5 CDC 13 Kino Chur 5 Kino Chur
Bild/Illu/Video: zVg.

«Es muss nicht immer alles überbaut werden.»

«HALLO CHUR.» heisst eure neue Ausstellung. Was erwartet das Publikum ab Freitag?

Wir besuchen unsere Kulturfreunde im «HALLO CHUR.», die mit ihrer Zwischennutzung direkt unter dem Bahnhof einen Möglichkeitsraum auf Zeit geschaffen haben. Wir zeigen Bilder und Kunstwerke, die uns mit Chur verbinden und mit denen wir das Gefühl von Daheimsein weitergeben möchten. Mit unseren Kunstwerken möchten wir zum Diskurs einladen.


Ihr setzt mit dieser Ausstellung auch ein Ausrufezeichen für urbane und lebendige Kulturräume in Chur. Herrscht da in Chur immer noch eine qulturelle Wüste oder hat sich die Situation in den vergangenen Jahren verbessert?

Gerne diskutieren wir mit Euch über die Zukunft unserer Stadt und setzen uns gemeinsam für weitere urbane und lebendige Kulturräume ein. Es sind die Schattenereignisse, es ist das Ungeplante und das Spontane, das eine Stadt ausmacht. Für diese Stadt setzen wir uns ein: mit Kunst und Kultur.


Was sind Beispiele für die von euch beschriebenen Schattenereignisse?

Schattenenreignisse sind spontan, inoffiziell und ungeplant. Das ist die urbane Stadt, die wir so schätzen und die wir erleben wollen. Eine urbane Stadt braucht Möglichkeitsräume, die für individuelle und gemeinschaftliche Erfahrungen, für den Austausch und für spontane Begegnungen für die Bevölkerung Platz bieten.


Ihr bespielt ein Lokal, dass «HALLO CHUR.» zwischennutzen darf. Ist das die Alternative in Zukunft?

Dieses Gebäude wird bald dem Backer weichen. Wir nutzen die letzte Gelegenheit für einen mögliche städtebauliche Diskussion und möchten darauf aufmerksam machen, dass nicht immer alles überbaut werden muss, sondern, dass die Bevölkerung Raum braucht, den sie selbst entwickeln und partizipativ mitgestalten kann. Dann macht man «Stadt», und wir machen mit.


Jeder sieht Chur ein wenig anders. Was bedeutet dir deine Heimatstadt?
Ich bin ein Stadtfan und hier zu Hause. Ich setze mich aktiv für diese Stadt ein und schätze mich glücklich, viele Menschen in meinem Umfeld zu haben, die das auch tun. Wir sind eine Community, eine mit gleichen Zielen und Wünschen. Uns verbindet Kunst und Kultur. Es ist auch schön, wenn man sich nicht immer erklären muss und man vom gleichen spricht. Wenn Lösungen logisch sind und folgerichtiges Denken ermöglichen, dann gefällt es mir am Besten.


Welchen neuen Blickwinkel hast du durch die Werke der anderen mitwirkenden Künstler auf Chur erhalten?

Wenn man mit einem offenen Künstlerauge durch die Strasse läuft, dann entdeckt man sehr viel mehr, auch sich selber. Bilder von anderen Menschen sehe ich auch als Blick in ihre Seele. Das interessiert mich am meisten.


Bildlegende v.l.n.r.:
Fabian Bane Florin, Yvonne Michel Conrad und Annatina Badrutt

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