«Chur Unplugged» zum Dritten
Bild/Illu/Video: Claude Bachmann

«Chur Unplugged» zum Dritten

Am 1. Februar geht Chur Unplugged in die dritte Runde. Was macht für euch die Magie von unverstärkter Musik aus?

In der heutigen Zeit scheint sehr vieles gleichzeitig zu passieren, gerade auch in der Musikszene. Wir als «Chur Unplugged» legen nicht zuletzt deswegen viel Wert darauf, unseren ausgewählten Künstler*innen eine ruhige Atmosphäre zu bieten, damit der Fokus der Besucher*innen bei den Musiker*innen ist. Oft wird das Kunstwerk eines Musikers/einer Musikerin nämlich unterschätzt, aber wir glauben, dass der Musik mit so einem «rohen» Output besser zugehört wird. Dies lässt die Definition von «Musik» in ein etwas anderes Licht stellen und macht ein Konzert nicht zu einem Event, sondern zu einer Erfahrung!


Euer Event findet in diesem Jahr in der alten Postremise statt. Ist das die optimalste akustische Lösung in Chur?

Die gegebene Räumlichkeit des Foyers schafft einen optimalen Rahmen für die Chur Unplugged Konzerte – sowohl optisch als auch akustisch. Abgesehen von den zwei ersten Konzertabenden im 2018 wissen wir die Kooperation mit der Postremise nun schon zum dritten Jahr zu schätzen.


Oft wird angemerkt, dass Frauen bei Festivals zu kurz kommen. Wie wichtig ist euch die Förderung von weiblichen Künstlern?

Die Förderung von Künstlerinnen liegt uns am Herzen, gleichzeitig sind wir aber auch der Meinung, dass das Geschlecht nicht massgebendes Kriterium für das Buchen einer Person ist. Die Musik dieser Personen fasziniert uns, nicht das Geschlecht. Die Ausgewogenheit an Musiker*innen hat sich bei uns jeweils «natürlich» ergeben.


Ihr lockt jeweils mit musikalischen Entdeckungen anstatt grossen Headlinern. Gehört das zum Konzept?

Wir hatten letztes Jahr mit «Black Sea Dahu» durchaus einen grösseren Headliner. Es gibt bekanntere und weniger bekanntere Musiker*innen – wichtig für uns ist, dass sie zu Chur Unplugged passen und dass der Rahmen von Chur Unplugged zu den Künstler*innen passt. Wir achten auch darauf, dass lokale beziehungsweise regionale Musiker*innen (dieses Jahr Melanie Danuser «MEL», Gianni Tschenett, Tumasch è und Leander Albin) im Lineup vertreten sind. Und wir möchten immer auch jungen Musiker*innen die Möglichkeit geben, auf der Chur Unplugged-Bühne auftreten zu können (dieses Jahr: MEL, Daens und Gianni Tschenett).


Zum Teil spielen bei euch auch Künstler/innen, die nicht gerade für leise Töne bekannt sind. Geht ihr die persönlich an, um ein einzigartiges Erlebnis zu erschaffen oder kommen die Künstler auf euch zu?

Letztes Jahr spielten mit «Barfuss/Petendi» zwei Musiker, die die Postremise mit Synths und Bässen füllten – und wir fanden es grandios! Uns reizt es, Musiker*innen ans Chur Unplugged zu holen, die sonst andere Töne anschlagen, um uns selber und die Besucher*innen zu überraschen. Chur Unplugged soll zwar kein musikalisches Labor sein/werden, aber durchaus Platz für musikalische Experimente haben.


Chur Unplugged 2020

1.2. MEL | Lucas Laufen (AUS/DE) | Liv Summer (CH/DE)

15.2. Daens | Riana | tumasch è

14.3. Gianni Tschenett | Leander Albin | Long Tall Jefferson

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