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Schwangere Frauen werden zu Löwinnen
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Schwangere Frauen werden zu Löwinnen

Erzählt eine Frau, die ungewollt einen Kaiserschnitt erlebte, von ihrem Schicksal, wird sie von den meisten Frauen bemitleidet. «Ach, schade hat es nicht natürlich geklappt.» Oder Aussagen wie: «Wolltest du das so?», müssen sich diese Frauen unmittelbar nach der wohl einschneidendsten Zeit ihres Lebens anhören. Dass das nicht einfach ist, ist wohl klar. Natürlich ist es reizend, diesen Frauen sein Mitgefühl auszudrücken, wenn die Geburt von ihr selbst anders gewünscht wurde, jedoch glaube ich daran, dass bei den meisten Frauen Zurückhaltung und lediglich ein offenes Ohr besser wäre.


Schliesslich ist Frau nach der Geburt enorm empfindlich. Ein Kaiserschnitt in Not ist und bleibt nichts Schlimmes. Viel eher dürfen wir die Wunder der heutigen Zeit loben, die es dazu bringen, Kindern und Müttern das Leben zu retten. Darauf sollten wir uns konzentrieren. So kann auch Frau viel eher über ihr Schicksal hinwegkommen, dass sich ihr Wunsch von einer natürlichen Geburt nicht erfüllt hat.


Doch eigentlich wollte ich hier etwas ganz anderes aufkommen lassen. Frauen die sich einen Kaiserschnitt wünschen, (aus welchen Gründen auch immer) werden zutiefst verpönt. Ich selbst finde es auch nicht gut, wenn in die Natur eingegriffen wird, obwohl es keinen Sinn dafür gibt. Dennoch glaube ich, dass 90% der Frauen einen tiefliegenden Grund für ihre Entscheidung eines Kaiserschnitts haben. Vielleicht gibt es unter den Frauen viel mehr psychische Aspekte, Ängste oder sogar Panik, die vor der Geburt nicht ausgesprochen werden und deshalb zu einem Kaiserschnitt führen. Diese Frauen haben ihren Grund.


Gebiert eine Frau ihr Kind auf natürlichem Weg, wird sie womöglich in Ruhe gelassen mit dem Löchern, oder sie wird über die Art und Weise, wie sie die Geburt erlebt hat, ausgefragt. «Hattest du eine PDA? Hast du mit HypnoBirthing, Lachgas, anderen Schmerzmitteln……geboren?» Diese Themen sind für uns Frauen hoch interessant. Passt das eine nicht zum anderen, werden wir aber schon wieder argwöhnisch beguckt. Nicht von Männern, nein von uns Frauen selbst. Denn sobald irgendetwas anders abgelaufen ist, als bei uns selbst werden wir hellhörig.


Und dabei dreht sich nicht einmal alles um die Geburt selbst. Die Kindererziehung ist für uns Frauen ein riesiger Streitpunkt. Stellen sie sich vor wie schwierig es ist, gleichgesinnte Mütter mit gleichaltrigen Kindern zu finden, um frische Freundschaften zu knüpfen? Denn diese sind wichtig, damit man sich in der neuen Rolle als Mama nicht alleine fühlt.


Wickelst du mit Stoffwindeln oder mit Pampers? Gibst du dem Baby gleich Algifor Sirup sobald es Fieber hat oder behandelst du es mit selbstgemachten Wickeln? Impfst du deine Kinder oder nicht? Übers Impfen könnte man hier noch einmal ein Buch schreiben, aber das lassen wir mal schön bleiben. Was ich sagen möchte ist, dass wir Mütter uns viel zu oft verpflichtet fühlen uns für unsere Entscheidungen zu rechtfertigen. Wie oft haben wir das Gefühl uns erklären zu müssen, obwohl diese Frage gar nicht im Raum steht? Wenn uns eine andere Mami fragt: «Stillst du dein Kind noch mit 2 Jahren?» Dann würde ein Ja oder Nein grundsätzlich reichen. Mehr braucht es nicht. Doch meistens bleibt es nicht bei simplen, sondern ausschweifenden Antworten, die bis zu einem Streitgespräch zwischen zwei erwachsenen Frauen und deren ganz eigener Meinung führen können.


Kurzum: Wir alle geben unser Bestes für unsere Kinder. Die eine mit Flasche, die andere mit Brust, die eine mit Globuli, die andere mit Schmerzzäpfchen, die eine mit strenger Erziehung, die andere mit lockerer. Wichtig ist doch nur, dass Kinder Liebe erfahren.

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