Bild/Illu/Video: Markus Schädler

Familiäre Gemütlichkeit im Vordergrund

Selva Trübbach, Traube Azmoos – Ende August hatte ich darüber berichtet. Fünfzehn Gehminuten oder gerade mal fünf Autominuten: das Thema kurze Distanz zog sich durch den Vergleich dieser zwei Restaurants durch. Ähnlich ist es mit den heutigen beiden Häusern, die ich gerne besuche. Sie liegen wiederum wenige Autominuten von Trübbach entfernt. Mit dem Auto benötigt man zwischen den beiden Zielen von heute rund fünf Minuten, mit dem Velo zehn, zu Fuss ein halbes Stündchen.


«Im Frühling 2016 konnten wir das Grundstück und die Gebäude der alten Fischzuchtanstalt Heuwiese von der Ortsgemeinde Wartau im Baurecht erwerben. Da wir keine Pächter sind, sondern die neuen Heuwiesen-Besitzer, werden wir die drei Gebäude, welche zu dem Anwesen zählen, nach unseren Wünschen und Nutzungen umbauen und renovieren. Alles, was wir erwirtschaften, fliesst direkt wieder in die Renovationsarbeiten der Gebäude und den Unterhalt des Grundstücks. Wir sind mit viel Herzblut und Innovation bestrebt aus unserem Anwesen eine kleine Insel der besonderen Art zu kreieren und diese der Bevölkerung wieder zugänglich zu machen.»

Christa Bärtschi, Fotografin und Eventmanagerin, ist Geschäftsführerin der Treffpunkt Heuwiese GmbH, ebenso Ansprechperson, Köchin und Allrounderin Ihr zur Seite steht Bauführer und Planer Reto Langenegger.


Die Philosophie der beiden ist bei jedem Besuch in der Heuwiese Wartau spürbar. Beide arbeiten sehr gerne, verstehen es aber zugleich, auch das Leben zu geniessen,  den Gästen einen Platz für Ruhe und Entspannung zu bieten: «Wer bei uns Gast ist, soll sich Zeit nehmen und geniessen.» Wie die Reitergruppe, die vor kurzem im Hof der Heuwiese gemeinsam gemütlich Pizza um Pizza verspeisen durfte, während wir uns schon schwer entscheiden konnten, welche der fast zwanzig Zutaten nun denn auf eine Pizza sollten…  


Gorgonzola? Chilli con Carne? Nun, bitte selbst wählen, vom 25. bis 27. Oktober laden Christa und Reto nochmals zum Pizzaplausch!


Regionales im Vordergrund

Zwischendrin wird in den nächsten Wochen gejasst, Fondue in diversen Variationen genossen, ehe mit der Höwiesa Waldwiehnacht direkt vor den Feiertagen ein besonderer Höhepunkt gesetzt wird. Erwähnt werden muss, dass natürlich nicht nur bei Events Essen angeboten wird. Es gibt eine kleine, feine Karte und Tagesaktuelles. Mehr dazu jeweils auf der Homepage.


Christa Bärtschi sind folgende Grundsätze wichtig: «Gesunde Ernährung ohne auf Genuss zu verzichten, saisonale Produkte von den Bauern und anderen Produzenten in der Region frisch verwerten, neues Alltägliches ausprobieren, ohne kommerziell zu werden.»


