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Hilfe! Alles verändert sich
Bild/Illu/Video: Milena Rominger

Hilfe! Alles verändert sich

Sollten wir nicht lieber ins kalte Wasser springen, dabei lachen und uns freuen, egal welche Wendung das Leben nehmen wird? Leichter gesagt als getan. Optimisten wird dies leichter fallen. Realisten nehmen an, wies kommt. Pessimisten lassen der Angst den Vorrang.


Welcher Typ sind Sie?

Hier komme ich wieder auf das Thema Kinder zurück. Zurzeit beschäftigt es mich einfach zu sehr, als dass ich es ausser Acht lassen könnte.


«An Kindern sieht man erst, wie schnell die Zeit vergeht.» Das, und wie schnell sich alles verändert. Mit alles meine ich die Kinder selbst und die jeweiligen Lebensphasen in der wir gerade mitsamt der Familie stecken. Gerade noch waren mein älteres Kind und ich ein eingespieltes Team, der Alltag perfekt aufeinander abgestimmt. Fast fünf Jahre lang genossen wir den Alltag mit dem Erkunden der Natur, mit ausgedehnten Spaziergängen und patschifiger Mittagspause.


Unsere Kommunikation war sagenhaft. Schmuseeinheiten gab es ohne Ende. Alles hatte seinen Platz. Hat es natürlich immer noch, nur verändert sich ein Kind von Monat zu Monat. Geschweige denn, wenn noch ein Geschwisterchen dazukommt. Plötzlich wird es reif in den Kindergarten zu gehen. So reif, dass es zu Hause mit dem Alltag einfach unterfordert ist. Das Kind möchte etwas lernen. Die Schmuseeinheiten nehmen ab, schliesslich ist Sohnemann ja schon gross.


Eigenständigkeit steht plötzlich im Vordergrund. Wo vorher Hilfe benötigt wurde, steht nun Ablehnung im Raum. Und alles verändert sich. Die ganze Familiendynamik steht Kopf, das Kind möchte sich selbst erleben und entdecken. Es steht für sich selber ein, ist nicht mehr das süsse kleine Wesen, welches umgarnt und beschützt werden will. Nein, jetzt möchte es raus in die Welt, etwas sehen und erleben. Unfälle machen und sich von anderen Erwachsenen zurechtweisen lassen. Es möchte ausprobieren und neue Grenzen austesten. Grenzen die vorher näher zu überschreiten waren, sind plötzlich ganz weit weg. Und Mutti steht da und nimmt Abschied vom Kleinkind. Sie muss Abschied nehmen, auch wenn es ihr viel zu schnell geht.


Wie oft müssen wir Eltern goodbye sagen, zu geliebten Zeiten in denen alles seinen gewohnten Lauf ging. Doch wussten wir immer schon im Voraus, dass alles nur eine Phase ist.


Die Angst als ständiger Begleiter

Nie hatte ich mehr Angst, als als Mutter. Wie geht es Ihnen dabei? Immer wenn eine kindliche Phase die andere ablöst, müssen wir Eltern uns vom Kind ein Stückchen mehr lösen. Angst schwingt dabei immer mit. Kinder verändern sich unwahrscheinlich schnell. Zu allem Ablösen, dürfen wir unsre Kinder immer wieder aufs Neue kennenlernen. Das Gute daran ist, dass wir so weniger Zeit haben uns von alten Zeiten zu verabschieden. Wenn wir also wirklich bereit sind für und mit unseren Kindern in die Bresche zu springen, verbringen wir womöglich weniger Zeit in der tränenreichen Wehmut der alten Zeiten und nehmen an was da alles noch kommen mag.

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