Bild/Illu/Video: Markus Schädler

Frühstück und Apéro «unter den Bögen»

In den letzten Tagen sind etliche «Aktive» der Feldkircher Innenstadt aus dem verdienten Urlaub zurückgekommen. Das bedeutet, Läden, Shops, Restaurants, Cafes, sind fast ausnahmslos wieder normal geöffnet. Auch «meine» Lieblings-Gastronomen sind wieder da! Dennoch hat sich in der südlichsten Stadt Vorarlbergs etwas grundlegend geändert, zumindest für die Automobilisten.Die sehr bekannte und beliebte Neustadt wurde im Juni 2019 autofrei! 1973 hat ein provisorisches Fahrverbot die Schmiedgasse zur ersten Fußgängerzone Vorarlbergs gemacht. 20 Jahre später folgte dann die Autofreiheit für die Marktgasse.


Bei unserem Besuch am letzten Samstag im August zeigte es sich, dass sich die Stadt-Akteure mit der Neustadt noch vieles einfallen lassen können beziehungsweise müssen. Während die Marktgasse wie jeden Samstag ihrem Namen gerecht wurde, die Stände bis etwa hin zur Schlossergasse ebenso bestens bevölkert waren wie die Cafés und Restaurants, war es ungewöhnlich still und ruhig in der Neustadt.

Lediglich die Dogana Gastronomie mit ihren vielen Aussensitzplätzen und dem bekannt attraktiven Angebot setzte einen lebendigen Farbtupfer in die Neustadt. Ich freue mich, dass, wenn es wieder kaum Platz gibt im Dogana, gegenüber das Café April in der Neustadt 39 wieder geöffnet ist. In Tripadvisor habe ich 2016 folgende Bewertung abgegeben: «Bsundrig und schräg? So nennt sich das April im Untertitel. im Vergleich zu einem 5-Sterne-Kaffeehaus vielleicht. Am treffendsten ist der Begriff bsundrig! Das haben nicht nur Veganer und Vegetarier entdeckt, sondern viele Gäste, sodass sich aus unserer Erfahrung eine Platzreservation empfiehlt, wenn mehrere Leute zum Beispiel am Samstag frühstücken wollen. Als «Alles-Esser» freuen wir uns immer wieder über vegane und vegetarische Angebote, das April hat hier wirklich Tolles auf der Karte.» Das Ganze passt auch noch für 2019.


Wenn wir gerade über Süsses und Kleines sprechen: In der Montfortgasse verkörpert seit vier Jahrzehnten (!) das Café Zanona einen Hauch Wiener Kaffeehaus-Flair. Seit diese kulinarische Institution von Zanona-Tochter Martina Häusle geführt wird, zeichnet sich das Zanona nicht nur als Konditorei aus, sondern auch als Speiselokal. Mittags stehen jeweils drei Drei-Gänge-Menüs zur Auswahl, wovon eines vegetarisch ist. Auch abends kann hervorragend gespeist werden.


Und da sind wir ja schon mitten in der Qual der Wahl: mittags auch bei Zanona essen oder nur den «Dessert danach»? Oder in einem der vielen Lokale an der Marktgasse, etwa draussen beim Palazzo Pitti, der zum altbewährten Gasthof Lingg gehört? Draussen beim Kaffee oder Apero das pulsierende Marktleben verfolgen, Leute treffen, die wunderschönen alten Häuser bewundern, sich mit «Gamberi Prosecco»ein aussergewöhnliches Mittagessen leisten? Oder doch schnell rüber in die Schmiedgasse, ins Verona Due? Einziger Kritikpunkt meinerseits zum VD: die haben eine so tolle Auswahl an Speisen, dass ich schon fast verhungert bin, bis ich weiss, was ich heute möchte. Irgendwie ist mir dieses nahezu immer volle Restaurant ans Herz gewachsen – da passt für mich einfach alles.

Weitere Adressen? Die dürfen Sie selbst erkunden, erleben. Denn eines ist klar: unter den mittelalterlichen Bögen Feldkirchs zu flanieren, diskutieren, sinnieren, dinieren, macht einfach besonderen Spass. Viele kleine Läden mit individuellen, aussergewöhnlichen Angeboten runden das positive Stadtbild ab.


Und die Neustadt? Sie wird sicher bald ebenso pulsieren wie die anderen Bereiche der Montfortstadt. Gerade ohne die Autos. Ich jedenfalls bevorzuge für Feldkirch Bus und Bahn. Mit dem Zug steht man ab Sargans nach 37 Minuten auf dem Bahnhof Feldkirch (wird gerade komplett umgebaut). Über eine kurze Fußwegverbindung gelangt man über die neu gestaltete James-Joyce-Passage barrierefrei in die Neustadt und Marktgasse. Womit Aperitiv und ein Glas Wein zum Essen doppelt so gut schmecken.


Zum Schluss dennoch ein wichtiger Tipp für alle, die nicht auf's Auto verzichten können oder möchten: Es gibt im Umkreis von maximal 500 Metern rund um die Altstadt tatsächlich mehr als 1.650 Parkplätze.


Und egal wie Sie anreisen: bitte an die «EU-Aussengrenze»denken, ID oder Pass einstecken! Viel Spass!

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