Q&W: Im Namen der ewigen Suche
Bild/Illu/Video: Marcus Duff / cascadas

Q&W: Im Namen der ewigen Suche

Wie Sie vielleicht bereits mitbekommen haben, bin ich ein Mensch, der seine Kreativität versucht auszuleben und deshalb rund um die Uhr an neue Projekte denkt. Während recht viele davon früher oder später in der Schublade landen und nicht umgesetzt werden, schaffen hin und wieder auch einige meiner kühnsten Träume den Sprung in die Realität. Dies stellt mich dann vor ein grosses Problem: Die Namensfindung.


Schauen wir nochmals ein wenig zurück. Mir war früh klar, dass ich mit dem Namen Christian Imhof nicht Rockstar werden wollte, respektive konnte. Zu lang war er und international ausgesprochen, (ja, ich war mir schon früh sicher, irgendwann weltberühmt zu werden) machte er auch wenig Sinn. Aus diesem Grund kürzte ich meinen Vornamen auf das Wesentliche herunter und suchte mir einen neuen Nachnamen aus. Die Redewendung «Once in a Bluemoon» oder wie es mein Vater übersetzt «Im Früahlig i acht Tag» hat mich beim Stöbern im Englischwörterbuch sofort begeistert. Da der Mond sehr selten blau ist und ich mich auch irgendwie einzigartig und aussergewöhnlich fühlte, gab ich mir den Namen mit 16 selber.


Hätte ich damals gewusst, dass ich die Herkunft des Namens bei praktisch jedem Radiointerview erklären muss, hätte ich es vielleicht bei meinem richtigen Namen belassen, aber im Grossen und Ganzen bin ich auch heute noch recht glücklich damit. Der Name Chris Bluemoon ist gut gealtert und ehrlich gesagt, muss ich immer ein klein wenig grinsen, wenn mir jemand ein Ferienfoto mit «meinem» Bier in der Hand zusendet. Ich hätte es durchaus schlechter haben können mit meinem Pseudonym, was ein Blick auf die Namen meiner Bands beweisst.  


Der Name der Kapelle

Meine allererste Band hiess «Sputnik». Diesen Satellitennamen, welcher übersetzt Begleiter bedeutet, empfand ich als ziemlich passend, da wir damals wirklich das Gefühl hatten, wir wären die heisseste Band der ganzen Galaxie. In der Zeit vor Myspace und Facebook war uns Jungspunden aus dem Prättigau lange nicht bewusst, dass nicht nur wir zufällig auf diesen einprägsamen Namen gestossen waren. Doch als mein Bruder Matthias mir die Webseite einer Coverband mit dem gleichen Namen zeigte, wusste ich, dass dringend eine Alternative her musste. Aus «Sputnik» wurde «Crossbones», was ziemlich heavy klang, aber durch den Pirateneinschlag irgendwie auch nicht so wirklich gut passte. Ein Zufallsglücktreffer von Mary Martens war «Virus of the Cactus», welches so wundervoll verspielt und wild klang. Diese Bandbezeichnung wäre in der aktuellen Zeit sicher ein wenig fehl am Platz, wie die Idee eines Kumpels seine Band «Tsunami» zu nennen. Vielleicht noch zur Erklärung, vor dem Unglück 2004 war dieser Begriff praktisch niemandem bekannt, doch selbst er sagte, dass er froh darüber ist, sich im letzten Moment dagegen entschieden zu haben. «Godless Creation» war vor allem das Baby von Immi Giger, weshalb er nicht nur die Ausrichtung, sondern auch gleich den Namen der kurzlebigen Metalband vorgab. Die Idee zum Namen «Insomnia Rain» war dann ein paar Jahre später meine und ich darf bis heute sagen, stimmiger habe ich es nie mehr getroffen bei der Namenswahl einer Formation.


«Bock uf…»
Wie schwer ich mich weiterhin mit der Namensfindung für meine Projekte tat, spiegelte sich auch bei der Benennung meiner Kompilations. Ich bediente mich ohne zu fragen bei Radio Grischa und ihrem Musikfestival und gab ab 2008 immer wieder mal eine CD raus, die Bock uf Rock, Rap oder Metal hiess. Stolz bin ich darauf nicht, denn die ganze «Bocksache» wurde mir irgendwann zu viel. Dies habe ich zu einem grossen Teil mir selber zu verdanken, denn wenn ich Musiknights organisiert habe, nahm ich häufig ähnliche Bezeichnungen… Gut, hiess mein Buch «20 Träume bis 30» nicht auch noch «Bock uf Rock – die Geschichte meines Lebens», denn mit dem Thema bin ich definitiv durch. Ich könnte jetzt noch ein weiteres Kapitel über die Namensfindung meiner Soloalben aufschreiben, doch kommen wir zurück zum Thema.


Ideen gesucht

Im Frühling 2021 erscheint das «Qultur» - Magazin als Printausgabe. Habe ich schon mal erwähnt, dass lange Zeit «Kultur24» im Gespräch war als Namen? Okey, lassen wir’s.

Zusätzlich zum Magazin wird es eine Kompilation geben, die definitiv nicht «Bock uf Rock/ Qultur/ Rap /Metal /Whatever» heissen wird. Momentan jongliere ich mit verschiedenen Ideen und möchte der CD einen einzigartigen Namen verpassen, der sofort hängen bleibt. Ähnlich wie beim «Interaktiven Roman», den ich mit Jörg Rutz schreibe, bin ich auf Ihren Input angewiesen. Wenn Sie also einen passenden Namen haben und mir diesen per Mail durchgeben, kann es durchaus sein, dass Sie als erste Person neben mir ein Magazin inklusive Kompilation in Ihrem Briefkasten vorfinden. Lasset die ewige Suche nach dem perfekten Namen von vorne beginnen.

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