kunterLITERATURbunt: «Was ist ein gutes Buch?»
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kunterLITERATURbunt: «Was ist ein gutes Buch?»

Bei der Wahl, dem Buch überhaupt einmal eine Chance zu geben, ein gutes Buch für dich zu werden, spielt wohl eine wichtige Rolle, wonach du genau suchst und für welchen Zeitpunkt. Soll es eine Biographie sein? Ein Liebesroman oder eine Geschichte nach wahrer Begebenheit? Etwas Fantasy inside, etwas Geschichtliches oder braucht‘s ganz viel Spannung? Die Kategorienliste könnte fast endlos in die Länge gezogen werden. Aber sofern schon klar ist, in welche Richtung es gehen soll, ist ein erster relevanter Schritt geschehen.


Wieso er und nicht ich?

Ich mag gut gemachte Cover, ins Auge stechende Titel und dann schaue ich mal auf der Rückseite, worum es im Allgemeinen geht. Und vielleicht lese ich die erste Seite oder ein paar Sätze mittendrin. Es soll mir sprachlich gefallen. Fliessen. Ich mag keine Bücher, bei denen ich jeden Abschnitt mehrere Male lesen muss, um den Autor zu verstehen. Aber ganz seichte Kost ist auch nicht meins. Ich muss reinfühlen können in diese Welt auf Papier. In die Menschen. Mitleben. Erleben. Das Ende darf keinesfalls absehbar sein. Ich brauche Spannung und überraschende Wendungen. Texte, die mir rein sprachlich und auch von der Idee her ein Jauchzen entlocken, mich fast verrückt machen. Oder neidisch darauf, wie dieser Autor – verdammt nochmal – auf diese Idee gekommen ist. Und nicht ich!


«Ich bin dann echt verrückt»

Wenn ich nach wenigen Seiten nicht mehr aufhören will zu lesen, dann habe ich mal wieder den Jackpot erwischt. Egal, ob mir beinahe die Augen zufallen von einem strengen Tag, ob ich eigentlich kaum Zeit hätte, um zu lesen: Es muss dann einfach sein. Und wenn die Story bei mir so tiefe Eindrücke, Gänsehaut, eine geballte Ladung an Inspiration und «dieses unbeschreibliche ganz besondere Feeling» hinterlässt, dann ist es eben «ein gutes Buch» für mich. Ich bin dann echt ein bisschen verrückt. Habe Mühe, sofort mit einem anderen Buch zu beginnen, kann mich von den Protagonisten schwer verabschieden und sehe sofort nach, welche weiteren Bücher dieser Autor für mich bereithält. Ja! Ich google dann sogar, wann sein nächstes Buch erscheint, wer diese(r) Schreibende ist, ob es die Möglichkeit gibt, diesen «Gott» an einer Lesung persönlich kennenzulernen.


Verdammt geile Zeit

Wenn das passiert, dann … *Seufz*! Dann hat es dieses Buch geschafft, noch eine ganze Weile in meinem Gefühl zu bleiben. Dann habe ich den Drang, es unbedingt weiter zu empfehlen. Davon zu schwärmen und zu erzählen. Es zu verschenken und das Buch gar ein zweites Mal zu lesen. Und ja, ich gebe es zu: Ich neige dann dazu, vor meinem Buchregal zu stehen, dieses Buch sanft in meine Hände zu nehmen, darüber zu streichen und sehnsüchtig zu sagen: «Wir hatten eine verdammt geile Zeit zusammen.»

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