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Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Kornelius Bosetto im Qultur-Talk

Hier der ganze Text zum Talk:


Bosetto reist durch die Genres

Ende November ist seit langer Zeit wieder mal ein Soloalbum des Landquarter Gitarristen Kornelius Bosetto erschienen. Bei dem Werk mit dem Titel «Travelin`Styles» geht es ihm darum, wie es der Titel schon verrät, unterschiedliche Genres musikalisch zu erkunden und zu interpretieren. Entstanden ist gemeinsam mit dem Schlagzeuger Christoph Beck ein zehn Lieder umfassendes Instrumental-Album, das auch einiges für Nichtgitarristen zu bieten hat.

Kornelius Bosetto ist einer der Menschen, der unzähligen Generationen das Gitarrenspiel beigebracht hat. Lange war er auch an der Evangelischen Mittelschule in Schiers am Unterrichten, inzwischen hat er sein Pensum ein wenig zurück geschraubt. «Inzwischen gebe ich nur noch sehr wenige Stunden, um wieder mehr Zeit für meine eigenen Projekte zu haben.» Der 60-Jährige ist laut eigenen Angaben in einem Alter, in dem er nun einfach die angefangenen Projekte zu einem guten Ende bringen will. Auch, wenn er immer sehr gerne unterrichtet habe, und es auch nach wie vor tue, hin und wieder sei der Job schon auch ein bisschen ein Hemmer für die eigene Kreativität gewesen. «Wenn man so sechs Stunden unterrichtet hat, ist die Gitarre nicht das Wichtigste, wenn man nachhause kommt», sagt er schmunzelnd.


Im Dienst der Melodie
«Ich mochte immer gerne viel verschiedene Arten von Musik, sei es Country, Funk oder anderes. Für mich war es ein Bedürfnis, dies einfach auch selber spielen zu können», erklärt Bosetto seine Motivation die Reise durch die Stile anzutreten. Auch, wenn er früher eher im Blues zuhause gewesen sei, mit zunehmendem Alter werde auch sein Musikgeschmack immer breiter. Für sein neues Album «Travelin`Styles» hat der Landquarter einige alte Ideen ausgegraben und entstaubt. Die Texte und den Gesang habe er bewusst weggelassen. «Als 60-Jähriger will ich nicht mehr über Liebe kommt und Liebe geht reden. Das ist eigentlich ein wenig lächerlich in dem Alter. Ausserdem ist es schwierig zu protestieren wie beispielsweise Bob Dylan, wenn es uns in der Schweiz doch so gut geht.» Dafür hat er bei gewissen Liedern mit bis zu zwölf Gitarren übereinander gearbeitet. Ein Instrumentalalbum ist häufig für Gitarristen auch ein grosses Zeigen der eigenen Fähigkeiten. Kornelius Bosetto hält sich bei seinem Werk aber lieber an eingängige Melodien. «Es ist für mich kein Showdown-Album. Du wirst wenige Sachen finden, die auf den ersten Blick technisch schwierig sind. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man gemütliche Melodien auch wirklich schön ausspielt, dass man die Töne modelliert und sich die Zeit nimmt dafür. Einfach schnell durch zu rattern, ist oft einfacher, als der Musik die nötige Luft zu geben. Somit sind die technischen Schwierigkeiten eher versteckt, aber natürlich hat es schon für die Liebhaber auch ein paar gespeedete Läufe.»

Pausen machen die Musik
Anzugeben mit der Musik sei nicht sein Naturell, und doch lässt sich eine gewisse Virtuosität bei Kornelius Bosetto schlecht leugnen. Er selber findet, dass es auch bei ihm durchaus noch Luft nach oben gebe. «Ich glaube, wenn man bei seinem Sound zu dicht wird, muss man sich selber bremsen und eine Pause einlegen. Auch eine Pause kann schöne Musik sein. Das, was du nachher spielst, wirkt vor allem, wenn du vorher etwas weglässt. Als Junger willst du immer möglichst alles zeigen, was du schon kannst, mit den Jahren merkst du dann aber, wie wichtig die Spannung in der Musik ist.» Durch einen Auf- und Abbau dieser komme Leben in die Musik. «Wenn du etwas Schnelles spielst, wirkt es noch viel schneller, wenn du vorher etwas sehr Langsames gespielt hast. Lange Töne und nach einem Rutsch über das Gitarrenbrett, dann wirkt der Speed noch gespeedeter, als wenn man immer alles grundsätzlich schnell spielt.» Wie man dies gekonnt, kompakt auf Albumlänge realisiert, hat Kornelius Bosetto jetzt mit seiner Reise durch die Musikstile gezeigt. Live werde das Album nicht aufgeführt, da es sich einfach viel mehr zum Genuss zuhause eigne. Wobei, wenn sich jetzt elf Gitarristen für eine Live-Umsetzung melden würden, könnte es sich die Landquarter Gitarrenkoryphäe vielleicht nochmals anders überlegen, wie er lachend erklärt.

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