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DSdS Teil 12 – Anoroc: Was geht hier vor?
Bild/Illu/Video: Timothy Blackman II

DSdS Teil 12 – Anoroc: Was geht hier vor?

Die Angst verbreitet sich weltweit wie ein Lauffeuer und mancherorts entsteht sogar Panik. Anoroc sitzt wie gelähmt vor seinem Bildschirm und es schaudert ihn. Panik ist etwas vom Gefährlichsten für die Menschen, weil sie dadurch nicht mehr klar denken können und völlig unangemessene Massnahmen ergreifen. Damit bringen sie sich selbst in grosse Gefahr und genau das scheint nun zu geschehen: Gewisse Nationen fahren ihre ganze Wirtschaft bis aufs Nötigste herunter und stecken die Bevölkerung zu Hause in Quarantäne. Angeblich zum Schutz der Risikogruppen und um die Spitäler nicht zu überlasten. Anoroc ist fassungslos.


Die Schöne und das Biest

Anoroc wird von den Menschen als Sündenbock benutzt und aus seiner Fassungslosigkeit entsteht Wut: «Was um Himmels Willen geht in euch vor? Was redet ihr von Risikogruppen? Ältere und schwache oder kranke Menschen sind immer einem grösseren Risiko zu sterben ausgesetzt! Hört damit auf, mich dafür zu beschuldigen und vor allem hört damit auf, den Tod überlisten zu wollen! Lasst die Leute bitte sterben, wenn sie dazu bereit sind. Hört damit auf, wegzuschauen! Ihr könnt den Tod nicht besiegen! Ihr gottverlassenen Seelen! Es gibt verschiedenste Religionen und dennoch seid ihr unfähig, deren Antworten über das Leben anzunehmen und eure Angst vor dem Tod zu beseitigen. Ihr ungläubigen Heuchler! Es gab schon so viele Botschafter, die das Geheimnis des Lebens lüfteten und trotzdem lasst ihr euch seit Jahrtausenden von Religionen auf der Nase rumtanzen! Ihr glaubt immer noch an eure Schuld anstatt an eure Göttlichkeit! Wie mehr Antworten ihr kriegt, umso mehr Fragen stellt ihr euch. Ihr seid unfähig, euer Wissen anzuwenden und ihr seid unwillig, die Lösung in euch selbst zu suchen!» Anoroc rastet völlig aus und entwickelt sich zu einem Biest. Plötzlich geht seine Bürotür auf und Mutter Natur schlendert herein. Bei ihrem Anblick fällt Anoroc wieder zurück in seine Fassungslosigkeit. Sie trägt ein Bademantel und hat eine goldene Gesichtsmaske aufgetragen. Ein Stück Gurke steckt zwischen ihren Zähnen. Sie schauen einander verwundert an. «Was ist denn mit dir los?» fragen beide gleichzeitig. Mutter Natur ist über Anoroc‘s Ausraster informiert worden. Anoroc entschuldigt sich und erklärt die Situation: «Die Menschen reagieren völlig übertrieben und die Mission scheint den Bach runter zu gehen.» Mutter Natur schnappt sich einen Sessel und macht es sich neben Anoroc bequem.


Was geht hier vor?

