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Legt doch mal die Füsse hoch!
Bild/Illu/Video: Karin Hobi-Pertl

Legt doch mal die Füsse hoch!

Ja! Wenn wir schon im Winter und der dazugehörigen Kuschelkaminfeuerzeit angekommen sind, passen Bücher doch genauso gut dazu wie Wollsocken, der Duft von Glühwein, das Knacken von Erdnüssen, das Kinstern von Geschenkpapier und das «Ho ho hoooo» vom Samichlaus.

Tausche Unnötiges gegen Geschichten
Also lassen wir doch das Basteln für Onkel Fritz, den eh keiner kennt und der mit dem Gebastle sowieso nichts anfangen kann und es nach seinem aufgesetzten dankbaren Grinsen nach der Weihnachtszeit in irgendeinem Schrank verstaut oder in den nächsten Mülleimer wirft. Und warum rennen wir nicht notwendigem Zeugs und den perfekt passenden Tellern für den Weihnachtsbraten hinterher? Lasst uns die Füsse aufs bequeme Kissen legen, dem Tanz der Schneeflocken zusehen (wenn sie dann mal da sind) und widmen wir uns doch dem, was uns gut tut. Zum Beispiel: Abschalten, entspannen und in Geschichten eintauchen. Natürlich habe ich euch dafür die passenden Lesetipps.

Von Tätowierern, Hippies und anderen Erfolgreichen
Da komme ich nicht drum herum, mein erstes Buch zu erwähnen, das genau vor vier Jahren erschienen ist. LEBENS(T)RAUM CHUR. Denn da erfahrt ihr nicht nur die eine Geschichte, sondern gleich 31. Ja! 31 Menschen habe ich porträtiert, die auf irgendeine spannende Weise verbunden sind mit Chur. Vom Tätowierer Werner Businger über das ehemalige «Hippiegirl» Esther Grass, den «tiffigen» und erfolgreichen Ivo «FiFi» Frei, den aufgestellten Werkhofmitarbeitern Stefan Gartmann und Franz Oertle, bis zum allbekannten Gian-Marco Schmid, der bezaubernden Frau und Künstlerin Sarah Widmer oder der wunderbaren Autorin und lebensfreudigen Seniorin Lilly Bardill. Schaut rein und taucht hinein in einen Ausschnitt ihrer Welt, verbunden mit vielen Fotos, geknipst vom Fotografen aus Leidenschaft Flurin Bergamin.

Sagt nicht, dass ihr nicht lügt
Mein nächster Tipp: «Manchmal lüge ich». Von Alice Feeney. Diesen Psychothriller bringe ich hier nicht nur, weil er einer meiner letzten Psychothriller war, die ich gelesen habe. Sondern er passt doch auch so wunderbar in die Adventszeit ????. Und sagt jetzt nicht, dass ihr nicht lügt. Von wegen «Samichlaus hat gesehen, was du getan hast das ganze Jahr» ???? oder «Das Christkind? Das habe ich soeben aus dem Fenster fliegen sehen» oder «Sooooo schön, dieses Geschenk!». Wieso auch immer wir lügen. Ob aus Not. Angst, Schützen- oder «Heile-Welt-bewahren-wollen». Wir tun’s halt einfach. So wie Amber Reynolds und Family. Im Koma liegt sie und muss akzeptieren, zwar hören und fühlen, sich jedoch weder bewegen noch mitteilen zu können. Zwischen Rückblenden in ihre Kindheit und Rückblenden in den Moment des «Unfalls» findet Amber gemeinsam mit dem Leser step by step heraus, was passiert ist. Mitsamt der Erkenntnis, dass das, was man zu wissen glaubt, nicht immer dem entspricht, was tatsächlich ist. So richtig schön verstrickt und zum Überlegen anregend. Nicht zuletzt deshalb liebe ich Geschichten mit unerwarteten Wendungen. Genau das kriegt der Leser hier.


Intelligenz, Wissen, Freude und Herz
Noch nicht genug Lesetipps? Na dann weiter! Mein vorletztes Buch war VENNER. Der Krimi, geschrieben von Christian Ruch und Franziska Hidber. Zwei Autoren, die in wenigen Monaten ein richtig gutes Buch auf die Welt brachten, sich jedoch noch immer «Sie» sagen. Also wer die beiden noch nicht live erlebt hat, sollte dies unbedingt tun. Denn ihre Erzählung über die Buchentstehung ist eine richtig coole Mischung aus Intelligenz, Wissen, Herz und viel Freude. Was auch beim Lesen des Buches, nebst dem flüssigen und spannenden Schreibstil, absolut fühlbar ist. Das lässt fast keine andere Wahl, als sich dem Krimi hinzugeben, der sich zum einen am Nordkap und zum andern im Sarganserland abspielt. Da ist die Geschichte der taffen Selina, deren Vaters Tod ein grosses Fragezeichen aufwirft (geschrieben von Franziska Hidber), und diejenige des Polizisten Einar, der diesem Rätsel nachgeht – mit der «Stimme» von Autor Christian Ruch. Und was hier mit Sicherheit auch nicht ohne ist: Nur knapp zwei Monate nach Erscheinen darf das Buch in die zweite Auflage. Na das nenne ich mal Erfolg! Verdient!

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