Bestellungen beim Universum
Bild/Illu/Video: Milena Rominger

Bestellungen beim Universum

Dazu gibt es ein Buch. Es heisst «Bestellungen beim Universum», ich habe es jedoch nie gelesen. Der Titel veranlasste mich aber, genau das zu tun. Beim Universum meine Träume und Wünsche zu bestellen. Ganz einfach, ganz simpel. Ohne Rechnung, ohne Bezahlung, ohne Kreditkartennummer, einfach so.

Was soll das Ganze?


«Bestellungen beim Universum» haben etwas mit Visualisierung und Manifestation zu tun. Wenn wir einen tiefsitzenden Wunsch hegen und ihn endlich zu Tage bringen möchten, können wir diesen Wunsch aufzeichnen, beschreiben oder einen Brief darüber verfassen.


Ein Beispiel:

Als ich und mein Mann davon träumten, ein Wohnmobil zu besitzen und darin eine lange Reise zu machen, wussten wir anfangs keine Details. Verschiedenste Wohnmobile wurden angesehen, wobei nichts wirklich zu passen schien. Vor allem nicht der Preis. Eigentlich hatten wir viel zu wenig Geld für ein Wohnmobil. Eigentlich. Und dann war da noch die Reise. Ich träumte eigentlich von einer Europatour. Wusste aber nie konkret wie die Reise nach meinem Brennpunkt Schottland weitergehen sollte. Eigentlich.


Monate vergingen, und wir hatten noch keine Lösung. Obwohl die Wohnmobilsuche aussichtslos war -denn wir hatten ja zu wenig Geld- liessen wir uns nicht von unserem Traum abhalten. Die Idee, das Ganze aufzuzeichnen kam aus dem Nichts. Frei drauf los, kritzelte ich ein Wohnmobil à la Kinderhand auf ein blankes Blatt Papier. Eines ohne Alkoven, das waren schliesslich die schlimmen Windfänger. Ich zeichnete in der Seitenansicht. Eine grosse Frontscheibe, daneben die Tür und dahinter ein paar grosse Fenster. Dabei gab ich mir Mühe, unsere Vorstellungen möglichst Genau wiederzugeben. Um das Wohnmobil herum schrieb ich verschiedenste Daten:


Was sollte das Wohnmobil für ein Interieur haben? Wie teuer darf es sein? Was kommt nach Schottland? Wie lange möchten wir darin verreisen? Was darf es kosten?


Unsere Vorstellungen wurden mit dem Zeichnen und Schreiben immer präziser. Das blanke Blatt verwandelte sich zu einem farbigen Dschungel aus Buchstaben, Zahlen und Bilder. Ich fühlte meine Zurückhaltung gegenüber dem Preis den wir uns vorstellten aufzuschreiben, denn das war für meinen Verstand ein Ding der Unmöglichkeit.


«So ein günstiges Wohnmobil mit so vielen Extras werden wir nie und nimmer finden!» Hallte das Echo meiner Kopfstimme nach…Nie und nimmer, nie und nimmer… Doch der Bann unseres Traums war ungebrochen und wurde durch diese Zeichnung manifestiert! Ha! Jetzt war Etwas da. Es war nur eine Zeichnung, aber sie war da. Sie zeigte unseren Traum ganz klar, schwarz auf weiss, und jederzeit zur Ansicht bereit.


Befreiend fühlte es sich an. Unser Traum hatte durch diese Zeichnung ganz konkrete Formen angenommen, von denen wir vorher keinen Plan hatten.


Wir liessen die Zeichnung ein paar Tage, vielleicht waren es Wochen, liegen. Sprachen eine Zeit lang nicht mehr darüber. Unser Traum brauchte Raum für sich.

Wir dachten beide an dieses Wohnmobil, tagtäglich, vielleicht ein paar Minuten, immer wieder.


«Stell dir vor wie schön es doch wäre, wenn wir das machen könnten!» Dabei war ich mir immer ausgesprochen sicher, dass uns das irgendwie gelingen würde. Wobei ich mir unsicher war, war die Dauer der Reise. 6 Monate sollten es werden. Wobei mir nichts Sehnlicheres als Schottland in den Sinn kam. Was soll nach Schottland kommen? Fragte ich mich immer wieder und wusste nie eine Antwort darauf.


Unerklärlicherweise geschah kurze Zeit später ein Wunder. Mein Mann stöberte im Internet und fand unser gezeichnetes Wohnmobil. Wir sahen es uns an, machten eine Probefahrt und entschieden uns am nächsten Tag dafür. Es hatte alles was wir aufgeschrieben hatten. Es sah aus, wie ich es gezeichnet hatte. Und der Preis war niedriger als die Zahl, die auf dem blanken Papier stand. Die «Umstände» veranlassten es so, dass mein Mann zwei Monate lang bezahlten Urlaub wegen Geschäftsumbau bekam. Mein Arbeitgeber gewährte mir einen sehr kurzentschlossenen Antrag auf unbezahlten Urlaub. Und weil ich nie wusste, was nach Schottland kommen sollte, sahen wir uns diesen Sehnsuchtsort ganz genau an und verbrachten dort wundervolle zwei Monate.


Ein Beispiel, wie Visualisierung passieren kann. «Ach, das klappt sowieso nicht, dazu brauche ich viel mehr davon oder davon», heisst es noch so oft in unseren Köpfen. Das einmal aussen vor zu lassen und sich seinen Traum nur einmal schwarz auf weiss anzusehen, kann so viel bewirken. Es heisst «dream big», träume gross. Bei Wünschen kann man sich austoben. Verrücktheiten aufs Papier bringen, Unglaubliches geschehen lassen. Und wenn sich der Verstand noch so dagegen wehrt. Irgendwie ist alles möglich. Man sollte nur die Tore öffnen, um Träume fliegen zu lassen. Nicht vergessen; präzise sein, konkret und mit allen Details. Dann weiss das Universum die Bestellung zu verstehen und schickt sie bestimmt ab.

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