Eine schöne neue Welt
Bild/Illu/Video: Yvonne Michel Conrad

Eine schöne neue Welt

Bald braucht es keine Jobs mehr, eventuell hat es auch keine mehr. Die Arbeitswelt wird sich in nächsten 20 Jahren rapide verändern. Es wird auch Zeit. (Ich hoffe auf meine Generation, die mit dem Y).


Eine Vermenschlichung der Kultur


Wieso fordern wir nicht eine vermenschlichte Wirtschaft, einen vermenschlichten Wohnungsmarkt, eine Schulzeit ohne Noten und Konkurrenz? Wieso kämpfen wir für traditionell männlich geprägte Ideen und Lebensentwürfe? Wieso kämpfen wir nicht für ein bedingungsloses Grundeinkommen und für die Besteuerung auf Produktionsmittel? Ohne Systemkritik passiert offensichtlich wenig. Die Politik scheitert zusehends. Der Frauenanteil ist zu gering, um etwas auszumachen und neue Ideen scheinen unangebracht, haben keinen Platz.


Wir müssen gemeinsam das System verwandeln. Eine neue Kultur des Zusammenlebens, des kollaborativen Wirtschaftens etablieren, gemeinsam gegen sozialpolitische Ungerechtkeiten einstehen. Gestalten wir zusammen eine neue Welt, eine schöne neue Welt!


Ich will keine Gleichstellung, ich will es besser machen und zwar anders!


Nicht alle hören das gerne, aber in einem kapitalistischen System ist es äusserst schwierig gleiche Chancen für alle Geschlechter und Lohngleichheit zu erreichen. Wir müssen den Weg zu einer natürlichen Wirtschaftsordnung einschlagen, die lokal stark ist und partizipativ funktioniert. Autonom. Selbstbestimmt. So wie früher auf der Allmend, wo Genossenschaften stark waren und noch subventionsfrei wirtschafteten. Auf der Alp gehts nur gemeinsam. Speziell in agrikulturellen Gesellschaften hatte die Frau eine grössere gesellschaftliche Verantwortung als in der hiesigen Demokratie. Darüber erzähle ich aber ein anderes Mal.


Bottom up


Wir müssen Feminismus von unten her organisieren. Studieren ist nicht für alle das non plus ultra. Auch wenn Frauen, die studiert haben tendenziell nicht von Armut betroffen sind, ist es nicht die Lösung für unsere allgegenwärtigen Probleme. Wir müssen dafür einstehen, dass speziell Mütter durch die Geburt ihrer Kinder nicht in die Armutsfalle tappen. Die meisten Frauen, die arm sind, sind alleinerziehend oder pensioniert. Verschiedene Lebensentwürfe stehen für eine funktionierende Demokratie. Dafür braucht es eine Veränderungen im System. Wir verändern sonst gar nichts. Eine antinatalistische Stimmung ist nicht förderlich. Für niemanden. Kinder sind nicht nur eine grosse Umweltbelastung. Sie sind unsere Zukunft.


Dini Mueter streikt am 14. Juni


Ich gehe am 14. Juni hauptsächlich als Mutter auf die Strasse. Ich will meinen Kindern die Möglichkeit bieten selbstbestimmt und angstfrei ihre Zukunft zu gestalten, unabhängig von ihrem Geschlecht. In einer Welt die ökologisch, sozial und freiheitlich (damit meine ich auch Freiheit vom System) denkt und allen Menschen die gleichen Rechte zuspricht (ja, auf dem ganzen Planeten) durch eine faire, natürliche und letzlich auch eine emanzipierte Wirtschaft, die für alle Früchte bringt : und das alles aus Liebe!


Auszug aus dem Feministischen Manifest für die 99 Prozent


Der Feminismus für die 99 Prozent ist die antikapitalistische Alternative zu dem liberalen Feminismus, der in den vergangenen Jahrzehnten in unserer Welt hegemonial geworden ist. Unter liberalem Feminismus versteht man einen Feminismus, der sich auf Freiheiten und auf formale Gleichheit konzentriert, ein Feminismus, der die Ungleichheit der Geschlechter bekämpft. Mehrheitlich mit Mitteln, die nur den Frauen der Elite nützt. Dieser Feminismus erstrebt Geschlechtergleichheit innerhalb einer spezifischen Klasse – der privilegierten – und lässt die große Mehrheit der Frauen aussen vor.


Der Feminismus für die 99 Prozent ist die Alternative zum liberalen Feminismus, denn er ist offen antikapitalistisch und antirassistisch: Er trennt nicht die formale Gleichheit und Emanzipation von der Notwendigkeit, die Gesellschaft und die gesellschaftlichen Beziehungen in ihrer Gesamtheit zu verändern und die Ausbeutung der Arbeit, die Ausplünderung der Natur, Rassismus, Krieg und Imperialismus zu überwinden und ist bestrebt gesellschaftliche und politische Allianzen mit allen Bewegungen zu bilden, die für eine bessere Welt und für die 99 Prozent kämpfen.


Solidarität als Fundament


Das alles steht und fällt mit der Solidarität unter Frauen als grundlegende Notwendigkeit um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Wir sind erst frei, wenn jede von uns es ist!

Solidarität!


Yvonne Michel Conrad


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