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Die Bedeutung der Freundschaft
Bild/Illu/Video: Lucas J. Fritz

Die Bedeutung der Freundschaft

Zuerst muss ich definieren, was genau ich unter Freundschaft, Familie und dem Glauben verstehe. Freundschaft bedeutet für mich einmal fremde Menschen kennenzulernen, ihre Seele zu verstehen und Zeit miteinander zu verbringen. Ein Freund ist ein Seelenverwandter, ein Gleichdenkender oder jemand, mit dem man die Zeit geniessen kann. Unter Familie verstehe ich die Menschen, die uns aufgezogen und die Grundlagen des Lebens gelehrt haben. Das muss nicht unbedingt unsere biologische Mutter oder Vater sein, Familie können alle Menschen sein, welche wir seit Geburt kennen und mit denen wir viel Zeit verbringen. Den Glauben definiere ich so: Die meisten Menschen glauben an etwas. Sie glauben teils an ein höheres Wesen, ein Leben nach dem Tod oder der Vergebung der Sünden. Mit der Familie in der wir aufwachsen, wird uns meist ein Glauben mitgegeben an den viele Menschen ein Leben lang glauben, oder einen wahrhaftigen Glauben aus erstmaligen Unglauben oder aus der Rebellion gegen den vorgelebten Glauben der Familie entwickeln.

Freundschaft ist nicht wie die Familie, die immer für uns da ist, und im Blute mit uns verbunden ist. Auch ist Freundschaft nicht wie der Glaube. Der Glaube wird einem meist von Kindsalter auf mit auf den Lebensweg gegeben. Manche entwickeln einen Glauben auf ihrem Weg, doch die meisten wurden dazu erzogen an eine höhere Macht zu glauben. Freundschaft dagegen, ist eine freiwillig eingegangene Beziehung zwischen zwei Individuen. Eine Freundschaft zwischen Menschen oder zwischen Tier und Mensch, wie beispielsweise mit Hunden oder Katzen. Aber auch ein Hamster oder ein Elefant kann unser Freund werden. Die Freundschaft ist die wichtigste Beziehung, wenn wir mit unserem Glauben hadern oder es Streit in der Familie gibt. Die Familie können wir uns nicht aussuchen. Sie ist einfach da. Wir können sie entweder akzeptieren wie sie ist, oder uns von ihr entfernen. Doch Freunde sind frei wählbar. Niemand zwingt uns eine Freundschaft zu halten, wo gar keine mehr ist. Natürlich gilt das auch für die Familie. Ist die Familie gewaltätig zu uns oder versucht zu bestimmen, wie wir unser Leben zu führen haben, so liegt uns stets die Möglichkeit offen, mit ihr zu brechen.

Doch anders als bei der Freundschaft, werden wir häufig von anderen verurteilt, wenn wir keinen Kontakt mehr zu unserer Familie halten. Doch ist es wirklich eine Sünde, eine schlechte Tat, den gewalttätigen Vater zu meiden? Ist es wirklich schlimm die Familie zu verlassen, wenn sie uns nichts Gutes wünscht? Wir können unsere Familie nicht verlassen, da wir im Blut mit ihr verbunden sind. Verlassen wir sie, so wird sie uns in Gedanken immer verfolgen, da wir seit Anbeginn unserer Zeit mit ihr verbunden sind. Auch wenn wir unsere Familie verlassen, können wir sie trotzdem in unserem Herzen überallhin mit uns tragen - im positiven wie auch negativen Sinn.

Wenn eine Freundschaft entsteht, ist das etwas Wunderbares. Treffen wir jemanden, der uns gleicht, den wir mögen, und dessen Anwesenheit uns erfreut, so finden wir Glück. Glück und Zufriedenheit, das sind doch die wesentlichsten Dinge in unserem Leben. Was wollen wir mehr, als gemeinsam mit Freunden einen Abend am Feuer verbringen, gemeinsam speisen und trinken, Geschichten erzählen und die Zeit miteinander zu geniessen. Freunde bereichern unser Leben. In den schwierigen Zeiten unseres Lebens können wir auf ihre Unterstützung zählen, so wie auch sie stets auf unsere Unterstützung zählen können. Zeit zu verbringen mit jemandem, der uns versteht, unsere Gedanken und Gefühle akzeptiert wie sie sind und uns hilft, wenn es uns schlecht geht.

Manchmal jedoch geschieht es, dass sich beste Freunde aus den Augen verlieren. Plötzlich verbringt man nicht mehr so viel Zeit miteinander wie früher, plötzlich denkt man nicht mehr so viel an den anderen und schon ist es geschehen, dass Jahre verstreichen. Es ist traurig, wenn sich einstmals gute Freunde nicht mehr sehen und sich nicht mehr umeinander kümmern. Noch trauriger ist es, wenn Freunde im Streit auseinandergehen und nie mehr zusammenfinden. Doch es ist immer wie es sein muss. Manche Dinge sind unausweichlich. Manches können wir nicht mehr ändern, nur akzeptieren wie sie sind. Umso schöner ist es, wenn alte Freunde nach langer Zeit wieder zueinander finden, ihre Freundschaft wieder aufblühen lassen, als würden sie sich noch nicht lange kennen und sich dabei gegenseitig, sowie sich selbst neu kennenlernen.

Wie alle habe auch ich Freunde im Streit verloren, Freundschaften nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt und wurde damit bestraft, dass ich manches auf immer bereuen werde. Diese Reue lässt es mich akzeptieren, dass es so sein muss. Die Reue zeigt mir, dass ich achtgeben muss zu den Leuten, die mir wichtig sind, und dass ich mich um sie kümmern muss. Ich möchte mir nicht am Ende meines Lebens eingestehen müssen, keinen wirklichen Freund gehabt und nicht gelebt zu haben. Darum verlasse ich jetzt meinen Schreibtisch, lasse alles liegen und verbringe Zeit mit meinen besten Freunden.

Ein Hoch auf die Freundschaft.

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