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Bild/Illu/Video: zVg.

Eine warme Mahlzeit für 20 Kinder

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Verein für hungernde Menschen in Zimbabwe zu gründen?
Gründer des Vereins sind Marcell Govono und ich selbst. Marcell ist Simbabwe geboren und ich habe einen engen Bezug zum Land, weil mein Partner dort aufgewachsen ist und wir regelmässig seine Familie besuchen. Wir haben in Simbabwe einen grossen Bekanntenkreis und kennen zuverlässige Kontakte, welche es benötigt, um unsere Ideen und Projekte in Realität umzusetzen.  Wir wissen aus eigner Erfahrung, mit welchen Herausforderungen die Menschen in Simbabwe täglich zu kämpfen haben. Wenn man erstmal im Land war und sieht wie gross die Armut ist, sowie wie sehr die Menschen politisch unterdrückt werden, ist es schwer wieder wegzusehen. Auch gibt es im Vergleich eher wenige Organisationen, welche sich in Simbabwe engagieren.


Wie funktioniert ihr Verein? Wer kann beitreten? Was macht der Beigetretene? Wo kann man beitreten?
In unserem Verein kann Mitglied werden, wer unseren Zweck gutheisst und etwas zu unserem Ziel beitragen will. Wir bestehen aus Aktiv- und Passivmitglieder. Passivmitglieder zahlen jährlich den Mitgliederbeitrag, welcher direkt unsere Projekte unterstützt. Sie werden regelmässig über aktuelle Events und Projekte informiert und werden zur Generalversammlung eingeladen, wo sie auch Stimmrecht haben. Aktivmitglieder sind Mitglieder, welche unsere Projekte aktiv unterstützen und bei der Organisation fleissig mithelfen. Mitglied kann man werden, indem man uns direkt anschreibt. Unsere Website ist momentan noch in Arbeit, auf Instagram sind aber unter dem User «therudoassociation» aktiv und berichten dort auch über unsere Projekte.


Sie haben davon berichtet, dass ihr aktuelles Projekt «Food Aid Operations» sich darauf konzentriert, 20 Kindern täglich eine warme Mahlzeit zu ermöglichen. Wie geht das von statten? Wie kommt die warme Mahlzeit zu den Kindern?
In Mbare, ein von Armut sehr stark betroffener Vorort der Hauptstadt Harare, kocht eines unsere Teammitglieder - Chenai Tizora - täglich bei ihr zu Hause für hungernde Kinder aus der Nachbarschaft. Unsere Ressourcen reichen im Moment für 20 Kinder. Es ist eine Herausforderung diese Kinder auszusuchen, beziehungsweise zu beurteilen welchen Kindern wir helfen, denn es gibt so viele, welche dringend Hilfe benötigen. Unser Team in Mbare besucht und interviewt dafür die Eltern der Kinder, um einzuschätzen wie dringend das Kind Hilfe benötigt. Die Lebensmittel kaufen wir mit unseren Spendengeldern ein. Wir erhoffen uns natürlich, zukünftig noch mehr Kindern helfen zu können.


Was braucht euer Verein um erfolgreich zu sein?
Um erfolgreich zu sein, ist für uns Transparenz gegenüber unseren Mitgliedern und Spendern, sowie Vertrauenswürdigkeit sehr wichtig! Wir sind auf vertrauenswürdige Kontakte in Simbabwe angewiesen und legen grossen Wert darauf, dass alles korrekt abläuft. Eine vollständige Buchhaltung und Dokumentation unserer Projekte sind selbstverständlich. Um weiterhin erfolgreich zu sein und um etwas bewegen zu können, brauchen wir natürlich finanzielle Unterstützung, sowie Publicity.

Was ist euer Ziel?
Ziel ist es etwas gegen Hunger, Armut und soziale Benachteiligung in Simbabwe zu unternehmen.  Wir wollen längerfristig die Lebensqualität der Bevölkerung fördern und etwas bewirken, indem wir zur Verbesserung der Lebensbedingungen beitragen.
Wir wollen aber auch Bewusstsein über die aktuelle Lage in Zimbabwe verbreiten. Sehr viele wissen nicht über die aktuell sehr prekäre Situation in Simbabwe Bescheid und es wird selten etwas darüber in den westlichen Medien berichtet.

Hier noch einige Beispiele zukünftiger Projekte, welche aktuell in der Planung sind:
- Spende von Masken und Desinfektionsmittel zur Bekämpfung des Coronavirus
- Spende von Hygieneartikel, vor allem für Frauen (z.B. Menstruationscups, Tampons und Binden)
- Eigener Onlineshop mit Merchandise, welche hier verkauft werden und die Erlöse daraus direkt an unsere Projekte gespendet werden
- Projekt für eine langfristige Transportmöglichkeit für die Bewohner des abgelegenen Dorfes «Village No. 9» in Kwekwe (z.B. Schulbus, welcher die Kinders des Dorfes in die nächstgelegene Schule bringen kann)

Ebenfalls ist Marcell Musiker und unter seinem Künstlernamen «Simbas’Ave» ist seine Musik auf allen Portalen wie Spotify, I-Tunes etc. verfügbar. Mit einem Teil seiner Musik machen wir ebenfalls auf die aktuelle Situation in Simbabwe aufmerksam und es finden jeweils auch Konzerte statt, wovon Teile des Erlöses an unsere Projekte gespendet werden.

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