Feel free!
Bild/Illu/Video: Sandra Peters

Feel free!

Ich meine den Engel auf Erden am Nachmittag im TV schauen, die Schokolade aus dem Tresor meines Bruders (Ja, er hatte einen, wohlweisslich, obwohl mich nichts daran gehindert hat, den Code herauszubekommen) zu klauen und Grenzen zu überwinden, die mir im Weg standen, um mich ganz meiner Welt hinzugeben.

Mein Papa meinte mal zu mir, ist noch gar nicht so lange her, er glaubte damals, ich hätte eine leichte kriminelle Ader.


Heute weiss ich, ich wusste, was mein Ziel war und habe es umgesetzt. Ich konnte mich schon früher in meiner Kindheit auf meine Intuition verlassen und habe jederzeit Lösungen gefunden, die mich meiner Vision näherbrachten, auch wenn es immer wieder erwachsenengemachte Grenzen gab. Heute bin ich dankbar für dieses Talent, was ja im Grunde keines ist, da ich einfach immer daran geglaubt habe, meinen Weg auf meine Art und Weise zu gehen.


Das spannende an diesem Thema war immer, im Grunde war das was ich tat verboten und ich war umgangssprachlich genannt «böse». Was für ein Irrsinn. Ich habe niemandem geschadet und dennoch musste ich immer auf der Hut sein, nicht erwischt zu werden. 30 Jahre sind seit dieser Zeit ins Land gegangen und ich erwische mich manchmal heute noch als Erwachsene dabei, Muffensausen zu bekommen, nur weil ich meinen eigenen Weg gehe und mir das erlaube, was ich im Moment brauche.


Fesseln zu sprengen bedeutet immer Komfortzonen zu verlassen und zu erkennen, dass es an der Zeit ist, Neues unbekanntes Land zu betreten. Es ist super einfach Mamas und Papas Spuren nachzulaufen, jedoch kann es zu gewissen Unstimmigkeiten in einem Selbst führen, wie zum Beispiel Depressionen, Labilität oder einfach nur energielos sein, kopiert man ja den Weg des Anderen.


Andererseits besteht die Möglichkeit, sich aus alten Mustern zu befreien, in dem man einfach mal was anders macht, sich auf sein Bauchgefühl verlässt und sich fragt, passt es zu mir, wenn ja, geht klar. Wenn nein, Pfoten weg.


Über Grenzen zu gehen um seinem Traum zu folgen, braucht enorm viel Mut. Anders zu sein und sich von der Masse abzuheben, ebenfalls. Sich abzunabeln von der Familie und sich den eigenen Bedürfnissen zu widmen braucht enorme Überwindung, möchte man ja nicht undankbar dastehen. Und dennoch hat jeder sein Päckchen selbst zu tragen und niemand ist für einen anderen verantwortlich. Sich nicht verpflichtet oder verantwortlich zu fühlen gegenüber einem Anderen egal ob Mutter, Vater, Tochter, Sohn, etc., obwohl Generationen vor uns das religiös bis in die kleinste Zelle ihres Körper eingeimpft bekamen, ist unglaublich schwer.


Ich sage auch nicht, dass man für andere Menschen nicht da sein soll, wenn sie einen brauchen und wenn ich ihnen helfen mag und nicht muss, weil das so gefordert wird.


Füreinander da sein, ist eines der genialsten Formen gesellschaftlichen Miteinanders, wenn es freiwillig ist. Miteinander Projekte auf die Beine stellen, sich inspirieren lassen und neue Wege gehen. WTF….so genial! Wenn ich aber an Familien denke, die bis heute immer und weil man das so macht miteinander, Sonntags Kaffee trinken obwohl der eine den andere nicht mag und doch der Mutti zuliebe, kommt mein Lieblingsgefühl….ja, Blutwurst!


Na klar, fühlt es sich im ersten Moment wahrscheinlich doof an, sich das Recht rauszunehmen, dem geliebten Ehemann oder der Ehefrau zu sagen, Schatzi! ich bleib lieber daheim, ich möchte mal Zeit mit mir verbringen oder mit einer Freundin anstatt den Anstandsbesuch bei Oma Gerda. Weil Schatzi wahrscheinlich erst mal ganz komisch aus der Wäsche guckt. Aber beim zweiten oder dritten Mal versteht, Zeit für sich allein, macht glücklich.


Im Grunde ist es an der Zeit, sich seinen Werten zu stellen und das für sich zu tun, was für einen richtig ist. Sich zu verbiegen oder sich anderen Werten unterzuordnen, macht nur traurig.


Sei der Löwe oder die Löwin deines Lebens. Setze Dich für dich selbst ein. Geh deine Wege, nicht die der Anderen. Bleib dir selbst treu. Wenn es sein muss kämpfe für das was dir am Herzen liegt. Doch vor allem glaube an deine Visionen und Träume und lass dich nicht aus dem Konzept von Nörglern, Kritikern oder Zweiflern bringen. Diese Menschen haben meist nur eines im Sinn, dich so an ihrer Seite zu haben, das für sie alles in Ordnung ist. Klingt das etwa egoistisch?! Ja ist es. Leider hat man uns beigebracht, der der seinen Weg des Herzens geht, sei es. Doch zum Glück ändern sich immer wieder die Zeiten und wir sind auf dem Weg einer Zeit, die Menschen unterstützt, die sich aus den Gefängnissen der kollektiven Welt erheben, indem sie neue Ufer betreten.


In diesem Sinne wünsche ich euch alles Liebe und einen mutigen Schritt vorwärts, eure JC

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