Ich liebe Playdates
Bild/Illu/Video: Heidi Troisio

Ich liebe Playdates

Ich persönlich finde ja, da gebe es passendere Bezeichnungen, die weniger Interpretationsspielraum zulassen würden wie zum Beispiel ganz eifach «Spiele-Nomi» oder «Mami-Chind-Högg». Aber das ist eben Schweizer Mundart und klingt nicht so trendy wie Englisch. Also vereinbare ich mit meinen Mama-Freundinnen regelmässig «exklusive» Playdates und sorge dafür, dass mein Kleinkind schon vor der Spielgruppe und dem Kindergarten soziale Kontakte knüpft.


Wir treffen uns also abwechselnd bei einer unserer Mami-Clique zu Hause, trinken Kaffee und essen - je nach Tageszeit - Gipfeli oder Kuchen. Die Kinder beschäftigten sich im Spielzimmer miteinander und wir Erwachsenen tauschen uns in dieser Zeit in Ruhe im Wohnzimmer über verschiedene Themen aus, die uns beschäftigen. Aktuell zum Beispiel die Trotzphasen unserer 2,5-jährigen Kinder und wirkungsvolle Hausmittel gegen Husten und Schnupfen. Manchmal sprechen wir sogar über unsere Arbeit, eines der seltenen Dates mit unseren Männern oder aber tauschen uns über den neusten Klatsch und Tratsch aus. Letzteres kommt aber eher selten vor, unser Mami-Alltag liefert - auch wenn man es kaum glaubt - genügend explosiven Gesprächsstoff!

Ok, wer selbst Kleinkinder hat, wird sich jetzt fragen, von was für «Playdates» ich eigentlich spreche!?! Denn diese gehen selten so entspannt über die Bühne, wie eben beschrieben. In Realität sieht das nämlich ganz anders aus:

Meistens hat eines der Kinder - im Gegensatz zu seiner Mutter, die froh ist, einmal aus dem Haus und unter andere Mamis zu kommen - gar keine Lust auf das vereinbarte Treffen und macht schon beim Ausziehen der Schuhe ein Riesentheater. Sind die Schuhe endlich ab und die Kinder im Spielzimmer, beginnt der Kampf um die Spielsachen. Trotz zigfacher Ausführung, will dann jedes Kind genau das gleiche Auto oder Buch haben. Sind die Spielzeuge endlich verteilt, so dass jedes zufrieden in einer Ecke sitzt und spielt, setzen sich die Mütter endlich an den Küchentisch oder auf die Coach und schlürfen ihren Kaffee, der mittlerweile kalt geworden ist. Es wird rege über die unterschiedlichsten Themen diskutiert, die immer wieder wegen eines der Kinder unterbrochen wird. Eine Mutter springt ihrer Tochter nach, welche mit dem Gipfeli durch die fremde Wohnung springt, eine andere versucht die Stinkewindel ihres Juniors zu wechseln. Ist es plötzlich ruhig im Spielzimmer, kann man sich sicher sein, unsere Mini-Versionen hecken gerade etwas aus. Zu unserem Erstaunen spielen sie aber tatsächlich, je älter sie werden, immer schöner miteinander. Vor allem dann, wenn es Zeit für Mittag- oder Abendessen und damit Zeit zum Gehen ist. Dann will plötzlich niemand mehr nach Hause und das Theater vom Schuhe Ausziehen am Anfang, endet im Geschrei beim Schuhe Anziehen am Schluss!


Endlich zu Hause angekommen, unter Stress gekocht und friedlich gegessen, wird dann während dem Aufräumen eine dreiminütige Sprachnachricht an die einzelnen Mamis aufgenommen und versendet. Darin erzählt man dann verschiedene Geschichten fertig und beantwortet oder stellt Fragen, die offen geblieben sind. Und zum Schluss schickt man sich imaginäre Bussis und Umarmungen und sagt, dass man sich bereits auf das nächste «Playdate» freut. Und das ist NICHT gelogen! Denn ich liebe diese «Mami-Chind-Treffen» wirklich. Es gibt nichts Schöneres, als mich an einem freien Tag mit meinem Sohn zum «Käffele» zu verabreden. Zuzusehen, wie er sich immer besser mit anderen Kindern beschäftigen kann, während ich mich mit anderen Mamis austauschen kann, die momentan genau die gleichen Themen beschäftigen wie mich. Denn genau so wie langjährige Freundschaften versüssen einem auch gute neue Mami-Bekanntschaften den Alltag!

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