Bild/Illu/Video: Markus Schädler

Höchste Kochkultur in Bad Ragaz

Zugegeben, diesen Tipp muss man erst lesen, bevor man versteht, weshalb man heute schon den Sonntag, 16. August 2020, reservieren sollte. Dieser Tipp betrifft auch nur Menschen, die entweder dann gerade ein Ehejubiläum zu zweit gediegen feiern wollen oder eben ausgesprochene Liebhaber höchster Kochkultur sind.


Rund 450 Gourmets, also sachkundige Genießer raffinierter Speisen und Getränke, folgten dem Ruf von Gault Millau Schweiz ins Grand Resort Bad Ragaz. Glückliche Feinschmecker, welchen es gelungen war, meistens zwei oder vier Karten für den Event zu bekommen. Wer das Magazin Gault Millau abonniert hat, erfährt rechtzeitig, wann es wieder Karten geben wird für 2020. Überlegen sollte man es sich aber vorher. 2019 waren alle Plätze innerhalb von wenigen Minuten übers Internet ausgebucht… Glücklich, wer also seinen Obulus entrichten durfte, um von 16 Schweizer Küchenchefs mit insgesamt 283 Gault Millau-Punkten kulinarisch beglückt zu werden.


Vorneweg: Der Himmel zeigte sich stahlblau und die Sonne tanzte bei angenehmen 30 Grad über Bad Ragaz, unzählige weisse Schirme sorgten dabei für wertvollen Schattenplätze. Alternativen zum Wasser wurden zahlreiche angeboten: Champagner Laurent-Perrier, Ramazzotti, Lillet, Appenzeller, Globus Gin oder ebenso die Weine der Winzer, bei denen natürlich die Herkunft Bündner Herrschaft dominierte.


Statisten räkelten sich im Swimmingpool in riesigen Tieren, zwei Künstlerinnen begeisterten mit dezentem, brillantem musikalischem Background. Neel Jani präsentierte Porsche live. Davidoff durfte ebenso nicht fehlen wie Bucherer oder Huber, Kunst, Kultur, Kommerz, ein stetiges Geben und Nehmen zeigte sich bei der Gartenparty.


Aber Halt. Bei der Garden Party geht es ja insbesondere um lustvolles Essen. Sven Epiney durfte die Crème de la Crème der Schweizer Kochkünstler/innen persönlich begrüssen und damit die Party wirklich starten. Absolut eindrucksvoll, Andreas Caminada, Franck Giovannini, Didier de Courten, Heiko Nieder, Peter Knogl, Tanja Grandits, Sven Wasmer, Mattias Roock, Rico Zandonella und Franz Wiget auf EINER Bühne zu sehen, sensationell unterstützt von einem halben Dutzend Top-Talenten, ebenfalls auf dem Weg zu 18 oder 19 Punkten wie die bereits Genannten.


Marco Campanella (Eden Roc Ascona) hatte uns schon am Entree mit seinem Amuse-Gueule überzeugt. Dem Bummel an die über zwanzig Genuss-Stationen folgten nun die kulinarischen Entdeckungen an möglichen Hauptspeisen in diesen Top-Restaurants. Hier hat sich erwartungsgemäss alles auf höchstem Niveau abgespielt. Persönliche Vorlieben sorgten für besondere Momente. «Kalbstatar, Wildkräuter-Tempura, Meerrettich, Molke» – Tanja Grandits (Stucki Basel) gehört absolut in diese Spitzengilde. Franck Giovannini fanden wir überragend mit «Foie gras de Canard mit Petite Arvine und Früchte-Chutney». Das «Hotel de Ville» in Crissier steht mit dem Stucki Basel zusammen zu Oberst auf der to do-Liste. Den kulinarischen Künstlern aus der Region werden wir in Kürze einen eigenen Artikel widmen. Erwähnen wollen wir heute «nur» Renato Wüst vom Grand Resort. Wir wollen ihn stellvertretend für alle Menschen erwähnen, die diesen Tag unvergesslich gemacht haben. Jene, die flink leere Teller und Tassen abräumten, Schatten «organisierten», im Hintergrund dafür sorgten, dass es den Gästen an nichts fehlen konnte.


Ach ja, wem Kaviar und anderes «zu abgehoben» war, fand rasch beim Swiss Alpine Lachs oder bei Globus Schinken, am Käsebüffet von Rolf Beeler oder bei «Eigenbrötler» Daniel Amrein Währschaftes.

Alternativ zum Käse-Dessert sorgten das Candy-Buffet by Andreas Caminada, Kay Baumgarth (Heiden) mit «fermentierter Aprikose, Sonnenblume und Majoran» für Genussminuten. Und die «kalte Lust» aus Olten liess kühnste Gelati-Träume wahr werden!


Dieser 18. August 2019 war ein Tag der kulinarischen Superlative. Ein solch geballtes Feuerwerk der Schweizer Kochkünstler muss man wirklich erst einmal realisieren können. Dafür gebührt dem Grand Resort Bad Ragaz Dank und Anerkennung. Es spricht auch für das Resort selbst, wenn die Verantwortlichen die Besten der Schweiz einladen und diese in solch stolzer Zahl präsent sind. Dadurch ist ein Event entstanden, der den «Besuch beim Spitzenkoch x» geradezu pulverisiert. Die GaultMillau Garden Party muss man selbst erlebt haben, um zu verstehen, weshalb der Autor heute ins Schwärmen gekommen ist. In diesem Sinne viel Erfolg bei der «Schlacht am Eintrittskartenbüffet 2020».

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