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Fünf Fragen an Alex Tobisch
Bild/Illu/Video: Caroline Stäger-Oettli

Fünf Fragen an Alex Tobisch

Wie kam es dazu, dass du im Regie-Sessel Platz nimmst?

Das war eigentlich eher Zufall. Zu Beginn der Proben hatte Karin Hobi, Autorin des Buches, die Leitung inne. Schliesslich hatte Sie ja auch das Drehbuch verfasst. Durch meine Passion für und Erfahrungen beim Film hatte ich von Anfang an einen etwas anderen Blick auf das Geschehen auf der Bühne und habe versucht, diese einzubringen. Das hat wohl Eindruck gemacht und Karin hat mich angefragt, die Regie zu übernehmen. Hauptsächlich ging’s aber erst mal darum, Ordnung in die Proben zu bekommen. Später kamen kleinere Tipps an die Schauspieler dazu, Überlegungen zur Lichtregie, zum Bühnenaufbau etc.. Seit uns Julian Grünthal gecoacht hat, traue ich mich auch am Skript herumzubasteln und den Schauspielern noch konkretere Anweisungen zu geben.


Was ist eigentlich eine Szenische Lesung?

Per Definition ist eine Szenische Lesung das Lesen eines Textes vor Publikum, umrahmt von theaterähnlichen Elementen. Unser Projekt geht, meiner Meinung nach, schon etwas darüber hinaus. Musikalische Elemente unterstützen die Message der Szenen inhaltlich und auch emotional. Unsere Leserin, Jana Casotti aka «The Voice», bringt derart viel Drive in den Text; das ist mehr als nur Lesen. Sie spielt… sie liebt, darf man wohl sagen. Dass wir bis zu drei Spielflächen gleichzeitig bespielen, ist sicher auch eher ungewöhnlich für diese Art von Aufführung.


Was fasziniert dich an dem Buch «Sie liebt»?

Das ist eine schwierige Frage. Ich hatte mich auf Karin Hobis Aufruf nach Schauspielern eigentlich als Filmemacher gemeldet, weil ich dachte, die Geschichte liesse sich gut auf Video bannen. Karin wollte mich dann aber auf der Bühne. Damit hatte Sie mein Ego gekitzelt und ich war Feuer und Flamme. Wusste ich doch damals schon, dass meine Zeit vor der Kamera des regionalen TV-Senders abgelaufen war. Für das Buch habe ich mich ehrlich gesagt erst ab dann interessiert und war zu Anfang auch eher skeptisch. Liebesroman… gähn… aber es steckt soviel mehr in diesem Buch. Man erkennt sich oft selbst in der einen oder anderen Figur oder Situation und vieles, was in der Geschichte essentiell ist, gehört einfach zum Leben. Dem kannst du dich fast nicht entziehen. Die Geschichte ist echt, könnte überall und jederzeit so passieren… und tut es bestimmt auch.


Wie viel Aufwand steckt hinter der Aufführung?

Viel mehr als ich zu Anfang dachte. Der Zeitplan ist eng, die Finanzierung noch nicht im Sack, wir acht sind Laienschauspieler, zum Teil zum ersten Mal auf der Bühne… Da beginnt die Arbeit oft schon bei der Überwindung, seine Rolle ganz anzunehmen und für die Zeit während der Probe seine eigene Persönlichkeit in den Hintergrund zu stellen, respektive fast schon auszublenden. Hinzu kommt die Organisation von Spielorten, Technik, Requisiten, Musik und Kostümen und vieles mehr… Und das Hörbuch will auch noch produziert werden. Viel Arbeit also, die aber ungemein spannend ist und Spass macht. Und die ich auch gut in meinen Job einbinden kann; ist «Sie liebt» doch im Driftwood-Verlag erschienen.


Du hast kürzlich deinen Moderationsjob an den Nagel gehängt und bist in die Kommunikation bei Driftwood gewechselt. Wie wichtig war der Schritt für dich?

Grundsätzlich bin und bleibe ich Moderator. Einfach nicht mehr primär im TV. Moderationen sind Teil meiner Aufgabe bei Driftwood, was mich überaus freut. Schliesslich ist Moderieren für mich nicht einfach Beruf, sondern eine Berufung. Ich bin Entertainer. Aber dieser etwas erzwungene Schritt war das Beste, was mir in den letzten Jahren passiert ist. Wenn ich eines nicht ausstehen kann, ist es ungenutztes Potenzial… und diese Zeit ist nun vorbei. Ich bin ein kommunikativer Problemlöser, aktiv, engagiert und strebe stets nach Perfektion. Nun sind die Rahmenbedingungen dafür gegeben. Innerhalb des ersten Monats hat sich denn auch schon gezeigt, wie wertvoll dieser Wechsel für meine persönliche Entwicklung war, ist und bleiben wird. Als Autodidakt bin ich mir Quereinstiege gewohnt – das fordert und motiviert mich, das Beste aus mir heraus zu kitzeln. Was ich nicht weiss, lerne ich. Was ich nicht kann, bringe ich mir bei. Erfolgreiche Abschlüsse erster Kampagnen und Aufträge bestätigen mir, hier bin ich genau richtig.

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