Bild/Illu/Video: Andy Reich

Sieben Jahre im Zeichen der Medienvielfalt

«Die Idee zu einer Onlinezeitung hatten mein Mann Mathias und ich schon als wir noch in Zürich gelebt haben und noch keine Kinder hatten», erinnert sich Redaktionsleiterin und Gründerin Rachel Van der Elst. «Als wir öfters mal die Zeitung um einen Tag verspätet im Briefkasten hatten, meinte mein Mann, dass dies doch auch anders gehen könnte und dass wir das Thema einer Onlinezeitung einfach versuchen sollten.» Da beide bereits bei unterschiedlichen, namhaften Medien gearbeitet haben und zudem auch noch viel Schützenhilfe vom Umfeld erhielte, ging es dann im Sommer 2015 inzwischen in Zizers endlich los. «Auch wenn ich heute nicht mehr genau weiss, welcher Artikel damals der erste gewesen ist, weiss ich, dass wir eine Woche vorher damit begonnen haben Content zu generieren. Wenn wir nämlich nur gerade mit fünf Artikeln online gegangen wären, wäre die Leserschaft schnell durch gewesen und hätte sich wieder anderen Dingen gewidmet.»


Ein Platz für unerhörte Geschichten
Der Launch von GRHeute sei bei vielen sehr positiv angekommen, sagt Van der Elst. «Oft haben wir das Kompliment erhalten, dass wir auch anderen Menschen mal einen Platz geben, um ihre Geschichte zu erzählen. Das war für uns wichtig zu sehen, denn genau das wollten wir auch erreichen: Eine Alternative bieten, mit bisher ungehörten Geschichten, welche die Bündnerinnen und Bündner bewegen.» Auch wenn am Anfang noch einige Geschichten zuerst bei GRHeute entdeckt werden konnten, habe sie inzwischen die Jagd nach Primeuren ein wenig hintenangestellt. «Erstens gibt es nicht so wahnsinnig viele Geschichten im Kanton, bei denen es sich lohnen würde, sie einen Tag vor der Südostschweiz zu publizieren, andererseits haben sie natürlich ein ganz anderes Budget und auch mehr Manpower zur Verfügung. Da werden wir nie auf Augenhöhe mit ihnen unterwegs sein.»


Die Freude ist immer noch da
Am Anfang habe es aber auch noch ein anderes Missverständnis gegeben, welches beseitigt werden musste. GRHeute wurde am Anfang häufig als PR-Schleuder benutzt. «Es war zu Beginn schon ein bisschen schwierig. Wenn du, was gebracht hast, warst du für alle super. Wenn es aber, um ein Inserat ging, haben sich die Meisten dann zurück gezogen», sagt Van der Elst. Auch heute werde oft noch das Inserategeld einseitig investiert und GRHeute blicke in die Röhre. «Doch langsam aber sicher entsteht ein Bewusstsein bei den Leuten, dass es für eine Medienvielfalt auch Anzeigen an unterschiedlichen Orten braucht.» Nach fünf Jahren mit bis zum Teil 15 Mitarbeiter:innen ist GRHeute seit zwei Jahren schlanker unterwegs. «Das Klumpenrisiko bin eigentlich ich. Doch wenn wir mich, den Lehrling und das Büro am Kornplatz in Chur Ende Monat zahlen können, sind wir mehr als zufrieden.» Über die Jahre hinweg hat die Familie Brändli/Van der Elst auch viel privates Vermögen in die Medienvielfalt des Kantons investiert und auch wenn heute weniger Personen bei ihnen arbeiten, die Freude am Journalismus und den Leuten in Graubünden ist laut Rachel Van der Elst immer noch die Gleiche, wie vor sieben Jahren. Ich finde es bewundernswert, was sie in den sieben Jahren mit ihren 13901 Beiträgen bewegt haben und hoffe, dass noch viele weitere dazu kommen, denn GRHeute bringt Farbe und Vielfalt in die Bündner Medienwelt, die ich nicht missen möchte.

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