Sonntagsgedanken: Gott ist «out»!
Bild/Illu/Video: Lars Gschwend

Sonntagsgedanken: Gott ist «out»!

Früher war es klar: Da gab es den Gott, an den unsere Grosseltern glaubten. In der Regel war dieser Glaube durch den Katechismus (Glaubenslehre) definiert. Hinterfragt wurde eher selten. Zu gross war der Respekt. Nicht im Gottesdienst oder Religionsunterricht erscheinen, lag auch nicht drin. Und wenn doch, so hat mir eine alte Frau erzählt, gabs echte Probleme zu Hause und in der Schule (bei grossen Gruppen, gab es am Kircheneingang zur Kontrolle eine Schnur und jede/r Schüler/in hatte ein Loch. Wenn man erschien, wurde der Faden durch das Loch gezogen und wehe ein Loch blieb ohne Faden...)


Aber eigentlich auch nicht so schlimm, denn für die Leute war es ideal sich über den neusten Klatsch und Tratsch nach dem Gottesdienst auszutauschen und sich auf den Neusten Stand zu bringen. Der sonntägliche Besuch in der Kirche gehörte dazu und das Gebet an Gott selbstverständlich auch. Und so verging die Zeit ...


Die ersten Handys kamen auf. Das Internet wurde erfunden. Der Glaube wurde zur Privatsache erklärt. Der «Klatsch & Tratsch vor der Kirchentür» verlagerte sich auf die Online-Welt. Den Menschen ging es gut und viele profitierten vom Wohlstand. Und Gott?


Gott ist «out»? Wir haben Alles. Wofür brauchen wir da einen Gott? Dank unserer Technologie schaffen wir selbst immer wieder Neues. Da braucht es doch keinen Gott mehr? Bringt doch eh nichts. Oder?

Ich begleite Menschen in verschiedenen Lebenssituationen. Und ja, manchmal ist uns Gott wirklich weit entfernt. Aber ich stelle immer wieder fest, dass er eine echte Stütze sein kann. Gott kann unser Wegbegleiter sein. Und das Coole: Er ist immer für uns da. Auch wenn wir ihn links liegen gelassen haben, er wartet auf uns. In der Bibel gibt es eine Stelle, wo Jesus sagt: «Hey, ich klopf an deiner Türe. Du kannst öffnen, wenn du möchtest und ich komm zu dir». Aber er lässt uns die Freiheit die Tür auch zuzulassen. Während wahrscheinlich eine andere Person einmal aufgibt, wartet Jesus geduldig vor der Tür...


Und das Zweite, was ich echt cool finde: Gott versteht uns Menschen. Warum? Weil er selbst durch Jesus Mensch geworden ist. Er weiss, was es heisst einen echt schlechten Tag zu haben. Er weiss, was es heisst Schmerz zu ertragen. Er kennt Misserfolge. Und das braucht ein guter Kumpel. Er muss uns verstehen können.


Und zum Dritten gibt er uns immer wieder neue Kraft, wenn wir darum bitten. Dafür hat er uns den heiligen Geist geschickt. Der für uns da ist und uns ab und zu einen guten Rat erteilt.

Ich finde: Gott ist alles andere als «out». Er kann unsere beste Freundin / unser bester Freund sein. Nicht nur dann, wenn’s uns mies geht. Auch bei schönen Erlebnissen ist er dabei. Wenn ich unterwegs bin und etwas vor mir liegt, bete ich oft ganz kurz: «Gott, hilf mir, dass ich es schaffe.» Und oft darf ich später sagen: «Danke Gott, dass du da warst.»


Klar, damit das Leben funktioniert braucht’s dich selber! Du musst selber aktiv sein und etwas dazu beitragen. Aber mit Gott an deiner Seite musst du das Leben nicht alleine meistern, sondern hast einen guten Typen an deiner Seite! Probiers aus! Du hast nichts zu verlieren.

Lars Gschwend

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