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Setzungen aller Art
Bild/Illu/Video: Christian Imhof

Setzungen aller Art

Damit etwas geschieht, braucht es eine Voraussetzung. Noch besser sind zwei oder gar mehrere Voraussetzungen. Das bringt mehr Dynamik in das Geschehen. Doch das soll an dieser Stelle nicht entscheidend sein, es ist einfach ein zusätzlicher Denkansatz, in der Hoffnung, dass er nicht für Verwirrung sorgt. Wenn also die Voraussetzung der Auslöser für das Geschehen ist, was folgt am Ende – vielleicht die Hintersetzung? Da diese Art von Setzung noch nicht definiert ist, kann sie willkürlich benannt werden, nach Lust und Laune. Dabei sollte der Gang zum Wort-Patentamt nicht vergessen werden, immerhin ist eine neue Wortschöpfung und wer weiss, was daraus noch wird.


Bleiben wir jedoch mit diesem Text beim Begriff Hintersetzung, so als ob der Gedanke dahinter oder ein Ziel definiert würde. Es ist relevant zu sehen, wohin das Geschehen führt. Dieses Ergebnis wird durch die Motivation beeinflusst. Aber das Ergebnis ist von Bedeutung! Sonst wäre das Geschehen Verschwendung von Gedanken und Zeit und vor allem einer – Voraussetzung. Diese wäre, in einem solchen Fall, besser woanders zum Einsatz gekommen oder hätte einen Moment die Füsse hoch gelagert und eine Pause eingelegt.


Hat sie aber nicht! Der Beleg sind diese ersten Zeilen. Die Voraussetzung hat philosophische Gedanken und ein Wortspiel ausgelöst, welches bereits zu einer Wortschöpfung geführt hat. Allerdings ist der Weg von Voraussetzung zur Hintersetzung ziemlich lange. Es besteht das Risiko, dass Ziel aus den Augen zu verlieren. Entsprechend ist es ratsam Zwischensetzungen zu setzen. Sie sind eine Art Wegweiser, denn im Dschungel der Gedanken verliert man schnell die Orientierung und landet bei einer Falschsetzung. Wie der Name schon sagt, war das dann nicht der richtige Weg, gleichzeitig ist es eine weitere Wortkreation.


Zwischensetzungen sind elementar und je länger der Weg von Voraussetzung zu Hintersetzung ist, umso mehr Zwischensetzungen müssen eingeplant werden. Dabei sollten die Distanzen zwischen diesen Punkten gut abgewägt werden. Sind sie zu lang, besteht die Möglichkeit sich zu verirren, sind sie zu dicht gesetzt, werden sie nervig. «Ja, ich weiss, hier geht es lang. Ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen», denkt sich die Nutzerschaft des Weges zwischen Voraussetzung und Hintersetzung.


Mit Zwischensetzungen gibt es aber immer noch keine Garantie, dass die Hintersetzung erreicht wird. Manchmal ist der Weg so lang, dass es eine Pausensetzung braucht. Ihr kommt – auch wenn das keine Wortschöpfung ist – unter Umständen nicht weniger Bedeutung zu, als einer Voraussetzung. Was nützt der schönste Weg, wenn den Weggängern die Puste ausgeht? Die Antwort liegt auf der Hand: nichts. Bei der Planung sollte unbedingt deren Fitnessstand berücksichtigt werden!

Und was lernen wir aus dieser Geschichte? Ein Wort und ein Gedanke können kombiniert zu einer umfassenden Abhandlung führen, wenn wir uns Zeit nehmen nachzudenken und etwas zu verweilen. Aber das Leben lässt uns leider nicht immer so viel Zeit. Andernfalls wären wir sonst eine Gesellschaft von Philosophen, unsere Sprache würde sich in einem atemberaubenden Tempo entwickeln und die Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter des Wort-Patenamtes wären hoffnungslos überfordert. Deshalb endet diese Geschichte nun besser. Das Schlusswort überlasse ich Hermann Hesse: «Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein, nicht umgekehrt.»


PS.:

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