Rosewood spielen an der Country Night Jenaz
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Rosewood spielen an der Country Night Jenaz

Trotz dem Umstand, dass ihr letztes Album «Miles and Stories» auf Platz 9 der Schweizer Albumcharts eingestiegen ist, sei für die Band Rosewood nicht alles opitmal gelaufen, sagt Bassist Cyrill Degonda. «Es war anfangs 2020 wohl der dümmste Zeitpunkt, um ein Album zu releasen. Wir mussten sogar die Plattentaufe absagen. Konzerte gab es natürlich dann auch nicht mehr. Selbstverständlich haben wir uns extrem über die Top 10 Platzierung in den Albumcharts gefreut.» Diese habe nämlich die Treue der Fans aufgezeigt. Umso besser ist es für die Zürcher Band, dass es jetzt endlich wieder so richtig losgeht und sogar noch ohne Maskenpflicht und Platzbeschränkungen. «Was soll ich sagen – wir sind eine Liveband und unser Publikum möchte uns auch live hören. Wir spüren extrem, wie sehr die Konzerte gefehlt haben. Bei uns, aber auch beim Publikum.»

Niemand wird zurückgelassen
Während der Pandemie stand die Band Rosewood aber noch vor einer zusätzlichen Herausforderung: Bei Sängerin Martina Brunner wurde Krebs diagnostiziert. Als die Frontfrau ihre Band informiert habe, seien sie alle hilflos und überfordert gewesen. «Wir haben ihr dann versprochen, dass sie nach ihrer Genesung garantiert noch eine Band habe. So konnten wir mindestens dieses kleine bisschen Konstanz und Sicherheit geben das in unserer Macht lag. Dieser Balanceakt zwischen ‘Unterstützung’ und ‘zusätzliche Belastung’ war nicht immer einfach. Wir haben uns viele Gedanken gemacht während dieser Zeit. Individuell und auch als Band. Doch eines stand immer ausser Frage. Rosewood wird weiter existieren mit Martina als Sängerin.» Durch die Pandemie seien aber auch keine Treffen möglich gewesen, auch Proben seien eher schwierig gewesen. «Wenn es möglich war zu Proben, dann ohne Martina und Mariano. Wir anderen haben ab und zu zusammen Musik gemacht und Martina und Mariano durch Aufnahmeschnipsel teilhaben lassen.»

«Das Ganze hat uns zusammengeschweisst»
Inzwischen gehe es der Sängerin von Rosewood wieder besser, doch eine solche Krankheit hinterlasse Spuren, sagt Degonda. «Es ist aber unglaublich, wie viel Energie Martina schon wieder versprüht. Sie teilt sich uns super mit, wenn mal etwas zu viel wird und legt grossen Fokus auf die Auftritte. Dass alles beim Alten ist, wäre wohl zu viel verlangt. Die Schweizer Musikszene hat eine grossartige Sängerin zurückbekommen. Und wir eine Freundin.» Der Einfluss der Krankheit auf die Musik der Band sei aktuell noch nicht zu spüren. «Vielleicht kommen die Songs, die in dieser Zeit entstanden sind, erst noch aus den Schubladen.» Bei der Mentalität als Band hat sich dafür einiges verändert, sagt der Bassist. «Das Ganze hat uns als Band zusammengeschweisst. Und es hat uns befreit. Wir machen nur noch was uns Spass macht.» Bald spielt die Formation wieder am traditionellen Countryfestival in Jenaz. Cyrill Degonda erinnert sich noch gut an ihr letztes Konzert in der Mehrzweckhalle im Feld 2017 anlässlich der «Life is good»-Tour. «Es war ein riesen Party bis spät in die Nacht. Die Leute tanzten auf den Tischen. So wie es sein soll. Wir freuen uns unglaublich aufs Bündnerland!»

«Noch viele Meilen vor uns»
Auch in diesem Jahr könnte die Party in diese Richtung ausufern. Sie als Band seien extrem scharf darauf die Bühne zu rocken, sagt Degonda. «Wir sind befreit und energiegeladen wie selten zuvor. Ausserdem haben wir unser Repertoire angepasst. Einige Überraschungen warten auf das Publikum. Und natürlich auch Songs von unserem Album ‘Miles and Stories’. Hey, das gibt es auch noch zu kaufen, vergesst das nicht!» Wann es neue Musik von der Formation gibt, sei noch schwierig abzuschätzen. Sie hatten verständlicherweise auch andere Dinge im Kopf in den vergangenen zwei Jahren. «Wir waren sehr beschäftigt die Band wieder auf die Beine zu stellen.» Aber jeder von ihnen habe noch Songs in der Schublade, die darauf warten Rosewood Songs zu werden. Cyrill Degonda ist sich sicher, dass Rosewood noch lange auf Tour gehen werden. Aufgeben sei eben überhaupt nicht ihr Ding. «Es liegen garantiert noch viele Meilen vor uns. Und die Stories dazu müssen erzählt werden.»

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