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Karin Bachmann: «Ich chille eben gern»
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Karin Bachmann: «Ich chille eben gern»

Sie sagen über sich selbst: «Bücher Schreiben ist Chillen» Wie lange haben Sie an Ihrem neusten Buch «Öl, Benzin und Schweiss» geschrieben? Gab es auch mal Schreibblockaden?

Für die «Rohfassung» vor dem Lektorat durch den Verlag brauche ich für eine Geschichte in der Länge eines da-bux Buchs drei bis sechs Monate. Das schliesst die Recherche ein. Schreibblockaden kenne ich zum Glück nicht. Höchstens den einen oder anderen Hänger, wenn ich etwas nachrecherchieren muss.


In Ihrem neusten Jugendkrimi geht es darum, dass ein Vater seiner Tochter einen für ihn typischen Jungenberuf verbieten möchte. Wie sehr entspricht dieses Geschlechterklischee heute noch der Realität? Ist das für Jugendliche heute überhaupt noch ein Thema?

An einer Preisverleihung neulich war eine der beiden Musikerinnen Automechatronikerin Lernende, beim Umbau des Geschäfts in meinem Brotberuf macht eine Elektrikerin tatkräftig mit. Gerade letzthin wurde eine Frau Metzger*in des Jahres. Das zeigt, dass die Jugendlichen in Berufsfragen anfangen, breiter zu denken. Frauen sind zwar in diesen Berufen (noch) in der Minderheit. Aber, wenn in hoffentlich naher Zukunft auch die Berufsberatungen aufhören, in Frauen- und Männerberufe aufzuteilen, wird es für eine wirklich Talent betonte Berufswahl kein Halten mehr geben.


Sehr gespannt bin ich natürlich darauf, was die Jugendlichen selber während der Schullesungen auf diese Frage antworten werden.


Sie schreiben seit über 34 Jahren Krimis für Kinder und Jugendliche. Dieses Jahr erhielten Sie den «Kulturpreis» der Gemeinde Pieterlen BE. Welche Auszeichnung wünschen Sie sich für Ihr neustes Jugendbuch «Öl, Benzin und Schweiss»?

Dass die Leser*innen am Schluss beim Weglegen des Buches denken: «Wow!»


Sie haben bereits ihr zweites Buch im da-bux Verlag veröffentlicht. Was schätzen Sie an diesem Verlag?

Die absolut grandiose Begleitung von Anfang bis Schluss, das geniale Lektorat – ich hatte beide Male das Gefühl, so enorm viel dazugelernt zu haben – und das Mitspracherecht in so vielen Belangen. Dazu kommt, dass da-bux keine «Backlist» hat. Alle Titel der Editionen 1-6 können jederzeit bestellt werden. Dann die Themenwahl, die Oberstufen Schüler*innen als das wahrnimmt, was sie sind: vollwertige Individuen. Und ob all ihrer Professionalität merkt man als Schreibende, dass es ein Verlag von Autor*innen ist, die Freuden und Sorgen dieses Berufsstandes kennen und teilen.


Was inspiriert Sie als Autor, als Autorin weitere Buchmanuskripte zu schreiben?

Ich chille eben gern.

Nein, im Ernst, ich bastle mir aus allen möglichen und unmöglichen Situationen Geschichten, oder spinne Erlebtes weiter. Wahrscheinlich gibt es in der Psychiatrie einen Ausdruck dafür. Ab du zu bleibt ein Gesprächsfetzen, ein Bild, ein Gefühl hängen und wird zum Kern von etwas, das sich aufzuschreiben lohnt. Ich würde gern sagen, dass ich die tiefsten Beweggründe der Menschlichen Natur erforschen will. Die Wahrheit ist, dass ich einfach eine spannende Geschichte schreiben möchte, und wenn sie den Leser*innen auch Spass macht, umso besser.


Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Welches Buch liegt aktuell auf Ihrem Nachttisch und warum gerade dieses?

Der Stapel wäre zu hoch für meinen Nachttisch. Ich lese meistens 2-3 Bücher gleichzeitig, und mehr beim Pendeln und in der Mittagspause, als vor dem Zubettgehen.


Im Moment lese ich die Eragon Serie, weil meine Schwester so davon geschwärmt hat; «Schweizer Wasser», das Öko-Krimi Debut eines Bekannten von mir; und einen Band aus der Amerikanischen Serie «The Dresden Files», weil ich die Mischung aus Crime-Noir und Übernatürlichem genial finde.

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