«Die Seele braucht Kunst»
Bild/Illu/Video: Ralph Dietsche

«Die Seele braucht Kunst»

Hoch über den Dächern von Widnau mit wunderbarem Weitblick ins Grüne und in den Alpstein wohnt und arbeitet Eleisa Rohner. Seit rund 20 Jahren. Das Malen als Ausdrucksform hat Eleisa Rohner vor etwa 50 Jahren entdeckt. In einer Zeit, die für sie herausfordernd war. Seither hat sich ihr Stil permanent entwickelt. «Einerseits was die Themen angeht, andererseits was die Technik betrifft», sagt die bekannte Rheintaler Künstlerin. Anfangs habe sie Paare gemalt, dann Frauen und mit der Zeit hat Eleisa Rohner den Zugang zur Natur gefunden. «Die Bilder sind immer auch ein Abbild der eigenen Lebensphase, in der man steckt. Früher dominierten andere Themen. Die Schönheiten der Natur entdeckte ich erst im Alter», gesteht Eleisa Rohner.


Umgebung prägt die Bilder

«Ich male alles so, wie ich es spüre», sagt Eleisa Rohner und lässt ihren Blick in die Weite schweifen. Farbige Bäume, Blumen, Stimmungen und leuchtende Christbäume. Eindrücke der nächsten Umgebung von Eleisa Rohner, die in den Bildern des Gravag-Kalenders 2021 zu finden sind. Dieser stellt die Gravag Energie AG im November Kunden und Partnern zu. «Unser Ziel ist es, mit dem jährlichen Geschenk unseren Kunden eine Freude zu bereiten, die Vielseitigkeit des Kunstschaffens in nächster Nähe zu präsentieren und damit auch Künstlerinnen und Künstler zu unterstützen», sagt Gravag-Geschäftsführer Roger Schneider. Die Originalbilder des Kalenders zieren zudem während einem ganzen Jahr die Büroräumlichkeiten der Gravag in St.Margrethen und kommen danach in den Fundus. Nebst farbigen Bäumen und Blumen prägt auch ein Bild vom Baggersee in Kriessern den Kalender. Für Eleisa Rohner ein besonderer Ort: «Wenn immer möglich gehe ich schwimmen. Dieses Jahr war ich besonders oft dort.» Eleisa Rohner ist trotz ihres fortgeschrittenen Alters fit und geistig hellwach: «Ich muss meine Kräfte einfach einteilen.» Sie lacht: «Dank der wunderbaren Umgebung kann ich auch noch malen, wenn ich meine Wohnung nicht mehr verlassen kann.» Nach einer kurzen Pause fügt sie an: «Ich hoffe natürlich, dass es nie soweit kommt.»


Positive Impulse sind geflossen

Die Auftragsarbeit – das Erstellen der 13 Kalenderbilder – hat Eleisa Rohner viel Freude bereitet. «Der Kunde brachte mir von Beginn weg sehr viel Sympathie und Wohlwollen entgegen. Dadurch sind positive Impulse und Energien geflossen», strahlt Eleisa Rohner. Gerade wenn die Chemie und Wertschätzung stimmen, gebe es immer etwas Gutes. Neu war für die Künstlerin, dass sie sich von Beginn weg ein Thema setzte und an diesem arbeitete: «Sonst male ich oft intuitiv. Dadurch kann etwas entstehen, das ich ursprünglich vielleicht gar nicht wollte.» Das Handwerk und die Malerei hat sich Eleisa Rohner als Autodidaktin angeeignet. Vertieft wurden die Erfahrungen mit verschiedenen Kursen und Auslandaufenthalten. Auf die Frage was sie unbedingt einmal noch malen möchte, meinte sie fast wie aus der Pistole geschossen: «Das absolute Superbild!» So ist eben Eleisa Rohner: Bescheiden trotz internationalem Erfolg und Werken, die einem das Herz öffnen und dieses berühren. Was wäre ein Raum ohne Kunst? Deshalb ist für die 84-Jährige Rheintalerin klar: «Die Seele braucht Kunst.» Werke, die stimmig, ästhetisch und harmonisch auf die Betrachtenden wirken: «Mein Ziel ist es, mit meinen Werken den Mitmenschen eine Freude zu bereiten. Dieses Ziel verfolgt sie auch mit ihrer nächsten Ausstellung im Stellwerk in Heerbrugg. Diese startet am 8. Oktober 2021. Dort werden nebst farbigen Bildern auch textile Arbeiten zu sehen sein. Denn die zweite Leidenschaft gehört dem Nähen. Die Zeit bis zur Ausstellungseröffnung können Eleisa-Rohner-Fans, nun mit dem Gravag-Kalender überbrücken.


Bildlegende: Eleisa Rohner in ihrem Atelier. Hier entstehen ihre Werke. So auch der Gravag-Kalender vom kommenden Jahr.

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