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Die Schwerkraft des Lebens
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Die Schwerkraft des Lebens

Sei es der Verlust der Arbeitsstelle, eine Niederlage vor einem selbst gesetzten Ziel oder das Ende einer Beziehung - dies alles tut auf seine jeweils ganz eigene Art weh, wenn es sich unvorhergesehen ereignet. Es schmerzt auch sonst, ebenso wenn es vorhersehbar war, dann ist die Leidenszeit vielleicht sogar noch länger, aber nicht so intensiv. Die Schwerkraft des Lebens ist das, was du fühlst, wenn du ohne Hoffnung bist. Die Kraft zieht dich in einen dunklen Schlund hinein, versucht dich aufzusaugen, nimmt dir die Freude am Leben, macht dich leblos und lieblos.


Hat die Schwerkraft des Lebens dich erfasst, erscheint die Lebenslage endgültig, doch der kleinste Funken Hoffnung kann dich retten. Wie es so schön heisst, die Hoffnung stirbt zuletzt, denn dein Glanz, dein Leben und Sein stirbt erst im Angesicht völliger Hoffnungslosigkeit. Wie schafft man es nicht die Hoffnung zu verlieren an das Leben? Wie bleibt man am Leben, wenn es nichts mehr gibt, wofür es sich zu leben lohnt? Wie wird das Leben wieder lebenswert?


Sind es Pläne und Ziele, Gedanken an vergangenes und künftiges, die dich am Leben erhalten? Ist es Verantwortung anderen Menschen gegenüber? Verantwortung gegenüber Kindern, Eltern, Freunden und Geliebten? Kann dir die Liebe deines Gegenübers dir Hoffnung geben? Wie entzündest du deine Hoffnung von neuem? Wofür und warum lebst du? Ich denke die Frage nach dem Sinn dieses Zirkuses ist zentral. Das Leben, dieses elende Affentheater, dieses scheinbar sinnlose Sein, weshalb nur wurde uns die Bürde der menschlichen Form auferlegt?


Die Hoffnung auf Besserung der Lebensumstände entzieht dich der Schwerkraft, macht dich federleicht, fliegend, freudig und lachend. Wie entzündest du den letzten Funken Hoffnung? Auf jeden Fall nicht mit einem Streichholz – oder doch? Was soll dich am Leben halten? Wofür lohnt es sich zu sein? Findest du nichts, so musst du sterben. Bedenke, erst der Tod macht das Leben spannend. Erst wenn das Leben in der Endgültigkeit des Todes mündet, erwacht deine Hoffnung, dein Glanz und Lebenselixier von neuem. Manchmal musst du dich fallenlassen, um emporgehoben werden zu können.  


Lege deine Hoffnung ins Sein, denn tun und haben kannst du nach dem Tod nicht mehr. Nicht mehr in dieser Form wirst du sein, nicht mehr tun und haben können, wie in diesem Leben. Nach dem Tod, so glaube ich, zählt nur das Sein, so wie es auch hier, in diesem Leben ebenso nur das Sein sein sollte, was zählt. Was sollst du tun, im Angesicht totaler Hoffnungslosigkeit? Weiterleben ohne Sinn und Zweck, bis irgendetwas, vielleicht etwas total Unerwartetes dir neue Hoffnung gibt. Disziplin in der Bewältigung des Lebens wahrt den Schein der Hoffnung im Äusseren, nicht aber im Inneren. Dort sollst du mit ganzer Kraft versuchen zu sein, wer du sein möchtest.


Bei allem was das Leben dir bietet und verwehrt, nimm es nicht zu ernst, denn erst die Freude am Spass gibt dem Leben seinen Wert.

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