Klimakrise mitten in der Schöpfungszeit
Bild/Illu/Video: zVg.

Klimakrise mitten in der Schöpfungszeit

Der 1. September gilt bei den Orthodoxen Kirchen und auch bei den Katholiken als «Tag der Schöpfung». Der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi, Schutzpatron der Tiere, der Natur und der Umwelt. Vor vier Jahren hat Papst Franziskus den Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung eingeführt. Es ist ein Tag für die Pflanzen und Tiere, das Wasser und die Erde, kurz für alle Lebensgrundlagen, die unser Leben wunderbar machen.
Doch wir wissen, wie bedroht die Schöpfung ist.


Der Weltbiodiversitätsrat warnt in seinem ersten Bericht vor dem extremen Artensterben. Der dramatische Zustand der Natur hat aussergewöhnliche Konsequenzen für unser menschliches Leben.

Auch deshalb feiern die Kirchen weltweit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober die «Schöpfungszeit». In seiner Enzyklika «Laudato si» (Gelobt seist du, mein Herr) hat der Papst mit dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus betont, dass mit der Klimakrise die Würde des Menschen selbst auf dem Spiel steht. In der «Sorge um das gemeinsame Haus» sagte der Papst auch: «Wir sind die ersten, die daran interessiert sind, der Menschheit, die nach uns kommen wird, einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen.»

Die Forderung nach einem respektvollen Umgang mit der Natur ist ein Grundthema vieler Religionen und spiritueller Traditionen. Deshalb können wir feststellen, dass die Klimakrise auch eine spirituelle Krise ist.

In der «Schöpfungszeit 2019» unterstützen die Kirchgemeinden und Pfarreien in der Schweiz auch die Klimabewegung und die nationale Klimademonstration am 28. September in Bern, indem sie ihre Kirchenuhr auf «fünf vor zwölf» stellen oder um 14.30 Uhr die Kirchenglocken läuten lassen. Der ökumenische Verein «oeku Kirche und Umwelt» gibt viele Impulse und stellt Dokumentationsmaterial für Schöpfungszeit-Aktionen zur Verfügung.    

Ein besonderes Beispiel war die «Gedenkfeier für den Pizol-Gletscher» am Sonntag, 22. September, zu der mehrere auch kirchliche Organisationen eingeladen haben. Viele kleine Gletscher im Alpenraum werden in den kommenden Jahren verschwinden. Wenn wir nichts dagegen unternehmen, verschlechtern sich unsere Lebensgrundlagen nachhaltig. Mit der Gedenkfeier für den kleinen Gletscher am Pizol wollen die Initianten auch auf die globale Situation aufmerksam machen und setzen sich für die Ziele des Pariser Klimaabkommens und die globale Gerechtigkeit ein.  

Ich freue mich, dass zusätzlich zu den traditionellen Festtagen und Zeiten - Advent und Weihnachten, Fastenzeit und Ostern - im Kirchenjahr eine neue Zeit Platz gefunden hat, die «Schöpfungszeit». Ich bedaure es aber sehr, dass diese Impulse von der Katholischen Kirche in Liechtenstein bisher nicht aufgenommen werden.


Mit diesen Gedanken will ich die Leserinnen und Leser für ein grosses lokales und globales Anliegen sensibilisieren und alle ermutigen, für den Schutz der Schöpfung einzutreten und entsprechend zu handeln.

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