Nachgefragt bei Fabian «Bane» Florin
Bild/Illu/Video: zVg.

Nachgefragt bei Fabian «Bane» Florin

Ihr sucht aktuell nach Flächen, die ihr verschönern könnt. Welche Spezifikationen muss die Wand vorweisen, damit sie von euch überarbeitet wird?

Die Wände müssen in erster Linie zwingend Aussenfassaden sein, die für Passanten sichtbar sind. Auch eine gewisse Grösse ist von Vorteil.


Kann ein Haus-/Wandbesitzer thematisch mitbestimmen oder ist das die Sache der Künstler/innen?

Der Hausbesitzer kann sich gerne, wenn gewünscht, bei der Künstlerauswahl beteiligen. Jeder Künstler hat einen gewissen Stil und Handschrift, der dann auch auf der Wand wieder zu finden ist. Das Finale Sujet ist dann aber dem Künstler überlassen. Wir geben nur gewisse Rahmenbedingungen vor und diese sind keine Gewaltverherrlichung, Rassismus, Sexismus und radikale politische Ansichten.


Wo in Chur gibt es noch Kunstwerke vom letzten Festival zu bestaunen?

Da das erste Festival eine «light» Version war, konnten wir nur eine Wand gestalten lassen. Diese befindet an der Sägenstrasse hinter der Grillhütte und wurde vom Künstler Duo «NEVERCREW» aus Lugano gefertigt.


An der Giacomettistrasse gibt es ja inzwischen schon länger eine freie Fläche. Wird diese der Nachfrage gerecht oder findest du, Chur dürfte ruhig noch ein wenig bunter werden?

Die freie Fläche an der Giacomettistrasse gibt es nun schon länger. Seit diesem Sommer hat uns die Stadt Chur drei weitere Spots zur Verfügung gestellt. Insgesamt haben wir nun sieben legale Wände. Die Stadt kommt mit dieser Nachfrage sehr gut zu recht. Die Flächen werden regelmässig besucht. Es konnte nun auch schon einen Anstieg der lokalen Sprüher verzeichnet werden. Das Angebot stärkt auch die Nachfrage. Junge Sprüher, die frisch in der Szene sind, haben ein Zuhause und können sich so ausleben. Die meisten Bilder werden jedoch von Künstler gemalt die von auswärts kommen.


Dein «Baby-Yoda» geistert momentan fleissig durch die sozialen Medien. Wie stolz macht es dich mit deiner Kunst den Leuten so Freude zu schenken?
In erster Linie mache ich mir selber Freude. Ich selber bin ein grosser Star Wars Fan seit ich denken kann. Alle paar Jahre male ich dann zu meinem eigenen Spass ein Star Wars Sujet. Es ist jedoch immer schön, wenn andere Leute Freude daran haben.


In Untervaz hat kürzlich ein Sprayer ziemlich viel Sachschaden verursacht. Wie schwierig ist es, den Leuten beizubringen, dass Street Art Kunst und nicht nur Vandalismus ist?

Die ganze Bewegung hat viele Facetten. Dazu gehören auch illegal entstandene Werke. Zum besagten Fall in Untervaz glaube ich nicht, dass es sich um einen Sprüher handelt. Das war eher ein einmaliger Fall bei dem die Person eine Dose in die Finger bekam. Ich denke, das muss man den Leuten nicht beibringen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Leute selber einen Geschmack haben und diese zwei Sachen ganz gut unterscheiden können.


Wie schwierig ist es Kunst nicht als Job zu sehen, wenn man trotzdem davon leben muss?

Es ist einfach, weil ich mache was ich liebe und liebe was ich mache.


Wann erhält eigentlich der Mühleturm ein Update?

Wenn es soweit ist, wird es von weitem schon sichtbar sein.


Wie weit seid ihr bereits bei der Planung des zweiten Street Art Festivals?

Wir starten Ende Monat mit der Detailplanung.


Was sind die grössten Änderungen, die ihr in diesem Jahr umsetzen wollt?

Alles wird grösser. Hinzu kommt dieses Jahr, dass wir interaktive Angebote für die Besucher bereitstellen. Der Gast kann selbst in die Welt eintauchen und seine eigenen Werke kreieren. Wir haben verschiedene Workshops im Angebot für alle Altersgruppen.

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