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Nachgefragt bei Severin Schwendener
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Nachgefragt bei Severin Schwendener

Sie haben Biologie studiert und arbeiten auch nach wie vor noch in diesem Bereich. Wie kommt man als Biologe zum Bücher schreiben?

Ich war eine richtige Leseratte in meiner Jugend. Von daher habe ich mich viel früher mit Geschichten beschäftigt als mit Biologie. Es ist aber so, dass mich schlicht beides interessiert. Ausserdem denke ich, dass es nicht schlecht für meine Bücher ist, wenn ich mich noch mit Themen und Menschen auseinandersetze, die mit Büchern nichts zu tun haben. Von da kommen viele gute Ideen.


Gratulation zu dem 1. Schweizer Krimipreis 2021, den Sie mit Ihrem letzten Buch «Pandemic» gewonnen haben. Lastet jetzt ein Erfolgsdruck auf Ihnen, dass Sie mit Ihrem neusten Buch «Patient 0» ebenfalls einen Preis gewinnen möchten? Und wie gehen Sie damit um?

Danke. Ich denke aber nicht, dass jetzt irgendein Druck auf mir lastet. Druck macht man sich ja vor allem selbst. Ich mache weiterhin die Bücher, die ich gut finde, und versuche dabei, mich stets zu verbessern. Einen Preis erwarte ich dabei aber grundsätzlich nie.


Ihr letztes Buch «Pandemic» kam mitten in einer Pandemie raus. Das jetzige Buch «Patient 0» erscheint im Pandemie Herbst. In dem das ursprüngliche Corona Virus sich weiter veränderte. Ist es wirklich reiner Zufall, dass die Handlungen in Ihrem Buch einen realen Bezug zur Virologie aufweisen, oder haben Sie als Biologe einfach einen Wissensvorsprung und treffen dadurch genau den Zeitgeist?

Pandemic, das im Herbst 2020 erschien, habe ich tatsächlich lange vor der aktuellen Corona-Pandemie geschrieben. Da könnte man von einem berufsbedingten Wissensvorsprung sprechen, da wir in den Jahren 2013-2016 die Entwicklung des MERS-Coronavirus genau verfolgt haben und ich so einen Eindruck davon bekam, wie Behörden auf ein neues Virus reagieren. Dieses Wissen habe ich dann für Pandemic verwendet – als ich selber dann in den Lockdown geschickt wurde, kam das für mich aber genauso überraschend wie für die meisten.


Bei Patient 0 war das anders. Diese Geschichte habe ich entwickelt, als die aktuelle Pandemie gerade voll im Schuss war. Ausserdem fand ich die Netflix-Serie «Dark» sehr gelungen, auch die hat daher in diese Geschichte reingespielt.


Ihre bisher veröffentlichten Bücher sind alle im Krimi-Bereich zu Hause. Was fasziniert Sie so sehr an Krimis? Oder könnten Sie sich auch vorstellen einmal das Genre zu wechseln?

Ich liebe Krimis. Ich glaube, es ist das Rätsel, das mich fasziniert. Ich hatte auch immer den Anspruch, dass mich eine Geschichte unterhalten sollte, dass sie spannend sein sollte. Von daher verstand ich nie, warum – insbesondere im deutschsprachigen Raum – Bücher nicht als «echte» Literatur gelten, sobald sie Spannung und Unterhaltung bieten. Für mich steht das nicht im Widerspruch zu Inhalten. Von daher möchte ich gerne neue thematische Regionen erkunden, dass ich aber vollständig auf Rätsel und Spannung verzichte, glaube ich nicht.


Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie ihr neustes Buch «Patient 0» unter dem da-bux Verlag veröffentlicht haben?

Ich kannte Alice Gabathuler, eine der GründerInnen von da-bux. Sie hat mich angefragt, ob ich ein Buch für den Verlag machen würde. Ich fand – und finde – das Konzept von da-bux sehr gut, weil es Jugendlichen den Einstieg in die Welt der Bücher ermöglicht, die sonst nicht so viel lesen.


Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Welches Buch liegt aktuell auf deinem Nachttisch und warum gerade dieses?

Ehrlich gesagt gar keines. Die Mehrfachbelastung mit meiner regulären Arbeit, dem Schreiben und den über 60 Lesungen, die ich pro Jahr an Schulen mache, führt in der Regel dazu, dass ich am Abend zu müde bin, um noch zu lesen. Ich lese noch Zeitschriften und Texte zu Fachthemen, die mich interessieren – und aus denen dann irgendwann vielleicht eine neue Geschichte wird.

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