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Stirbt das Buch?
Bild/Illu/Video: Marcus Duff / cascadas

Stirbt das Buch?

Ich mag ja richtig von Herzen geführte Buchläden. Wo ich nicht nur von Menschen mit Fachwissen, sondern mit strahlenden Augen beraten werde und spüre, wie sehr sie zu dem stehen, was sie hier verkaufen. Wie viel Ahnung sie davon haben und mit wie viel Herz sie sich da reinknien. Und mir ist bewusst, wie viele davon um ihre Existenz bangen müssen. Aber liegt das tatsächlich daran, dass wir nicht mehr richtige Bücher lesen möchten? Oder an unserem Mangel an Zeit, den Buchhandel überhaupt aufzusuchen? Oder dem Mangel an Geld? Oder gar am Interesse?


Kategorien und Unterkategorien und Unterunterkategorien
Bücher sind ja nicht gleich Bücher. Wer schon mal im Buchhandel gearbeitet hat, versteht das ziemlich schnell. Da gibt’s unzählige Kategorien und Unterkategorien und Unterunterkategorien. Also da soll mir mal jemand sagen, dass er sich für keinen dieser Bereiche interessiert. Selbst wenn sich jemand nicht für Krimis, Dramen, Lovestorys, Thrillers, Fantasy- und Horrorgeschichten interessiert und auch nichts von der Weltgeschichte, dem vergangenen oder aktuellen politischen Geschehen wissen will und keinen Bock auf Biografien oder Erfahrungsberichte hat: Dann mag er doch vielleicht Gartenarbeit oder Tiere oder die Berge oder Kunst oder Musik oder Sport oder sammelt Kochrezepte oder will Sprachen lernen oder sonst irgendwie sein Fachwissen erweitern!


Nostalgiker und Romantiker
Ja ja! Klar! Kann man alles auf irgendwelchen Websites nachlesen, runterladen, downloaden und weissdochauchnicht was. Aber kommt schon! Nur in die Glotze starren, ist doch auch nicht das Wahre. Und ein bisschen Nostalgiker und Romantiker steckt doch in jedem von uns. Ich meine: So ein Buch! So ein richtiges Buch, bei dem man Seiten blättern kann, das hat doch was, nicht? Und wer keine langen Texte lesen will, dem stehen ja quasi Comics zur Verfügung. Oder Gedichte, Witze oder weiss der Kuckuck was. Ach, ich will ja nicht Moralapostel spielen, aber ich liebe halt Bücher. Sehe deren Wert und sie am Leben zu halten, das haben sie einfach verdient.

Sich unter Menschen mischen
Und wer nicht - wie ich - am meisten Freude hat an einem geschenkten Buch, nicht gerne liest und tatsächlich nichts von Büchern hält, trotzdem aber in irgendeiner Form am Leben teilnehmen möchte (grins...), hat ja genügend Alternativen, sich Geschichten reinzuziehen. Und wenn das ganz einfach daraus besteht, sich unter Menschen zu mischen. Sie zu beobachten. Ihnen zuzuhören. Oder gar sich mit ihnen auszutauschen. Halten wir also das Buch am Leben, denn das Leben schreibt bekanntlich die schönsten Geschichten.

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