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Finlay Davey: «Wir haben jede Chance genutzt.»

Finlay Davey: «Wir haben jede Chance genutzt.»

Finlay Davey erinnert sich noch gut an seine erste Berührung mit der Musik. «Es war definitiv als ich sehr, sehr klein war. Mit vier oder fünf Jahren habe ich schon Queen, INXS, Eurythmics, Texas und auch Falco extrem vergöttert. Meine Mutter hat oft und laut Musik abgespielt, um zu feiern, zu tanzen, trainieren, kochen, putzen und auch coachen (sie war Squash Profi und Trainerin in Vaduz, Liechtenstein). Später, etwa mit 8 Jahren habe ich dann angefangen Klavierunterricht zu nehmen und habe dies einige Jahre dann auch gemacht.»


Mehr als ein Hobby

Bis Finlay aber komplett auf die Musik gesetzt hat, zogen noch ein paar Jahre durchs Land. «Mit 13 bin ich einem bestehenden Duo aus Mauren/Schellenberg beigetreten, in der Tiago Spagolla mit Raphael Rucker in einem kleinen Kellerraum übten. Weil sie einen Bassisten brauchten und ich unbedingt in einer Band sein wollte, haben wir uns zusammengeschlossen und als «Psy-cick» die ersten Gehversuche mit Live-Musik gewagt. Einige Jahre später jedoch habe ich mit Tiago dann «TAPED» gegründet und gemerkt, dass mein Herz wahrlich für die Musik schlägt, nachdem ich einige Jahre mich in der Sportwelt (Squash) herumgetrieben hatte.» Mit dieser Metalband war der Musiker weit über die Grenzen hinaus bekannt. Dies komme aber nicht von ungefähr, denn hinter dem Erfolg der Band habe immer sehr viel harte Arbeit gesteckt. «Wir haben jede Chance genutzt, um vor so vielen Leuten und an so vielen Orten wie möglich zu spielen. Damals hatte ich «nur» einen 20% Job als Kurier und ein Wochenend-Job in der Zwei Bar in Vaduz. Somit hatte ich praktisch vier Tage pro Woche, um mich um das Booking, Marketing etc. zu kümmern.» Die Hartnäckigkeit habe sich ausgezahlt, wie er lächelnd sagt. «Ich glaube ich bin so vielen Veranstaltern, Bookern, Bands, Veranstaltern und Freunden so fest auf die Nerven gegangen, bis es dann irgendwann geklappt hat.» Aktuell gebe es bei TAPED eine längere Pause, doch in naher Zukunft sei es laut dem Frontmann gut möglich, dass sie wieder gemeinsam auf der Bühne stehen und auch neue Songs veröffentlichen.


Musik ist alles

Als im Frühling 20 plötzlich alles zum Erliegen kam, sei er froh gewesen, der Situation nicht komplett ausgeliefert zu sein. «Ich habe das Glück, dass ich nicht vollständig von der Musik «abhängig» bin, weil ich doch noch einen «normalen» Job habe. Für mich war der Stillstand definitiv eine Entschleunigung, da ich sehr vielen nebenberuflich organisiert habe.» Doch komplett ruhig wurde es um den Liechtensteiner nie. «Ich habe mich kurz vor der Pandemie mit Gino (Skeet, Vertigo, 18 Lovebirds, Prince Vince) zusammengeschlossen und die Band «Kids In Cages» gestartet und konnte die Zeit perfekt fürs Songwriting nutzen. Jetzt, etwas mehr als ein Jahr später haben wir unseren ersten Song «Tired» veröffentlicht und es scheint anzukommen.» Anders als TAPED ist der Sound der neuen Formation etwas softer. «Kids In Cages» zeichnen sich durch eine verspielte Mischung aus Rap, Rock und elektronischen Elementen aus. Das Projekt lässt uns mit ganz viel verschiedenen Aspekten der Musik spielen und lockt uns aus unserer Komfortzone. Hier steht noch ganz, ganz viel spannende Musik in der Pipeline, versprochen.» Da Finlay mit dem neuen Projekt oder auch mit seiner Stammband nur darauf wartet, die Bühnen zu stürmen, sei für ihn eine Rückkehr zu seinem «normale» Berufswelt irgendwie keine Option, wie er abschliessend erklärt. «Als ich vor einigen Jahren etwas in Geldnot stand, ist mir der Gedanke schon gekommen, jedoch haben sich zeitgleich wieder andere Türen geöffnet, die ich viel lieber erforschen wollte.»

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