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Die Menstruationstasse - Da lacht die Umwelt erneut
Bild/Illu/Video: Milena Rominger

Die Menstruationstasse - Da lacht die Umwelt erneut

Eine Rechnung:

Die durchschnittliche Menstruation einer Frau dauert 3 bis 7 Tage. Nehmen wir die Mitte, also 5 Tage. Eine Packung Tampons enthält 32 umweltfeindliche Exemplare. Eine Packung davon kostet zwischen 4.45 Fr. und 7.70 Fr., je nachdem wo und welche Marke man einkauft. Nehmen wir also wieder die Mitte, und zwar 6 Franken. An diesen roten Tagen verbraucht die Durchschnitts Frau 4 Tampons am Tag. Die eine mehr, die andere weniger.


Also wären wir bei 20 Tampons pro Menstruation. Da diese Rechnung eher hoch gegriffen ist, und die Tage nicht ständig gleich stark sind, zähle ich einfach mal noch 5 Tampons ab, ergibt 15 Tampons in einer Menstruation.


So reicht mir eine Packung Tampons durchschnittlich ein bisschen mehr als zwei Monate lang. Jährlich brauche ich also mindestens 6 Packungen Tampons à 6 Franken. Ergibt einen Betrag von 36 Franken und 192 Tampons im Jahr! Die Binden sind hier noch nicht dazugerechnet!


Kommen wir zur Menstruationstasse. Unglaublich aber wahr, die Tasse wurde schon 1937 von der Amerikanerin Leona Chalmers erfunden. Leider war sie lange erfolglos, da die Menstruation ein Tabuthema war und immer noch ein bisschen ist. Die Menstruationstasse gibt es aus natürlichem Latex und Silikon. Wobei ich vermute, dass medizinisches Silikon heutzutage gängiger ist.

Frau braucht also nur eine Tasse und kann dieselbe mindestens zwei bis fünf Jahre lang benutzen!


So eine Tasse kostet zwischen 29 Fr. und 69 Fr. und es gibt sie in verschiedenen Grössen, Farben und Formen. Sogar für Gebärmuttersenkungen gibt es eine Spezielle.


Welche Frau gibt also lieber das sechsfache an Geld in fünf Jahren für Hygieneartikel aus, als dass sie einiges an Geld, Abfall und Gewässerverschmutzung einspart? Die meisten Tampons landen nämlich immer noch in der Toilette. Oder man nimmt sich zum einen noch zusätzlich einen Plastikbeutel aus dem Halter in der öffentlichen Toilette, um die Müllberge noch zu verdichten. Kann man ja machen. Bestimmt gibt es auch Frauen in der Minderheit -da bin ich mir sicher- die Silikon nicht vertragen, oder sich einfach ihr abgesondertes Sekret nicht anschauen können, wollen, oder wie auch immer.


Muss Frau aber auch gar nicht. Denn die Silikontasse wird zusammengelegt und eingeführt, wo sie eine Art Vakuum an Ort und Stelle hält. Dann sammelt die Tasse das Blut und kann bis zu 12 Stunden (!!!) da drin gelassen werden. Wer eine stärkere Menstruation hat, leert die Tasse natürlich vor dem Überlaufen schon mal. Das Blut wird in die Toilette gekippt, die Tasse kann, muss aber nicht, ausgewaschen werden und danach wird sie wieder eingeführt. Ist die rote Tante dann endlich wieder über alle Berge, wird die Tasse gründlich mit Seife gewaschen und ausgekocht. Für den nächsten Einsatz bereit.


Die meisten Cups bekommt man sogar mit Stoffsäckchen oder sonst einer kleinen Aufbewahrungsbox, die wiederverwendbar ist. Natürlich.  

Wenn ich mich in meinem Freundinnenkreis so umhöre, dann sind die Menstruationstassen schon gut vertreten, was ich toll finde. Jedoch gibt es leider immer noch viele Frauen, die das Produkt nicht kennen oder nicht kennenlernen wollen.

Heutzutage ist Feingefühl der Umwelt gegenüber gefragt und meiner Meinung nach dürfen alte Gewohnheiten überfragt werden. Es sind die kleinen Dinge, die eine grosse Wirkung auf unserer Erde bezwecken.


Niemand von uns ist wahrscheinlich durch und durch ein perfekter Mensch ohne CO2 Ausstoss und Zero Waste, auch ich nicht. Aber ich finde, die Tasse ist es mehr als Wert und hat einen guten Ruf verdient. Und wer nicht auf Binden verzichten will…diese gibt es auch in wiederverwendbarer Stoff Form.

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