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Q&W: «Willkommen in der Isolation.»
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Q&W: «Willkommen in der Isolation.»

Es fühlte sich immer so an, als wäre es ganz weit weg und plötzlich hatte ich es dann gleich…


Bereits am Donnerstagabend litt ich unter extreme Kopfschmerzen beim Arbeiten und als ich daheim ankam, gesellte isch auch noch leichtes Fieber dazu. Doch ultimative Gewissheit erhielt ich erst am Freitagmorgen, als ich bei meiner Hausärztin einen Schnelltest gemacht habe und sie mich gleich mal für 10 Tage in Isolation geschickt hat.  


Die ersten beiden Tage mit Corona habe ich dann eigentlich praktisch nur schlafend mit Fieberträumen verbracht. Ich war dermassen müde und auch antriebslos. Ich glaube vor allem der Mix aus Fieber und anderen Schmerzen hat mich für knapp 50 Stunden ziemlich lahmgelegt. Doch als die Temperatur am Sonntagabend langsam abgeklungen ist, wurde es auch mit meiner Energie wieder besser. Husten und Halsweh sind seit dann zwar meine treuen Begleiter und doch begann ich wieder in Büchern zu stöbern und lange unerledigte Dinge aufzuarbeiten. Da ich mein Lager im Büro aufgeschlagen habe, gerate ich irgendwie nicht wirklich in Versuchung die Tage mit irgendwelchen TV-Programmen tot zu schlagen. Wobei ich weiss ja nicht, wie die Situation am nächsten Freitag aussieht…


Dass ich jetzt wieder langsam Teil haben kann an der Gesellschaft und dem «wachen» Leben habe ich definitiv meiner Frau zu verdanken, welche sich stets liebevoll um mich kümmert und mir Speis und Trank vor die Türe stellt. Im Titelbild seht ihr als Beweis ein liebevoll hergerichtetes «Zmorge». Es ist irgendwie schon hart, dass wir uns nicht in einem Raum gleichzeitig aufhalten dürfen, da sie ja gesund ist. Doch ich spüre, dass dies ein weiteres lustiges Abenteuer für unsere Memoiren wird, über dass wir in 10 Jahren lachen werden. Ausserdem stecken wir ja auch ein bisschen im gleichen Boot, da auch sie 10 Tage Quarantäne verordnet erhalten hat. Wenn ich alleinstehend wäre, hätte ich definitiv Probleme diese Situation zu meistern, weshalb ich wieder mal überglücklich bin, so eine geniale Frau an meiner Seite zu wissen. In solchen Situationen lernt man es eben wieder schätzen.


Auch wenn mein Immunsystem und ich Corona bis jetzt einigermassen gut weggesteckt haben, empfinde ich die Sicherheitsmassnahmen nicht als übertrieben. Auch wenn ich mir da vielleicht Feinde mache, ich empfinde es als wichtig, dass in einer Gesellschaft aufeinander geschaut wird. Wenn wir durch Händewaschen, Abstand, Masken und Desinfektionsmittel etwas für das Gesamtwohl tun können, sollten wir die Chance dazu ergreifen. Ich möchte nicht mitschuldig am Tod von einem Menschen sein und wenn ich ehrlich bin, kann ich auf ein zweites Techtelmechtel mit Covid19 auch ganz gut verzichten. Bleibt gesund und habt noch ein bisschen Geduld.

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