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Ict-Atelier startet mit Konzertreihe «#Blues»
Bild/Illu/Video: zVg

Ict-Atelier startet mit Konzertreihe «#Blues»

Das ict-Atelier am Grossbruggerweg 3 in Chur übertragt schon seit 5 Jahren Sportveranstaltungen im Internet für Chur Unihockey und seit letztem Jahr auch für Piranha Chur. Da sei es nahegelegen, ihr Wissen auf für Musikveranstaltungen zu nutzen, sagt Inhaber Andy Reich. «Zudem bedauern wir, dass viele Musiker:innen Livestream infolge Corona als Ersatz für Konzerte anschauten und die Chance, die in dieser Kunstform, den eine solche ist es durchaus, nicht erkennen.» Ein Stream sei für sein Team und ihn eben nicht bloss verwackelte Handybilder, sondern ein gut ausproduziertes Livedokument. «Wir realisieren in unserem Studio Konzertfilme fürs Fans unserer Musik:innen und erstellen so faszinierende Dokumentationen von Musikschaffenden und ihren Kompositionen. Dabei stehen vor allem gemischte Veranstaltungen im Zentrum, bei denen das Publikum vor Ort wie auch im Netz dabei sein kann.» Wer ein Konzert im ict-Atelier besucht oder es zuhause streamt, bekommt einiges geboten. «Die Konzertfilme werden ergänzt mit Interviews, Filmeinspielungen etc. sind Gesamtwerke möglich, die sonst oft an den Budgets oder fehlender Infrastruktur scheitern.»


Mehr als bloss Handystreams

Corona habe gezeigt, dass die Technik sich schnell entwickeln könne und auch dass der Musikkonsum sich mit den technischen Möglichkeiten weiter verändern werde. Doch Andy Reich ist ein Macher und kein Jammerer. «Wir ziehen es vor, uns den neuen Herausforderungen so zu stellen, dass die Dokumentation des musikalischen Schaffens wie bei einer guten LP oder CD im Vordergrund steht.» Dieses Komplettpaket, dass das Musikstudio anbieten kann, kommt bei der Kundschaft an. Vor allem bei der Streaminghall stehe Authentizität im Vordergrund. «Wir verstehen uns als Teil der Band oder Musikformation, lassen uns von den Ideen führen und versuchen die Welt der Musiker:innen so zu übertragen, dass die Konzerte auch nach der Aufzeichnung gerne gehört und angeschaut werden, weil sie einfach etwas über die Musiker:innen erzählen, das man sonst nicht hören und sehen würde.» Durch ein Konzert der Band Boogielicious ist es vor kurzem zu einer Kooperation mit einer Konzertagentur aus Deutschland gekommen. «Wir haben mit J.H. Bluesvibrations einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, weil wir realisiert haben, dass wir zur Umsetzung unserer Ziele hervorragende Musiker:innen brauchen, die ihr Handwerk in unzähligen Livekonzerten perfektioniert haben und die bereit sind eng mit uns zusammen zu arbeiten. Durch die Kooperation wurde eine Musik Reihe ‘#Blues' geschaffen, die die Konzertfilme wie auch Live-CDs davon als Sammlerausgaben publizieren wird.» Es gehe darum, die vorhandene Infrastruktur optimal zu bespielen und gleichzeitig auch noch bereit zu sein für die sozialen Medien. Gute Lieder zu schreiben, genügt dort nämlich heute längst nicht mehr. «Das Angebot dieser Musikreihe wurde von vielen Musiker.innen aus ganz Europa und den USA sehr positiv angenommen unter anderem wohl auch, weil sie erkannt haben, dass die Socialmedia-Kanäle immer professioneller werden und nach entsprechenden Live-Mitschnitten verlangen. Die Alternative wäre eine teure TV-Produktion, die aus finanziellen Gründen oft nicht möglich ist.»


Der wichtige Nachwuchs
Die zukünftigen Livemitschnitte werden in der Regel an den Anfang der Tourneen gesetzt. Dies aus gutem Grund. «Dass das Produkt am Anfang einer Europatournee steht macht insofern Sinn, dass Veranstalter:innen wie auch Musikfans sich ein Bild der aktuellen Programme machen können und die Band dadurch ein Marketinginstrument erhält, dass aktuell ist und die Musik im Zentrum steht.» Neben dem Genre Blues ist Reich und sein Team aber auch stets offen für andere Stile oder Experimente, wie den Adventskalender, der gemeinsam mit Vilan24 und Qultur realisiert worden ist. «Ob Klassik oder Jazz, Pop oder Volksmusik, das Dokumentieren des musikalischen Schaffens einer Musikformation kennt keine Stilgrenzen und steht allen interessierten Personen offen. Bedingt durch die Ausbildung unserer Mitarbeitenden haben wir auch entsprechende Tonings zur Verfügung, die zum verlangten Musikstil eine Beziehung haben und zu den Musiker:innen den richtigen Draht finden können.» Ebenfalls wichtig ist es dem ict-Atelier dem Nachwuchs eine Plattform zu geben. «Wenn die Nachwuchskünstler sich durch Kreativität und beharrliches Schaffen auszeichnen, dann freuen wir uns, sie begleiten zu dürfen. Auch wenn wir stolz sind, dass die Musikreihe #Blues vor allem international Anklang gefunden hat, sind wir uns bewusst, dass die Arbeit mit den Nachwuchskünstlern wichtig und für die Zukunft des Studios durchaus zentral ist. Deshalb bringen wir in verschiedenen Projekten die beiden Welten zusammen und haben bis jetzt damit gute Erfahrungen gemacht.» Neben den ganzen Hybridkonzerten geht aber auch der Alltag weiter im Churer Multimediastudio, welches aus zwei Tonstudios, Videoschnittplätzen und einem eigenen Verlag besteht. «Wir publizieren Hörbücher, Chornoten, Musik CDs und erstellen Online-Kurse und Animationen (2D und 3D). Da gibt es einige Projekte, die in der letzten Zeit zu kurz gekommen sind. Denen werden wir uns in der nächsten Zeit zuwenden und sie vorantreiben.» In der Streaminghall und auch im Tonstudio im Kapp-Haus neben der Autobahn tobt das Leben und es scheint fast ein bisschen so, dass in den grossen Räumen des ict-Atelier innovativen Ideen schnell fliegen lernen. Mehr Infos zu den Konzerten gibt’s unter www.streaminghall.ch

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