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«My fire is still burning»
Bild/Illu/Video: zVg.

«My fire is still burning»

The Doors:  «My fire is still burning» - zum Release der gesamten Doors Sammlung in 5.1. - Qualität.


1979 – 81 führte ich in Chur einen Schallplattenladen. Angesagt waren «The Wall» von Pink Floyd, Abba im Allgemeinen und natürlich Punk. Mein Geheimtipp, Lee Claytons «Naked Child» verkaufte sich auch ziemlich gut. Warum? Weil ich die Platte immer wieder spielte und jeder zweite Kunde eine mitnahm, weil die Musik darauf so gut ankam. Auch die ersten LPs von ZZTop, als sie noch Bluesrock machten, kamen wieder auf den Markt und alle LPs der Doors wurden damals neu aufgelegt. Auch diese spielte ich manchmal im Laden. Eines Tages kam ein Punker in den Laden und meinte «Wow, eine neue Punk-Platte!» Ich sagte: «Nein, die sind aus den 60ern.» Er bezeichnete jedoch schlicht als «Gute Musik» und nahm sie mit. Diese kurze Anekdote zeigt auf, wie man damals noch Platten verkaufte. Da hat sich schon einiges verändert im Vergleich zu heute.


Die Band The Doors gab es nur von 1966 bis 1970. In dieser kurzen Zeitspanne entstand ein sehr grosser Output von sechs Longplayern, welche schon damals eine aussergewöhnliche Qualität aufwiesen.

Schon auf dem Debütalbum «Break on through», welches vor Energie nur so strotzt, war der Überhit «Light my fire» in voller Länge zum Geniessen. Die gekürzte Version des Liedes stürmte zeitgleich als Single die Charts. Der Drive und das musikalische Können der Musiker Ray Manzarek an der Orgel und Basspedalen, Robby Krieger mit dem filigranen Gitarrenspieler und John Densmore am Schlagzeug sorgten für den nötigen Teppich, dass sich der charismatische Sänger Jim Morrison drauf austoben konnte. Das funktionierte wundervoll auf allen sechs Alben. Die bombastischen Lyrics vom Frontmann, beeinflusst von Rimbeau und der Beatnick Generation um Kerouac bestäubte den Sound der Formation mit  Glanz und viel Tiefsinnigkeit.


Jim hat sich nach Drogen- und Alkohol-Exzessen 1970 nach Paris zum Schreiben zurückgezogen, doch er kam nie zurück nach Amerika. Er ist auf einem Friedhof in Paris begraben, die restlichen drei Doors machten noch zwei Studioalben und spielten weiter live. Aber die Magie war ohne ihre Leitfigur verblasst.


Es ging bei The Doors nicht um die Hits, sondern vielfach um das Gesamtbild einer ganzen LP. Was man sich heute bei den ganzen Singleveröffentlichungen kaum noch vorstellen kann, hat das Quartett regelrecht zelebriert. Und auch wenn die grossen Hits nie im Fokus standen, hin und wieder gab es trotzdem ein paar Nummern, die sie unsterblich machten. Beispielsweise auf dem letzten Album «L.A.Women» gelang ihnen nochmals ein immenser Hit mit «Riders in the storm». Der auf dem rockigsten Album «Morrison Hotel» enthaltene «Roadhouse Blues» wurde später zum Hit für die Band Status Quo.


Alle LPs der Band, die unterdessen von den Original Tontechnikern digital neu in 5.1. abgemischt wurden, sowie das Live-Meisterwerk «Absolutely Live» sind auch heute noch ein Leckerbissen für jeden Rockfan.

Später erschienene Live-Alben, zum Teil in etwas fragwürdiger Klangqualität, sind für den Sammler, sowie für den Geniesser durchaus kaufenswert.


Was noch zu erwähnen ist: Das Hollywood Bowl Konzert wurde für die BluRay 2019 erstmals in seiner vollen Länge veröffentlicht und bietet eine phantastische Soundqualität. Komischerweise gibt es keinen andern integralen Filmmitschnitt eines Doors-Konzertes. Kürzlich kam aber das 70er-Konzert auf Isle of Weight auf DVD und BluRay heraus. Sonst gibt es lediglich einige gute Zusammenstellungen von den TV-Auftritten und Video Clips.


Der Kinofilm mit Val Kilmer spielt meistens nur Dokumentaraufnahmen nach, die es sowieso von den Original Doors schon gibt. Empfehlenswert ist daher eher der Film «When you’re strange». Aber wenn der Film jemanden dazu bringt, auf das Original zurückzuschauen, hat er sein Ziel sicherlich nicht verfehlt.  

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