Fastenzeit – Konzentration auf das Wesentliche
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Fastenzeit – Konzentration auf das Wesentliche

Auch die Kirche konzentriert sich auf das Wesentliche. Das Halleluja ist verstummt. An vielen Orten werden die Altarbilder mit einfarbigen Stoffen oder mit besonderen Fastentüchern verhängt. Ein speziell wertvolles Zeugnis von der Tradition in Liechtenstein ist das Benderer Fastentuch von 1612.


Diese Idee ist von den Hilfswerken Misereor, Fastenopfer und Brot für alle in der Form von Hungertüchern wieder aufgenommen worden.

So sind in den letzten Jahren verschiedene eindrucksvolle Hungertücher entstanden, die zum Meditieren anregen und unsere Aufgaben in der Gesellschaft hinterfragen. Mensch, wo bist du? Ist die aktuelle Frage, in einer Zeit, in der die Welt zunehmend aus den Fugen gerät.


Die schweizerische Fastenopfer-Kampagne 2020 regt an zum Innehalten und zum solidarischen Handeln. Unter dem Slogan «Ich ernte, was ich säe – gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unserer Zukunft sichert» werden eindrückliche Projekte vorgestellt. In dieser Woche sind es Kleinbäuerinnen aus Peru, die lernten, wie Biokompost und Biodünger hergestellt wird und wie sie durch den Anbau von vielfältigen Gemüsesorten gesunder leben können.


Auf dem Fastenkalender-Blatt für dieses Wochenende steht der Psalm 124: «Unser Leben ist wie ein befreiter Vogel, das Netz ist zerrissen, und wir sind entkommen.» Wir sollen uns Zeit nehmen, unseren Sehnsüchten nach-zu-gehen. Und uns fragen: «Wo und mit wem bewegst du dich frei und ungezwungen? Wo und mit wem kannst du tief aufatmen? Und wer wird durch dich frei – materiell, geistig, körperlich, spirituell?» Von welchen Dingen können wir uns trennen?  - Es sind die Genügsamkeit und die Bescheidenheit, die glücklich machen, die uns Freiräume geben für Platz, Zeit und Geld für Wichtigeres wie gemeinsame Erlebnisse mit der Familie und im Freundeskreis, daheim und draussen in der Natur.


Diese Fragen und Anliegen passen meiner Meinung nach in die aktuelle, bedrohliche Situation, in der unsere Welt durch die Corona-Virus-Pandemie geraten ist. Täglich hören wir von neuen Erkrankungen, der damit verbundenen Quarantäne und den Reiseverboten. Täglich werden wir mit neuen einschneidenden Massnahmen konfrontiert, damit sich der Virus nicht noch mehr ausbreitet. Nutzen wir diese aussergewöhnlich schwierige Lage und die damit verbundenen, unfreiwillig verordneten Freiräume zur Entschleunigung und zur Konzentration auf das Wesentlich.    

Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche Ihnen heute und in der verbleibenden Zeit bis Ostern alles Gute, schaut gut zueinander und bleibt gesund.  

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