- 1,5 L gekühlten Weisswein oder hellen Traubensaft.

- ¾ L (1 Flasche) gekühlten Sekt, alkoholfreien Sekt oder Mineralwasser.

- 1 Handvoll Waldmeister.


Wichtig:
Der Waldmeister sollte zu Beginn der Blütezeit gewonnen werden. Es werden Sträusschen gebunden. Diese dann an einem Kochlöffel einfädeln, so quer über einen Messbecher mit Weisswein hängen, damit die Stile nicht in die Flüssigkeit eintauchen können. Das würde das Aroma verfälschen und Stoffe freisetzen, die nicht gewollt sind. Die Blüten sollten so ca. 10-30 Minuten in die Flüssigkeit eintauchen. Anschliessend in das Bowlengefäss umfüllen und mit der restlichen Flüssigkeit mischen.

Die Bowle erhält dann eine blass grüne Tönung.

Die Bowle wird gekühlt serviert.

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