Die Kunst des Schreibens
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Die Kunst des Schreibens

Hemingway, Hesse, Böll, Saint-Exupéry, Lindgren, Coehlo, Joyce oder Tolstoi gehören meiner Ansicht nach zu den wichtigsten Schriftstellern der Literatur. Ebenso natürlich Shakespeare, Defoe sowie Nietzsche. Zu erreichen, was sie erreicht haben, etwas Gleichwertiges zu erschaffen bedarf der Widmung eines ganzen Lebens oder mehr. Ich bewundere alle, die mit Wörtern derart umgehen können, als ob sie mir direkt in die Seele sähen. Das Schreiben ist für mich seit jeher eine grosse Kunst und seitdem ich selbst damit begonnen habe, erfüllt es mich wie nichts anderes.


Wenn ich nur schon einen oder zwei Tage am Stück nichts schreibe, fühle ich mich unzufrieden. Schreiben ist für mich ein Ventil sowie gleichzeitig eine Chance etwas in der Welt zum Besseren zu verändern.


Das Schreiben ist für mich zur Bestimmung und ebenso zur Sucht geworden. Ich kann nicht mehr ohne. Das Papier ist eine Art Erweiterung meiner Gedanken geworden. Fällt mir ein tiefgründiger Spruch ein oder möchte ich mich zu etwas äussern, so tue ich dies von Hand auf Papier. Bin ich damit fertig, lese ich es mir selbst laut vor und schätze ein, ob es Verbesserungsbedarf benötigt. Manchmal bin ich mir derart unsicher, ob mir diese oder jene Geschichte gelungen ist, dass ich auf Zweitmeinungen höre. Seit ich schreibe sind meine Geschenke zu Weihnachten oder Geburtstagen weniger materiell. Die Geschenke werden mehr und mehr zu Geschichten oder philosophischen Gedanken, zu Papier gebracht und verschenkt.


An etwas selbst Gemachten hat die Tante oder der Grossvater eine länger anhaltende Freude als an einem schnell eingekauften Geschenk.


Das Schreiben ist eine Kunst, weil nur die richtige Wortwahl und deren Zusammensetzung bestimmen, ob der Leser das Geschriebene mag oder eben nicht mag. Die vielen Stilmittel verbessern das Geschriebene. Metaphern, Anaphern (welche mir persönlich sehr gut gefallen), Vergleiche oder die Hyperbel um wenige Beispiele zu nennen. Doch worüber man schreiben möchte, und was für einen Einfluss das Geschriebene auf die Köpfe anderer hat, bestimmen nicht die Stilmittel. Der Inhalt des Geschriebenen steht an oberster Stelle. Alles andere macht es bloss besser oder schlechter.

Zu lesen und zu schreiben kann die Seele eines Menschen erfüllen.


Die Kunst des Schreibens kann zum Lebensinhalt werden. Jedoch kann diese Kunst ebenso zur ungebändigten Sucht mutieren. Sich hie und da eine Pause von der Kunst zu genehmigen, schadet der Qualität des Geschriebenen kaum. Vielleicht würde diese Fastenzeit die Qualität der Kunst sogar in die Höhe treiben. Eine Weile nicht zu schreiben ist wie ein Fass mit Wasser zu füllen und es dann nicht mehr zu beachten. Irgendwann überläuft das Fass. Dann ist der Moment gekommen, um wieder zu schreiben.

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