Bild/Illu/Video: Rita Rohner

Bieler Christmas Sessions verzaubern

Erstaunt war ich doch ein wenig, wie hier die leichte französische Mentalität auf die Urschweizer «Bhäbigkeit» trifft und das Ganze wunderbar zusammen funktioniert. Die Stadt Biel pulsiert auch in der Nacht! Nicht drinnen im Verborgenen, nein draussen vor der Tür geht die Post ab. Als ich sah, was da los war, wurden direkt Erinnerungen an meine Studienzeit in Neuchâtel wieder wach. Auch hier gibt es noch Restaurants, die den Duft der «Cercles» von Neuenburg ausstrahlen. Da passten die Konzerte, sowohl von Nicole Bernegger, wie auch das von Gotthard wunderbar in die Stadt.


Das Kongresshaus wurde dem Anlass entsprechend herausgeputzt. Einen solchen Anlass zu fotografieren war doch nicht ganz alltäglich, wenn man sich üblicherweise vor allem an Openairs gewöhnt ist. In der Halle erwarteten die Gäste bereits ein Apéro und eine gute Vorband, die für Stimmung sorgte. Die Vorfreude auf den Abend wurde dadurch angeheizt und endlich konnte es losgehen.


Der absolute Knaller war der Konzertraum. Lauter kleine, runde Tische mit Stühlen warteten dort auf die Besucher. Für mich persönlich fühlte sich das fast ein wenig wie eine Zeitreise an, denn vieles erinnerte mich an den Liveauftritt von Ronan Keating anlässlich der Pink Ribbon Gala vor ein paar Jahren. Der Unterschied bestand vor allem darin, dass einem hier keine Spendengelder aus den Rippen geleiert wurden, dafür wurde umso bessere Musik geboten.


«Shame on me» dachte ich als ich Nicole Bernegger hörte. Ich als überzeugte Aargauerin kannte sie einfach nicht. Das ist ein Versäumnis, welches ich am Freitagabend nachgeholt habe. Nicole konnte mit ihrer Soulstimme total überzeugen. Die Konzertbesucher waren gebannt von dem gebotenen Programm und zum Schluss gab es eine verdiente «Standing Ovation». Die Publikumsnähe in diesem eher kleinen Rahmen ist für einen Künstlerin sicher besser spürbar als auf grossen Bühnen. Die interaktive Beziehung zwischen Künstler und Publikum kommt besser rüber und spornt ihn oder sie zu Höchstleistungen an. Ich würde meinen, der grosse Teil der Besucher kam, weil Gotthard angesagt war und ging anschliessend mit einer neuen Liebe zur Soul-Musik nach Hause.


Gotthard auch ohne Strom ziemlich rockig

Ehrlich: Die Band ist nicht zu Unrecht eine der beliebtesten der Schweiz. Seit ich Festivals fotografiere, bin ich immer wieder auf Gotthard gestossen. Ja, ich würde fast sagen, die habe ich am häufigsten vor der Linse gehabt und doch sind sie unplugged nochmals eine ganz andere Liga. «Entre nous» mit Gotthard ist etwas ziemlich Einzigartiges. Ich genoss den Auftritt der Schweizer Rocklegenden. Auch als Fotografen, vorne am Boden kniend, wurden wir miteinbezogen, was mich ziemlich viele geniale Fotos schiessen liess. Leider ist mein Platz hier bei qultur.ch beschränkt, so dass ich Euch lediglich eine kleine Auswahl davon präsentieren kann.

Wie ich das Konzert beschreiben soll?

Hach….*seufz* dabei sein ist alles.

Am Freitag war dies das letzte Konzert für 2019 der Band und es war, als wäre der ganze Stress komplett von der Band abgefallen. Sie machten Musik, weil sie Bock auf den Sound hatten und nie, weil sie noch etwas sich ins Weihnachtskässeli stecken wollten. Es war eher so, dass hier ein Saisonende abgefeiert wurde. Aber seht einfach die Bilder an! Was ich Euch bereits jetzt nach dem ersten Konzert mit auf den Weg geben kann: Notiert Euch in der Agenda Biel und die Christmas Session 2020!

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