Klagen auf hohem Niveau
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Klagen auf hohem Niveau

«Verdammt! Jetzt ist der Zug schon wieder zwei Minuten zu spät. Langsam, aber sicher kann das so nicht weitergehen. Wir sind hier in der Schweiz und nicht irgendwo in Afrika.»


«Der versprochene Bonus über CHF 5'000 für alle Mitarbeiter wird erneut gekürzt. Ich arbeite doch nicht für diesen Hungerlohn. Mit CHF 8'000 Monatslohn gelange ich als Alleinstehender ohne Kinder oder seriöse Verpflichtungen an meine Grenzen. Ich brauche monatlich über die Hälfte meines Gehalts für meinen persönlichen Konsum. Ich habe mich daran gewöhnt.»


«Als ich vorletzte Woche meinen BMW zur Werkstatt gebracht habe, brauchte der Garagist ganze 20 Minuten bis er mich bediente. Ich bin wichtig und verlange eine Vorzugsbehandlung. Warum ich wichtig bin? Weil ich viel Geld verdiene und teure Gegenstände besitze.»

«Swisscom hat erneut eine Panne. Netflix wird offensichtlich wieder zu oft gebraucht. Können diese Waschlappen in ihrem Saftladen nicht ein für alle Mal ein grösseres Netz mit grösseren Servern bauen? Langsam nervt es mich, wenn ich meine Serie nur in geringer Auflösung sehen kann.»


«Der Flug nach Hawaii wurde um zwei Stunden nach hinten verschoben. Was tue ich mir hier eigentlich an? Die Ferien sollten mich entspannen und nicht stressen. Nächstes Jahr gibt es Ferien in der Karibik. Da fliegt man wenigstens nur halb so lang.»


Lassen wir doch die Vorstellung einer perfekten Welt los und akzeptieren alles, was nicht perfekt ist. Zu hohe Erwartungen machen bloss unzufrieden. Das müssen wir uns nicht antun.

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