Der Herbst steht vor der Tür
Bild/Illu/Video: zVg.

Der Herbst steht vor der Tür

Die Blätter verfärben sich.


Da aber auch die Tage kürzer werden, oft regnerisch sind, die Temperaturen sinken, ist es auch die Zeit für den sogenannten Herbstblues.


So, wie wir im Frühling das Aufblühen der Natur beobachten können, so im Herbst das Absterben. Auch wer nicht gerade zum Trübsinn neigt, mag gerade in dieser Zeit ins Philosophieren geraten und über die Endlichkeit allen Seins nachdenken. Kann es sein, dass der Mensch weit über alle Begrenzungen hinaus denken kann und doch der Vergänglichkeit hilflos ausgeliefert sein soll?


Kann ich mir endlose Gedanken machen und doch endlich sein? Gibt es nicht doch etwas, das bleibt, auch wenn alles vergeht? Der Mensch hat sich in den unterschiedlichen Weltanschauungen und Religionen dieser Frage gestellt und recht unterschiedliche Antworten gegeben. Antworten? Oder doch nur Projektionen der eigenen Wünsche?


Ich möchte mich an den Herbstfarben erfreuen und auf Rainer Maria Rilke hören, der schreibt:


«Die Blätter fallen, fallen wie von weit
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinenden Gebärden.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. – Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: Es ist in allen.

Und doch ist einer, welches dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.»

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