Der letzte Millenial erzählt von der Generation Z
Bild/Illu/Video: Kimberly Shepherd

Der letzte Millenial erzählt von der Generation Z

Facts are Facts. Ich bin mir sicher, sie finden meine englischen Ausdrücke in diesem Text überheblich, halten mich für handysüchtig, schwer narzisstisch veranlagt und denken, ich sei ein Fan von Justin Bieber. Nun, ich möchte an dieser Stelle sagen, dass Sie vielleicht sogar recht haben. Dies ist jedoch nicht mein Punkt. Ich bin nun 25 Jahre alt, oder auch 25 Jahre jung, für die originellen Leser, welch ein Spaß, und der letzte Jahrgang der Generation Y. Ja, ja, das haben Sie richtig gelesen. Die ältesten Millenials sind bald 40. Haben Sie sich unter einem Millenial etwas anderes vorgestellt? Ein Teenager vielleicht? Macht gerne Selfies und ist noch minderjährig? Dann ist es ja absurd, Millenials für Dinge zu verurteilen, die gar nicht eine Erscheinung ihrer Generation sind?


Nun, fürchten Sie nicht um ihr geliebtes Hassen. Ich werde Ihnen direkt aufzeigen, in welche Richtung Sie ihren gebündelten Hass richten können, ja dürfen: An die Generation Z. Die jüngste, wildeste, politischste, vernetzteste Generation, die so Self Aware ist, dass sie sich gleich selbst einen Namen gegeben hat. Damit lang und breit über die eigenen Peers diskutiert und reflektiert werden kann. Der Gen Z gehören einige der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt an. Leute mit Geld, Macht und Einfluss. Leute, die Millionen von Fans haben. Leute, die die Welt jetzt schon verändert haben - zum guten oder schlechten sei einmal so dahin gestellt.


Und ich bin mir sicher, dass Sie, liebe*r Leser*in nur wenige oder vielleicht auch gar keine kennen. Leute wie Kylie Jenner, Jake Paul oder auch James Charles. Keine oder nur eine wage Ahnung wer das ist? Eben. Doch diese Leute sind nicht nur reich, sondern haben auch eine globale Reichweite mit ihren Social Media-Kanälen und dadurch richtig viel Einfluss. Und: sie sind alle noch keine 24.


Aber ich ufere aus. Was ich eigentlich damit sagen will: Generation Z bietet sich als der perfekte Prügelknabe. Eine Generation, die ohne Smartphone weder leben will noch kann, der man pauschal den Narzissmus nachsagt, sowie dass sie alle als «Special Snowflake» behandelt werden (wollen). Wenn sie mit dieser Terminologie nichts anfangen können, geschätzte*r Leser*in, dann empfehle ich Ihnen einen Abstecher in dieses Google, das jetzt auch noch zu erklären, dazu habe ich wirklich keine Zeit.


Ich jedoch werde davon absehen, diese junge Generation zu schämen. Denn ich sehe auch all das andere, was Generation Z so treibt. Ich sehe die Safe Spaces, die sie einander schaffen, off- und online. Ich sehe die vielen innovativen Start-ups, die einigen jungen Menschen endlich wieder finanzielle Freiheit geben und nebenbei die Welt revolutionieren. Ich sehe ein 16-jähriges Mädchen mit Asperger die ganze Umweltpolitik in Aufruhr bringen. Ich sehe ganze Schulklassen gegen Waffengewalt protestieren. Eine Generation, die Rückgrat hat, obwohl sie die Sorgen der ganzen Welt auf dem Rücken trägt.


Worauf ich hinaus will:

Ich bin stolz auf die Generation Z und ich kann es kaum erwarten, Zeugin davon zu werden, was sie noch so alles aushecken werden. Und vielleicht werden Sie jetzt verächtlich mit der Zunge schnalzen, und sagen, ja logisch, du gehörst ja quasi zu der Generation dazu, die eigene Generation mag man immer, «huara Bschiss». Und natürlich fühle ich für die jungen, natürlich verstehe ich sie, schliesslich sind Generationsübergänge fliessend und noch hat man keine klare Linie zwischen Y und Z festgelegt, irgendwo um 1995, vielleicht, sagen die Forscher. Und so können, dürfen, ja müssen Sie sich dann schon fragen, liebe*r Leser*in: Bin ich denn tatsächlich der letzte Millenial? Oder vielleicht schon die Übermutter von Generation Z?

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