Apropos Regio: Dazu natürlich mein Tipp: «Höwiesa-Bier», gebraut von Prinzenbräu im nahegelegenen Balzers. Richtig, viele Wirte haben «ihr eigenes Bier». In der Heuwiese wurde ich indes überrascht:  Prinzenbräu Monarch oder Weizen, Liechtensteiner Weiza, Alpagold, Alpen Pale Ale, Lime-Naturradler, letztere vom Brauhaus Schaan, dann aus Buchs Senn Adams, Sines Craft, Farmhouse Ale oder Doodeng!  Aus Sargans steuert die Manufaktur Föhrenbier Sirius und Windir bei. Letzteres ist ein Märzenbier, also gleich bezeichnet wie jenes von der Wartauer Seegal-Bräu! Was wohl besser schmeckt? Ich überlasse es meinen Leserinnen und Lesern, so wie diese nach dem «Bier-Test» das Autolenkrad bitte anderen überlassen. Denn das Ingwerbier und das Gauschla Weizenbier wollen sich ja auch noch dem Vergleich stellen…  Kurz: ich will hier keine Alkoholwerbung platzieren, sondern an diesem Beispiel deutlich aufzeigen, was gelebte Regionalität für Christa Bärtschi wirklich bedeutet

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Ab Mittwoch, 23. Oktober, ist die Heuwiese wieder geöffnet, bis Ende April mittwochs bis sonntags 9 bis 19 Uhr (Events natürlich mit open end). Danach beginnt wieder die Sommersaison.

Ich finde es übrigens toll, mit Saif Ahmed Khan (Selva) und Christa Bärtschi haben es zwei «Nicht-Wartauer» geschafft, sich in die Herzen und Mägen der Gäste zu kochen. Genauso wie die Balzner Markus Foser (Traube) und Sonja Gstöhl, die ich nun gerne vorstellen möchte. Und zwar beginnend mit meiner Bewertung aus TripAdvisor:


«Ins Plattiser Stübli «verirren» sich zahlreiche Besucher, weil «man sich dort trifft». Radfahrer kehren ein zwischen Sevelen und Trübbach, Liechtensteiner trinken bei ihren «Landsfrauen» schnell einen Kaffee, «man» trifft sich auf einen Schwatz, ein kurzes Gespräch, zwanzig Minuten Pause - oder auch mal länger. Sonja Gstöhl hat das Stübli im Griff, es gibt doch einiges zu tun, denn im Innern ist es grösser als man von aussen vermutet. Sogar mittelgrosse Gesellschaften finden Platz.»


Nun, etwas stimmt nicht mehr ganz an dieser Bewertung: Der beliebte Treffpunkt nennt sich jetzt «Sonjas Stübli». Richtig, denn sie ist es auch, die für alle Gäste ein nettes Wort findet. Und sie legt viel Wert auf persönliche Dekoration und natürlich auf die farbenprächtigen Bilder von ihrer Schwester, Lisel Bernegger-Gstöhl aus Sax.


Und Sonja ist sehr gerne Gastgeberin: Letzte Woche gab es einen Abend mit Degustation lokaler Käsesorten. Im Regelfall einmal im Monat wird gebruncht. Für mich ein guter Grund, auch mal am Samstagvormittag hinzugehen, selbst wenn jetzt erst im Dezember wieder ein Brunch aufgetischt werden wird! Ich verstehe Sonja allerdings gut: es läuft wirklich gut für sie auf der Schweizer Seite des Rheins, sie schliesst aber bewusst mittags und abends, wenn die Restaurants ihre Hauptzeiten haben. Sie will Treffpunkt sein und bleiben, nimmt gerne mal einen Verein, eine Gruppe, oft gibt’s es viel Spass auch mit Musik und Humor. Doch sie freut sich, wenn viele Menschen von beiden Rheinseiten einkehren. Wie ein bekannter ehemaliger Hotelier aus Schaan der «schnell vorbeischaut», auf ein Fleischkäsebrötchen, oder meine Frau und ich auf ein feines Stück Kuchen. Dafür öffnet sie von 8 bis 11:45 Uhr und 14 bis 17:30 Uhr (freitags «open end»). Am Samstag ab 11 Uhr geniesst sie ihr Wochenende.


Christa Bärtschi und Sonja Gstöhl verfolgen unterschiedliche Konzepte, sind sich aber eine einem einig: bei beiden ist der Gast sehr gerne gesehen, die Rast, die Pause, das Gespräch, das Geniessen stehen im Vordergrund, das Familiäre sorgt für beste Ambiance.

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