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DSdS Teil 15 – Intensiv ohne Station
Bild/Illu/Video: Gaudenz Egger

DSdS Teil 15 – Intensiv ohne Station

Stellt euch also wieder vor, wie wir als Gesellschaft auf der Intensivstation im Wachkoma liegen und unfähig sind zu erkennen, was eigentlich abgeht. Im letzten Teil ging es um die Entscheidung, die jeder von uns zu treffen hat. Ob wir aufwachen möchten oder nicht, um diesen Grundsatzentscheid ging es, doch vielleicht ist das bereits entschieden worden.


Angst oder Liebe

Stellt euch weiter vor, wie diese Intensivstation jetzt von einem Computervirus befallen wird und alle Geräte lahmlegt. Bildschirme werden blank und die künstliche Beatmung liegt still. Mit all diesen schwindenden Abhängigkeiten schwindet auch unser Wachkoma und wir sind wieder bei vollem Bewusstsein, zumindest im medizinischen Sinn. Wir sind geweckt worden, von einem kleinen, unscheinbaren und unsichtbaren Virus. Natürlich erkennen wir den Segen dieser Situation noch nicht, weil wir wegen dem ausgeschalteten Beatmungsgerät in Panik sind. Die Frage ist also nicht mehr, ob wir aufwachen möchten oder nicht, sondern wie wir jetzt mit dieser misslichen Situation umgehen möchten. Auch dazu gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Angst oder Liebe. Lassen wir uns von der Angst leiten und ersticken daran oder wenden wir uns der Liebe zu und fangen wieder an selbst zu atmen?


Der freie Wille

Wir alle müssen uns für eine Seite entscheiden und diesen Entscheid fällen wir tagtäglich, meistens unbewusst. Alle unserer Taten basieren entweder auf Angst oder auf Liebe, auch wenn es oft schwierig sein kann, den Unterschied zu erkennen. Bevor es überhaupt bewusst zum Entscheid führt, kommt noch unser höchstes Gut zum Zug: Unser freie Wille! Wir dürfen alle und immer zuerst entscheiden, ob wir uns überhaupt entscheiden wollen. In jeder noch so verschissenen Lage haben wir immer verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist immer, ob wir diese Möglichkeiten wahrnehmen wollen oder nicht. All diese Entscheidungen und die Wahl ob wir uns selbst und bewusst entscheiden wollen beruht auf Eigenverantwortung.


Eierlose Gesellschaft

Wollen wir die Zügel selbst in die Hände nehmen? Wollen wir unser Leben selbst gestalten? Wollen wir herausfinden, wo unsere Grenzen wirklich liegen? Oder lassen wir uns aus Angst und Bequemlichkeit vom System weiter beschneiden und kastrieren? Wir sind eine eierlose Gesellschaft und haben Angst, dass man uns alles andere auch noch nehmen könnte. In Bildern gesprochen hätte eine eierlose Gesellschaft den positiven Vorteil, dass sie sich nicht fortpflanzen könnte. Aber das ist ja nur ein Sinnbild und glücklicherweise funktioniert unsere Fortpflanzung weiterhin. Die Frage ist nur, was wir unseren nächsten Generationen vorleben wollen und wie wir unseren Einfluss als Gesellschaft nutzen können.


Die Scheinwelt zerfällt

Entscheidungen hin oder her, ich wage noch den Blick in eine mögliche Zukunft. Schon jetzt geraten gewisse Systeme ins Wanken und unsere ganze Schweinwelt zerfällt langsam aber sicher. Bevor sich diese gewohnten Systeme dann neu bilden können, wird es zuerst einmal eine gewisse Leere geben. Die Intensivstation löst sich auf, keine Station, nur noch intensiv.


Der freie Fall

Uns wird der Boden unter den Füssen weggezogen und wir können uns nirgends festhalten. Wir befinden uns im freien Fall, haltlos und in Panik vor dem harten Aufschlag am Boden. Doch wer hat uns denn gesagt, dass da unten ein Boden ist? Das ist eine Illusion in unseren Köpfen. Eine andere Illusion ist, dass wir uns haltlos fühlen. Im freien Fall ist man auch schwerelos! Wer es einmal erlebt hat, kennt das unbeschreibliche Gefühl von Freiheit im freien Fall. Das intensive an dieser Situation ist, diese Freiheit zu erkennen. Mit all dem Zerfall von alten Systemen entstehen unglaublich viele, neue Möglichkeiten auf allen Ebenen die bisher unvorstellbar waren. Und genau darin liegt die grosse Chance für alle, sich mehr entfalten zu können und ein Leben zu leben, wovon man bisher nicht einmal geträumt hat.


Intensiv ohne Station

Wir machen gerade eine sehr intensive Zeit durch wie es die Menschheit wahrscheinlich noch nie erlebt hat. Das alles geschieht weltweit und diese heutige, moderne Vernetzung kann nun zum Guten wie auch zum Schlechten genutzt werden. Es ist intensiv, sich mit all diesen Themen zu beschäftigen und deshalb möchte ich mich bei dir bedanken, dass du bereit dazu bist indem du meine Texte liest oder hörst. Es wird erst dann weniger intensiv, wenn man sich mit einer Herausforderung beschäftigt und den passenden Umgang damit findet. Wenn man sagt, was einem auf dem Herzen liegt, oder es zumindest aufschreibt. Wenn man sich nicht alles gefallen lässt und sich für sich selbst einsetzt. Für sein eigenes Wohlbefinden, weil dieses Wohlbefinden der ganzen Gesellschaft zu Gute kommt.

Und wenn du bei einer schwierigen Entscheidung nicht mehr weiter weisst, dann überlege dir, wie sich die Liebe in deiner Situation entscheiden würde?

Was würde die Liebe tun?

Alles Liebe!

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