«Bei allem Respekt liebe Mutter, ich weiss dir geht es endlich wieder einmal blendend und du hast dir diese Erholung verdient, aber machst du dir keine Sorgen um die Menschen?» fragt Anoroc. Mutter Natur legt sich zwei neue Gurkenscheiben auf ihre Augen und erwidert: «Ich wüsste nicht wieso ich mir Sorgen machen sollte. Schau doch bitte einmal ganz genau hin.» Anoroc ist verdutzt und wendet sich prüfend seiner Übersichtskarte auf dem Bildschirm zu. Er sieht fast nur rot gekennzeichnete Krisengebiete. Mutter Natur ist bereits eingeschlafen und anstatt ihr weitere Fragen zu stellen, nimmt er sich ein paar dieser Krisengebiete unter die Lupe. Da entdeckt er plötzlich einzelne, kleine, farbige Punkte inmitten der roten Flächen. Diese Farbkennzeichnung hat Anoroc noch nie zuvor gesehen. Wenn bei den Menschen das Upgrade erfolgreich durchgeführt worden ist, werden diese durch grüne Punkte dargestellt. Es erscheinen immer mehr grüne Punkte, was ihn etwas beruhigt, doch was bedeuten nun die farbigen Punkte? Sie verbreiten sich deutlich schneller als die grünen, doch Anoroc kann sich das nicht erklären. Er versucht vergeblich, weitere Informationen darüber ausfindig zu machen. Mutter Natur zuckt plötzlich zusammen und ist wieder hellwach.


Ruhe kehrt ein

«Anoroc, beruhige dich bitte, ich kann so nicht schlafen.» sagt sie ruhig, doch er findet keine Ruhe und das steht ihm ins Gesicht geschrieben. Mutter Natur merkt das natürlich und klärt ihn auf: «Die übertriebene Reaktion der Menschen steht in direktem Verhältnis zu ihrer Panik. Es ist dasselbe Prinzip wie bei der Angst, durch die sie in ihr «Kampf-oder-Flucht»-Verhalten geraten, das in der Steinzeit überlebenswichtig war. Bei Panik ist dieses Verhalten einfach noch viel intensiver und dem entsprechend werden noch extremere Massnahmen getroffen. Dummerweise ist dieses Verhalten in der heutigen Zeit gar nicht mehr zeitgemäss, doch es schlummert immer noch tief in ihrem Unterbewusstsein. Sie versuchen nur, sich selbst um jeden Preis zu schützen oder zu retten. Es ist immer dasselbe, einfach nun etwas extremer.»


«Das macht irgendwie schon Sinn, doch ist das nicht gefährlich für die Menschheit?» fragt Anoroc weiter. Mutter Natur legt sich zwei frische Gurkenscheiben auf ihre Augen, lehnt sich zurück und erzählt weiter: «Für gewisse Menschen schon, doch diese Gefahr wird leider nur durch andere Menschen ausgelöst. Manche Regierungen benutzen die Quarantäne, um ihre Macht beweisen zu können und mehr Kontrolle über ihr Volk zu erhalten. Die Medien sind ein sehr nützliches Werkzeug dafür und irgendjemand verschafft sich so immer einen Vorteil. Für Menschen in Quarantäne bietet sich aber auch die grosse Chance, sich mit den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu befassen. Natürlich wird diese Chance nur von eher wenigen genutzt, doch sie besteht. Auch bei der Entschleunigung der gesamten Wirtschaft steckt ein grosses Potenzial dahinter. Für mich ist es ein Segen und vielen Menschen wird das die Augen öffnen. Sie werden den Schaden erkennen, den sie angerichtet haben und das wird vieles verändern. Mir ist bewusst, dass viele Menschen um ihre Existenz bedroht sind und grosses Leid entsteht, doch das ist nun einmal der Preis, den sie für ihr Verhalten bezahlen.»


Das Unerwartete

«Nimm ihr Verhalten bitte nicht persönlich, Anoroc. Sie benutzen dich jetzt als Sündenbock, so wie du sie damals auch als solches benutzt hast in deiner Misere. Du kennst doch meine gute alte Tante Karma…» Anoroc steht verwirrt da: «Ja, ich kenne sie und schätze ihre Arbeit eigentlich sehr! Doch etwas verstehe ich immer noch nicht: Was bedeuten diese farbigen Punkte?» Mutter Natur schreckt so ruckartig hoch, dass ihr beide Gurkenscheiben von den Augen fliegen und sie starrt ein paar Sekunden lang gebannt auf den Bildschirm. Ihre Augen werden immer grösser, sie hält sich ihre Hände vor den Mund und scheint zu erstarren.


Fortsetzung folgt…

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