Q&W: Die Exoten meiner Sammlung
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Q&W: Die Exoten meiner Sammlung

Seit vergangenem März bin ich 32 Jahre alt und ich empfinde es als richtigen Zeitpunkt für ein Geständnis. Ich bin Fan von der Band «Die 3. Generation»!


Dass im Verlauf der Jahre hin und wieder etwas Pop- und Schlagermusik in die CD-Sammlung geraten, scheint mir ganz normal zu sein, aber dieses Trio hier hat mich irgendwie länger als die One-Hit-Wunder à la «t.A.T.u.» beschäftigt.

Drehen wir mal kräftig an der Uhr. Wie ich schon im Artikel über «Infest» von Papa Roach erklärt habe, war die erste Staffel der Reality-TV-Serie Big Brother um die Jahrhundertwende rum DAS grosse Ding. Erstmals konnte man seinen Voyeurismus offen ausleben und schaute bequem vom heimischen Sofa aus ein paar Figuren bei alltäglichen Dingen zu. Weshalb ich dieses Thema mit Zlatko, Jürgen und Co. Nochmals anschneide, hat vor allem einen Grund: Der Überhit «Leb!» von Die 3. Generation, welcher als Soundtrack für die Sendung herhielt und die drei Jungs über Nacht zu Stars machte. Dies war meine erste Begegnung mit der Popband, welche trotz ihrer kurzen Lebenszeit von sechs Jahren relativ häufig meinen Weg kreuzte.


Meine zweite Begegnung hatte ich mit dem Trio Tolga, Julian und Drako, durch ihren Song «Bitte nicht», bei dem es mir heute noch eiskalt den Rücken runterläuft, wenn ich ihn höre. Dieser war irgendwo auf einem Sampler und veranlasste mich auch ihr Album «Für Morgen» zu kaufen.


Das kurioseste Treffen mit der Boygroup war aber, als ich 2001 plötzlich die CD «Alles was du willst» in meinem Briefkasten vorfand. Dazu gab es einen Willkommensbrief von ihrem Fanclub und ich war darüber relativ verdutzt. Das Internet war noch nicht so weit wie es heute ist und ich erinnere mich auch nicht daran, dass ich mich irgendwo mal angemeldet hätte. Die CD auf jeden Fall habe ich in Ehren behalten und ich muss sagen die Lieder «Der Sonne entgegen» und «Glaub’ nicht alles» sind auch heute noch episch Ohrwürmer.

Als der Hookkönig Drako beim Supertalent mitmischte vor ein paar Jahren hoffte ich insgemein schon auf ein Comeback der Band oder zumindest auf ein Soloalbum. Doch beides blieb aus…


Zum Abschluss habe ich irgendwann mal die CD «Runde 5» in einem Ausverkaufsregal gefunden und ich musste sie mir einfach kaufen. Doch wie es eben so ist im Leben, habe ich diese wieder in einem Entsorgungsrausch im Internet verkauft.

Vor kurzem wollte ich wieder mal die Diskografie der Band durchhören, um mich von der genialen Melodieführung von Drako inspirieren zu lassen, worauf ich bemerkte, dass ich nur noch drei CDs der Jungs besitze. Diesen Umstand werde ich dann in Kürze wieder auskorrigieren, um zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder alle ausser das Geschenk los zu werden.


Es ist mir durchaus auch klar, dass ihr Sound nichts Weltbewegendes ist, aber hin und wieder zaubert mir die leichte Mucke der Formation ein Lächeln auf die Lippen und lässt mich zufrieden durchatmen. Es hat was Befreiendes Künstler zu hören, die ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Es fühlt sich fast ein wenig so an, dass man ihre Musik dann für sich ganz alleine hat, was schon noch cool ist. In meinem CD-Regal sorgt Die 3. Generation zwischen Rockklassikern und diversen Rapalben für einen bunten Farbklecks, der mich ein wenig in Nostalgie tauchen lässt und wenn ich dann wieder mal eine Phase habe, beneide ich meine Nachbarn nicht. Dann klingt es nämlich lautstark aus meinem Bürozimmer: «Glaub was du willst, wenn du meinst, was du fühlst ist richtig. Doch glaub nicht alles, glaub nicht alles, was du siehst.»

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