Sonntagsgedanken zum Liechtensteiner Staatsfeiertag
Bild/Illu/Video: Josef Biedermann

Sonntagsgedanken zum Liechtensteiner Staatsfeiertag

An Sonntagen und ganz besonders am Staatsfeiertag machen wir uns Gedanken über die Situation in unserem Land und in der Welt und vielleicht auch über unseren persönlichen Weg. Zudem laden uns die Kirchen jeweils an Sonn- und Feiertagen zu persönlichen Standortbestimmungen ein.


Ich finde es schade, dass der Erzbischof Wolfgang Haas seit ein paar Jahren nicht mehr bereit ist, den feierlichen Gottesdienst vor dem Staatsakt auf der Schlosswiese in Vaduz zu feiern. An solche «Feldmessen»denke ich gerne; sie sind mit eindrücklichen Erinnerungen verbunden, im kleinen und im grossen Kreis, zum Beispiel bei den Pfadfindern in einem Lager oder bei der Duxkapelle in Schaan, wo der Landesfürst Franz Josef II. in der Zeit der grossen Bedrohung durch das Dritte Reich im 2. Weltkrieg das kleine Liechtenstein im Jahr 1940 unter den Schutz der Mutter Gottes gestellt hat. Anlässlich seines 40-jährigen Regierungsjubiläums 1978 hat der Fürst diese Weihe wiederholt, und beim Besuch von Papst Johannes Paul II. im September 1985 ist vom heutigen Fürsten Hans Adam dieses Weihegebet erneuert worden.


Nach den «Fürstenfesten»zum Geburtstag von Fürst Franz Josef II. jeweils am 15. August hat Liechtenstein nach dem Tod des beliebten Landesfürsten den Staatsfeiertag auf den gleichen Tag, das Fest Maria Himmelfahrt, festgelegt. Heute denken wohl nicht mehr viele Menschen in unserem Land daran, dass das Volksfest zum Staatsfeiertag mit dem Feuerwerk und den Höhenfeuern am Abend an einem Maria-Fest gefeiert wird.

Maria die Mutter Gottes ist aber auch heute für unzählige Menschen eine ausser-gewöhnliche Frau, die die heilende Kraft Gottes in sich trägt und die diese Kraft auch vermittelt. Maria wird von gläubigen Menschen weltweit verehrt. In ihr leuchtet die göttliche Kraft des Schöpfers und des Lebensursprungs auf. Durch ihre Entscheidung mit dem «Ja»zur Geburt von Jesus hat Maria die Menschen mit Gott verbunden.


In verschiedenen Liedern und Gebeten wird diese Kraft der Muttergottes zum Ausdruck gebracht. Zum Beispiel in dem bekannten Lied: «Maria, breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus; lass uns darunter sicher stehn, bis alle Stürm vorübergehn. Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.»    


Gerade in unserer bewegten Zeit wollen wir für diesen Schutz danken. Unser kleines Land wie auch die Schweiz unser grosses Nachbarland sind von den Schrecken des Krieges verschont geblieben. Am Staatsfeiertag dürfen wir dafür ganz besonders dankbar sein. Und statt «hoi»sage ich jetzt «tschau metanand». Alles Gute und gebt gut Acht auf euch und eure Lieben.  

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