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Bild/Illu/Video: zVg.

Stubete Gäng meldet sich zurück

Gratulation zur neuen Single und zur Doppelgold-Auszeichnung für «Petra Sturzenegger» und «Göschene Airolo». Wie überrascht wart ihr, dass gleich zwei Singles von eurem Album dermassen durch die Decke gegangen sind?

Herzlichen Dank. Wir waren total überrascht, dass unsere Musik überhaupt Hörerinnen und Hörer gefunden hat. Es war ein Experiment solche Musik zu spielen und es ist schön, wenn die Zuhörer darin unsere Freude erkennen können. Es ist das erste Mal, dass wir eine Auszeichnung dieser Art entgegennehmen durften. Wir hatten ein ereignisreiches Jahr und wir hätten uns das alles nicht in den kühnsten Träumen ausdenken können. Es ist schön zu erleben, was alles möglich ist, wenn wir zusammenarbeiten und versuchen zusammen etwas zu erschaffen, das es noch nicht gibt.


Die Verleihung wurde feierlich im TV mit dem Schwingerkönig Stucki Christian begangen. Habt ihr wirklich nichts davon gewusst?

Wir haben den Stucki Christian im Backstage kennen gelernt. Es war eine schöne Begegnung und da ist wirklich gar nichts durchgesickert - durch diesen Fels von einem Mann. Wir waren total überrascht und hatten wirklich nicht die leiseste Ahnung davon, was da nebst unserem Auftritt noch geplant war. Es war ein wunderschöner Moment und wir sind unserem Team und allen involvierten Helfern und Gästen dankbar - nun ist es bereits eine schöne Erinnerung.


Eure Musik modernisiert die Schweizer Volksmusik. Wie wichtig sind euch Traditionen?

Ich weiss nicht, ob unsere Musik die Volksmusik modernisiert. Ich glaube nicht, dass sie das tut. Es ist schön, dass unsere Musik bei der Bevölkerung Resonanz findet - das ist als Musiker ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich glaube, das hat aber mehr mit der Musik an sich, als mit uns etwas zu tun. Wir machen einfach und lernen unsere Musik dabei selber erst kennen. In der Volksmusik gibt es viele Traditionen und Eigenheiten. Aus meiner Sicht müssen die sich nicht modernisieren, die sind eben gut, so wie sie sind. Deshalb werden sie gepflegt und bilden in der Qultur wichtige Ankerpunkte für die Orientierung der Gesellschaft.


Unsere Gruppe ist, was die musikalische Herkunft anbelangt, eine sehr heterogene Gemeinschaft. Hans und Claudio kommen von der gelebten Volksmusik. Wir durften diese in unserer Kindheit erfahren und spüren eine grosse innere Resonanz bei den Klängen unserer Instrumentierung. Wir probieren aus und versuchen aus unseren Möglichkeiten das Beste zu machen und geniessen die Zeit, die wir damit verbringen dürfen. Wir erleben diese Musik bis anhin als eine Entdeckungsreise. Die Freude und das Herz bei der Sache, das ist unser Kompass und unsere Absicht. Darin finden wir die Verbindung zu unseren Wurzeln und umarmen unsere Herkunft. Wir sind aber doch noch viel zu klein, jung und frisch, als dass wir einen Einfluss auf die Musik oder die Volksmusik haben könnten.  


Zur grossen Überraschung vieler, hat es nicht ganz für einen Swiss Music Award gereicht. War die Enttäuschung damals gross?
Nein, gross war sie sicherlich nicht. Bereits die Nominierung ist eine Anerkennung für die Arbeit die unser Team gemeinsam geleistet hat. Wir waren uns auch bewusst, dass unsere Chancen neben einer international erfolgreichen Künstlerin wie Loredana wohl eher gering sein werden. Sie spielt da gerade markttechnisch in einer anderen Liga als wir und hat sich den Stein verdient. Der ganze Anlass vor Ort und das darum herum im Vorfeld war ein interessantes Erlebnis.

Kurz nach der Gala schlug die Pandemie mit voller Wucht zu. Wie habt ihr den Lockdown erlebt?

Wir hatten bisher das Glück, dass niemand aus unserem Umfeld direkt von einer durch das Virus verursachten Erkrankung betroffen war. Ich kam Anfangs März aus Indien zurück in die Schweiz und habe die frei gewordenen Wochen und Monate mit meiner Familie genossen und als etwas sehr Einzigartiges erlebt. Dabei durfte ich immer wieder Chancen zur Entwicklung erkennen. Wir sind näher zusammengerückt und haben uns Zeit für einander genommen. Das hätten wir uns vor der Pandemie gewünscht.


Habt ihr euch während dieser Zeit zusätzlich auf das neue Album fokussiert oder wäre es auch sonst für dieses Jahr geplant gewesen?

Nach dem überraschend guten Start mit unserem ersten Album wollten wir möglichst bald mehr Musik schreiben damit wir auch längere Konzerte spielen können. Wir haben bereits vor einem Jahr begonnen Ideen für die Songs zusammenzutragen.

Dank der guten Zusammenarbeit in unserem Team ist das Album gerade noch vor dem Lockdown fertig geworden. Wir haben danach die Zeit für Proben genutzt und auch bereits mehrere Videoclips produziert und freuen uns darauf diese zu veröffentlichen.


Heimweh veröffentlichen in Kürze auch ein neues Album. Sprecht ihr euch jeweils ab, wann die anderen Acts bei Hitmill was rausbringen?

Das Hitmill Studio in Zürich ist eine inspirierende Musik Werkstatt. Da ist immer etwas los und es ist schön sich bei der eigenen Arbeit mit anderen Künstlern auszutauschen. Wir fokussieren uns auf unsere Arbeit an der Musik, auf das Album und vor allem die Auftritte.


Ist es ein Ziel von euch auch so regelmässig wie Heimweh Alben zu veröffentlichen?

Es ist ein Wunsch von uns allen noch mehr von dieser Musik zu erfahren. Die Umstände, die uns hierhin gebracht haben, durften wir bisher als Geschenke erleben. Vielleicht sind wir irgendwann wieder im Studio, dann wäre ein Album ein mögliches Ziel. Das ergibt sich aus der Arbeit. Ich denke, das ist auch bei Heimweh so, die Regelmässigkeit ist keine Absicht, sondern das Ergebnis aus der Resonanz die die Musik bei den Hörerinnen und Hörern findet. Im Moment freuen wir uns vor allem riesig, wenn wir vor Publikum spielen und arbeiten dürfen. Die raren Auftritte machen Lust auf mehr. Auf der Bühne habe ich manchmal das Gefühl, dass es den Menschen nach Musik dürstet, es scheint schon fast so als hätten die Konzertbesucherinnen und -besucher in der Zeit der Abstinenz das Hören und Hinhören geübt.

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