Rosenhügel 2.0 - 2 Teil: Park und Landschaft
Bild/Illu/Video: Markus Urbscheit

Rosenhügel 2.0 - 2 Teil: Park und Landschaft

Ein Park entsteht


Am Ort der Kunstausstellung wird ebenfalls an der Erweiterung der Parkanlage Rosenhügel um den Hirschbühl gearbeitet. Eine neue Zugangstreppe wird ab Spätsommer 2019 vom Hohenbühlweg aus die Altstadt über die erweiterte Parkanlage dem Naherholungsgebiet Pizokel verbinden.


Für die Gestaltung wurde der Zürcher Landschaftsarchitekt Markus Urbscheit beauftragt, der einen durch die Stadt Chur organisierten Landschaftsarchitektur-Wettbewerb für die Treppenanlage gewonnen hat. Die Aufgabe bestand zusätzlich darin, den Standort des so genannten Gabentempels, sowie die Weganlage auf dem Hirschbühl zu projektieren.


Der achteckige Pavillon, wurde einst für das Eidgenössische Schützenfest von 1842 in Chur erbaut und war bis 1985 bereits andernorts am Fuss des Rosenhügels aufgestellt. Nach einem kurzen Revival als Gabentempel am Schützenfest von 1985 auf dem Rossboden in Chur wurde er zwischengelagert und fand nach einer ersten sanften Sanierung seinen Platz bis zur grundlegenden Restaurierung 2018 bei der Schiessanlage Rossboden. Die Eingliederung dieses einzigartigen Gebäudes in Topografie, Stützmauern- und Wegsystem erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bündner Architekten Stefan Kurath.


Der Gabentempel steht nun auf einem neu geschaffenen sockelartigen Vorplatz prominent thronend im Wiesenhang und kann spätestens ab 2020 für öffentliche und private Anlässe gemietet werden. Der hindernisfreie Zugang wird über den Hirschbühlweg gewährleistet. Die nächste Bushaltestelle ist am St. Antönierrank.


Landschaft braucht Zeit


Laut Urs Tischhauser von der Stadtgärtnerei Chur wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis die Parkanlage in ihrem vollen Glanz erstrahlt. Junge Obstbäume müssen noch heranwachsen und sich in das natürliche Konkurrenzverhalten der Umgebung einfügen. Die wertvollen, mageren Wiesen wurden durch die Bauarbeiten beeinträchtigt und werden nun durch das Ansähen zahlreicher einheimischer Wiesenblumen und -gräser regeneriert. Für das nächste Jahr wird zusätzlich eine Heusaat angestrebt, wobei das gemähte Heu auf die Regenerationsflächen gestreut wird, um dort die lokal vorhandenen Pflanzenarten wieder zu etablieren. Im Herbst werden in der gesamten neuen Parkanlage und entlang des Treppenaufgangs weitere Hecken- und Baumpflanzungen vorgenommen.


Die für die Bauarbeiten gerodete Heckenfläche wird wieder ersetzt und gleichzeitig deren Zusammensetzung aus ökologischer, sowie ästhetischer Sicht gezielt verbessert. Auf der Terrasse des Gabentempels ist ein solitärer Schutz- und Schattenbaum mit Trinkbrunnen vorgesehen. Ergänzt wird die Parkbepflanzung bereits jetzt durch zwei mit roten und weissen Edelrosen bestückten Rosenbögen – eine bleibende Kunstinstallation von huber.huber im Rahmen von Begegnungen 2019 – die den Hauptzugangsweg zum Gabentempel überspannt.


Wenn wir hingehen-wird alles gut


Harry Wolfensberger, der bei der Stadt Chur für die Freiraumplanung zuständig ist, erhofft sich, dass speziell auch junge Erwachsene und Familien den Weg auf den Rosenhügel zum Gabentempel finden und da ihre Abende im Freien geniessen. Letztlich soll der Rosenhügel für alle Churerinnen und Churer ein hochwertiges Naherholungsgebiet sein. Ende August wird der Gabentempel feierlich eröffnet. Jetzt müssen wir nur noch hingehen.


ART PUBLIC CHUR lädt am Sonntag, 23. Juni 2019 zu weiteren erlebnisreichen Begegnungen auf dem Rosenhügel ein:


Um 13 Uhr finden öffentliche Führungen in Deutsch, Romanisch und Italienisch statt. Auf von Fachpersonen geführten Rundgängen werden die künstlerischen Interventionen im Detail erläutert und Zusammenhänge aufgezeigt. Anmeldungen: begegnungen-2019.ch

Ab 14 Uhr wird zur musikalischen Kontribution der Kapelle Grünberg unter der Linde das Tanzbein geschwungen! Silla Battaglia (Handorgel), Alfred Egli (Handorgel), Madleine Glauser (Bass) und Ralf Niederdorfer (Klarinette, Sax, Sopran) spielen für diese Gelegenheit Volksmusik.

Um 15 Uhr verwebt der Künstler Remo Albert Alig charismatisch und leidenschaftlich, in pataphysisch-alchemistischer Manier, die Lesbarkeit des Ortes mit sich selbst und seinen beiden Installationen «Via Dolorosa» und «Goldener Zweig». Die Führung, einer Sprachperformance gleich, wird dabei selbst Teil der Kunstwerke.Anmeldungen: begegnungen-2019.ch

Um 16 Uhr treffen sich die in Lausanne tätige abstrakte Fotografin Daniela Droz, der zwischen Peking, Rio de Janeiro und Sent reisende Künstler und Erforscher Not Vital und die in Meran arbeitende künstlerische Erforscherin von Naturwissen Carmen Müller im Gabentempel für ein Gespräch. Wie reagieren die Gattungen der Fotografie, der Archi-Skulptur und der Gartenkultur in und mit der Natur? Das Gespräch wird von Misia Bernasconi, der Kuratorin der Ausstellung, moderiert.
Anmeldungen: begegnungen-2019.ch

Zum Abschluss, um 17 Uhr, spielt die Kammerphilharmonie Graubünden humorvoll tiefsinnige und übersinnlich schräge Musik, die die Skulpturen und Installationen auf dem Rosenhügel verzaubern. Das Skulpturen-Wanderkonzert entsteht aus einer Idee von Urs Senn (Viola/Kontrabass), Reto Senn (Blasinstrumente) und Eckart Fritz (Perkussion).Anmeldungen: begegnungen-2019.ch


Rosenhügel 2.0 - 3 Teil: Die Zukunft ist rosig


Im letzten und 3. Teil berichte ich über die Zukunft des Rosenhügels, die wird nämlich rosig! Ein botanischer Lehrpfad ist auf Sommer 2020 in Planung. Grosseltern können sich jetzt schon auf Ausflüge mit ihren wissensdurstigen Grosskindern freuen.

Yvonne Michel Conrad

Themenverwandte Artikel

Einweihung der Hängebrücke Val digl Guert
Bild/Illu/Video: Martin Kägi

Einweihung der Hängebrücke Val digl Guert

Rosenhügel 2.0: Kunst als Katalysator
Bild/Illu/Video: Yvonne Michel Conrad

Rosenhügel 2.0: Kunst als Katalysator

Kunst, Zauber und Magie in den Churer Gassen
Bild/Illu/Video: Karin Hobi

Kunst, Zauber und Magie in den Churer Gassen