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Nachgefragt bei Maxima Hampel
Bild/Illu/Video: zVg.

Nachgefragt bei Maxima Hampel

Was hat Sie dazu veranlasst, ein Jugendbuch über das Thema gesellschaftlicher Druck zu schreiben?

Es ist ein Thema, was unter Schweizer Jugendlichen sehr präsent ist und uns bereits von der Primarschule an begleitet. Im Laufe des Schülerlebens nimmt der Druck immer weiter zu. Schüler in der Oberstufe haben kaum noch Freizeit, selbst am Wochenende nicht. Ich beobachte es bei Freunden, aber auch bei mir selber: Der Leistungsdruck wird immer stärker. Mit meinem Buch «Hochdruck» möchte ich auf diese Problematik aufmerksam machen.


Wie empfinden Sie selbst als junge Frau den Druck im Arbeitsumfeld und im Privatleben?

Ich bekomme den allgegenwärtigen Druck in Schule und Beruf sehr deutlich zu spüren. Zum Glück bin ich jedoch eine Person, die damit sehr gut umgehen kann. Wenn ich tatsächlich einmal an eine Grenze kommen sollte, hätte ich im Gegensatz zu meiner Protagonistin Caro Ansprechpersonen, mit denen ich meine Situation besprechen könnte. Der Leistungsdruck hier in der Schweiz ist speziell und sehr hoch. Soweit ich beurteilen kann höher als in den meisten anderen europäischen Ländern. Er ist unserem Ausbildungssystem geschuldet, das ich für sehr gut halte; jedoch finde ich, dass es mitunter falsch gelebt wird. Der Leistungsdruck trifft bereits Kinder und Jugendliche im Entwicklungsalter, für die sich alles nur um Noten und Leistung dreht. Privates, Freizeit und Sozialkontakte bleiben da oft auf der Strecke. Das halte ich für ungünstig und unausgewogen.


Was besonders übt Druck auf Jugendliche aus?

Eltern, Lehrer und auch die Gesellschaft behandeln Jugendliche eher als Erwachsene und haben zu hohe Erwartungen und Ansprüche. Um mithalten zu können, muss man permanent Leistung auf einem sehr hohen Niveau erbringen. Die Alternative ist Versagen – und wer will das schon. Und noch eine Entwicklung steigert den Leistungsdruck. Für viele Berufe, für die vor 15 Jahren noch «unakademisch» waren, wird heute ein Studium benötigt. Das ist so eine Art Bildungsinflation.


Was möchten Sie Jugendlichen mit ihrem Buch vermitteln?

Noten und Leistung sind nicht alles im Leben. Zu einem glücklichen und erfüllten Leben gehört mehr. Mit meinem Buch möchte ich ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Jugendliche nicht für Eltern oder Gesellschaft lernen, sondern für sich. Dass sie mehr auf ihre innere Stimme zu hören lernen.


Zusammenfassung des Buches «Hochdruck»

In meinem Buch geht es um die 15-jährige Caro, die eine Ausbildung als Bankkauffrau im ersten Lehrjahr macht und zusätzlich die BMS besucht. Ihr Vater hat sehr hohe Erwartungen an sie. Caro merkt, wie ihr alles zu viel wird und verspürt das Bedürfnis nach mehr Zeit für sich. Damit gerät sie in eine Spirale aus Leistungsdruck. Um besser lernen zu können, probiert sie schliesslich Ritalin. Die «Lerndroge» bringt tatsächlich am Anfang eine deutliche Verbesserung. Doch als sie die Kehrseite zu spüren bekommt, bricht sie zusammen.

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