Der Traum vom eigenen Buch
Bild/Illu/Video: Caroline Stäger-Oettli

Der Traum vom eigenen Buch

Da sind Ideen. Da ist Inspiration. Und da brennt ein riesiges Feuer dafür, Hunderte von Zeichen auf Papier zu bringen. In der Hoffnung, irgendwann mal andere Menschen damit zu erreichen und zu berühren.


Der Weg ist das Ziel

Zuerst einmal war das Ende da. Und dann der Anfang. So fehlte nur noch das Zwischenstück. Der Verlauf der Geschichte. Meine Aufgabe war es, den Anfang bis zum Schluss zu bringen. Ideen waren ja da. Genügend. Die Protagonisten tauchten fast wie von selbst auf und flüsterten mir ihre Erlebnisse ins Ohr, die ich nur noch auf Papier zu bringen hatte. Hach, ich liebte es, in ihr Erleben einzutauchen, mich voll hineinzugeben und mitzufühlen. Es entstand ein ähnliches Gefühl von Leidenschaft, wie wenn ich ein Buch lese. Dieses Nicht-mehr-aufhören-können. Das Lechzen danach, weiterzumachen. Mit dem Unterschied, dass ich das Ende bereits wusste und der Weg zum Ziel noch ein wesentlicherer Bestandteil war.


Loslassen und durchatmen

Und was war dann eigentlich die Herausforderung? Ach, da waren genügende. Und nicht einmal unbedingt Schreibblockaden. Die sind nichts anderes für mich als ein Hinweis darauf, dass ich mich wieder zu fest verkopft habe und zurück ins Gefühl kommen darf. Also, die Geschichte für einen Moment loslassen, durchatmen und dann weitermachen, wenn es wieder fliesst. Eine wirkliche Challenge war für mich, den roten Faden nicht zu verlieren. Die Protagonisten nicht in Fluten von Informationen zu versticken. Nichts zu versprechen, was dann nicht erfüllt werden konnte. Und dem Leser nicht zu befehlen, was er zu fühlen oder zu denken hat. Aber dann! Dann kam die wirklich grosse Aufgabe. Und zwar: Mein Baby loszulassen.


Sonst wird das nix

Bis zu diesem Zeitpunkt schrieb ich ja nur journalistische Texte und Kurztexte. Und die können ja kurz durchgelesen werden. Immer und immer wieder, bis man ganz zufrieden ist damit. Mach das mal mit einem Buch! Da gibt’s kein Ende. Da gibt es kein Gefühl wie «So! Jetzt ist es fertig.» Da gibt’s nur den Moment, wo man mutig den Punkt setzen und das Baby weitergeben muss. Sonst wird das nix mit dem eigenen Buch im Büchergestell.


Nicht nur für den Applaus

Und wer mich kennt, der weiss: Dabei habe ich es nicht belasse. Meine Welt kreiert jede Menge an Ideen. Da pick ich mir jeweils die Rosinen raus. Diesmal war es diese, meinem ersten Roman noch Gesichter zu geben, die Protagonisten sichtbar, die Emotionen auf die Bühne zu bringen. Das war der Start für die Szenische Lesung zum Buch «Sie liebt». Na, wie viele Hürden da zu überwinden waren und sind: Das ist ein eigenes Kapitel. Dass ich mich aber von nichts aufhalten liess und bei jeder Herausforderung wusste, dass es weitergehen wird, genau das hat mir noch weiteren Antrieb gegeben. Und überhaupt: Sich seine Träume zu erfüllen, ist nicht nur einfach. Da dürfen auch vermeintlich unlösbare Aufgaben gemeistert und dadurch das Vertrauen gestärkt werden. Da darf man auch mutig sein. Schliesslich wollen wir unseren Träumen doch zumindest eine Chance geben! Oder auch mehrere. Also ich tu‘s! Und zwar nicht nur für den Applaus von aussen. Sondern in erster Linie, um mein inneres Feuer brennen zu lassen.


Szenische Lesung SIE LIEBT:

19.09.2019 20:00 Uhr PREMIERE Loucy Chur

04.10.2019 20:00 Uhr alte Bahnhofunterführung Chur (Schuler Bücher)

01.11.2019 19:00 Uhr Hotel Grischa, Davos (inklusive 2-Gang-Menu)

04.01.2020 20:00 Uhr Parterre One, Basel

29.02.2020 20:00 Uhr Restaurant Rössli, Rothrist


Tickets sind hier erhältlich.


Das Interview mit Karin Hobi-Pertl zur szenischen Lesung findet ihr hier.

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